
Wenn die Pumpe Probleme macht, zählt nicht die perfekte Prognose – sondern genügend Zeit zum Handeln
Dass solche Ereignisse den Alltagsbetrieb massiv belasten, liegt auch an den Rahmenbedingungen in Österreich: Viele Anlagen stammen aus der Ausbauphase der 1960er- bis 1980er-Jahre und erreichen das Ende ihrer nominellen Lebensdauer. Gleichzeitig belegen die Statusberichte zur Trinkwasserversorgung des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft (BML) gibt es österreichweit rund 5.500 öffentliche Trinkwasserversorgungen (Gemeinden und Wassergenossenschaften). Die Kleinteiligkeit bringt organisatorische Herausforderungen mit sich: Über 70 % der kleineren kommunalen Wasserversorgungen verfügen über kein hauptamtliches, ausschließlich für die Wasserversorgung abgestelltes Fachpersonal. Die Wartung und Entstörung erfolgt durch Gemeindemitarbeiter mit Mehrfachaufgaben.
Besonders schwierig wird das in Zeiten hoher Belastung: bei längeren Trockenperioden, stark schwankendem Wasserbedarf oder wenn Anlagen außerhalb ihrer üblichen Betriebsbedingungen arbeiten. Hinzu kommt der Faktor Zeit: Die meisten gemeindeeigenen Hochbehälter sichern eine Wasserversorgung von 12 bis 24 Stunden ohne Nachpumpen. Erkennt man eine Störung erst beim Alarmsignal „Behälterstand kritisch“, verbleiben meist nur noch wenige Stunden zum Handeln.
Für Gemeinden und kleinere Wasserversorger geht es deshalb nicht unbedingt darum, den exakten Zeitpunkt eines künftigen Ausfalls vorherzusagen.
Es geht um etwas viel Praktischeres:
Genügend Zeit zu gewinnen, um reagieren zu können.
Condition Monitoring, Predictive Maintenance oder Drift Detection – hinter diesen Fachbegriffen steckt im Kern eine einfache Frage:
Kann eine Anlage früh genug zeigen, dass sich etwas verändert, bevor daraus ein akutes Problem wird?
Genau hier setzt SF2 Systems an.
SF2 Systems ist ein Wiener Softwareanbieter für industrielle Zustandsanalyse. Mit der kostenlosen SF2 Suite SE können Betreiber vorhandene Sensor- und Prozessdaten zunächst selbst und lokal untersuchen und prüfen, ob sich darin relevante Veränderungen des Anlagenzustands erkennen lassen. Der Einstieg kostet nichts und erfordert weder eine neue Sensorlandschaft noch ein großes Digitalisierungsprojekt.
Viele Daten – aber weiß man auch, wie es der Anlage wirklich geht?
Ein zentrales Problem vieler Infrastrukturen ist eine unzureichende digitale Erfassung: Viele Wasserversorger nutzen zwar klassische SCADA- oder Alarmsysteme, doch diese schlagen meist erst an, wenn harte Grenzwerte überschritten sind oder eine Komponente schlagartig ausfällt. Wie sich der schleichende mechanische Zustand von Pumpen, Motoren oder Ventilen über Wochen und Monate verändert, bleibt im digitalen Alltag oft ein blinder Fleck.
Dabei erfassen auch kleinere Wasserwerke und Pumpstationen heute laufend Druck, Durchfluss, Temperatur, Füllstände, Stromaufnahme und weitere Betriebswerte. Doch ein einzelner Messwert kann völlig normal aussehen, obwohl sich die Anlage als Ganzes bereits verändert.
SF2 verbindet deshalb mehrere Signale zu einem gemeinsamen Zustandsbild. So wird nicht nur gefragt, ob ein Grenzwert überschritten wurde, sondern:
Verhält sich unsere Anlage noch so wie normalerweise – oder beginnt sich ihr Gesamtzustand zu verändern?
Bestehende Steuerungs-, SCADA- und Alarmsysteme werden dabei nicht ersetzt. SF2 schließt die Lücke der unzureichenden Datenauswertung und ergänzt sie um eine zusätzliche Sicht auf die Entwicklung des Anlagenzustands.
Ein Pumpenfall zeigt, was das bedeuten kann
In der retrospektiven Analyse eines öffentlich verfügbaren Datensatzes aus einem kommunalen Wasserpumpensystem untersuchte SF2 rund 220.000 Messzeitpunkte aus mehr als 50 Sensorkanälen. Dokumentiert waren lediglich sieben kurze Fehler- beziehungsweise Wiederherstellungsphasen.
In einer untersuchten Sequenz wurde eine Veränderung des kombinierten Anlagenzustands bereits ungefähr vier Tage vor einem dokumentierten Ausfall sichtbar.
Das ist ausdrücklich kein Versprechen, dass sich jeder Pumpenausfall vier Tage im Voraus erkennen lässt.
Der entscheidende Punkt ist ein anderer:
Die Veränderung war sichtbar, bevor die Anlage ausfiel.
Und genau darin liegt für Betreiber der praktische Nutzen.
Wer früher erkennt, dass sich eine Pumpe ungewöhnlich verhält, kann die Anlage überprüfen, eine Wartungsfirma verständigen, Personal und Ersatzteile organisieren oder eine Reservepumpe vorbereiten.
Aus einem ungeplanten Notfalleinsatz kann so möglicherweise eine planbare Maßnahme werden.
Gleichzeitig können Wartungsentscheidungen stärker am tatsächlichen Verhalten einer Anlage ausgerichtet werden – und nicht ausschließlich an starren Intervallen.
Bestehende Daten statt neues Großprojekt
Gerade für kleinere Betreiber ist wichtig: Der Einstieg erfordert nicht automatisch neue Sensoren, eine Cloud-Plattform oder ein großes Digitalisierungsprojekt. Wasserversorgungsanlagen zählen zur Kritischen Infrastruktur (CRITIS). Viele Gemeinden scheuen Cloud-Lösungen wegen Cybersicherheits- und Datenschutzbedenken. Die lokale Analyse der SF2 Suite SE direkt vor Ort (On-Premise / Edge) greift dieses Sicherheitsbedürfnis direkt auf: SF2 kann zunächst mit bereits vorhandenen historischen Sensor- oder SCADA-Daten getestet werden. Die Analyse erfolgt lokal, die Daten können beim Betreiber bleiben.
Die erste Frage ist deshalb ganz pragmatisch:
Steckt in unseren vorhandenen Betriebsdaten bereits eine Information, die uns früher hätte warnen können?
Erst wenn sich daraus ein technischer Nutzen ergibt, muss über Echtzeitbetrieb und weitere Integration gesprochen werden.
„Bei kommunaler Infrastruktur geht es nicht um möglichst spektakuläre Prognosen“, sagt Francisco Webber, Gründer und Geschäftsführer von SF2 Systems. „Wenn wir einem Wassermeister rechtzeitig zeigen können, dass sich seine Anlage anders verhält als bisher, schaffen wir etwas viel Wertvolleres: Zeit für eine technische Entscheidung, bevor aus einer Veränderung ein akutes Problem wird.“
SF2 sucht reale kommunale Anwendungsfälle
Die bisherige Untersuchung ist eine retrospektive Machbarkeitsanalyse. Nun sucht SF2 Gemeinden und Wasserversorger, die den Ansatz mit ihren eigenen Betriebsdaten prüfen möchten.
Besonders interessant sind Anlagen, bei denen historische Sensor- oder SCADA-Daten sowie Informationen zu Wartungen, Störungen oder Ausfällen vorhanden sind.
Am Ende steht eine erstaunlich einfache Frage:
Wenn die Daten ohnehin vorhanden sind – was lässt sich aus ihnen erkennen, wenn man die Maschine nicht Sensor für Sensor, sondern als zusammenhängendes System betrachtet?
SF2 selbst ausprobieren
Die kostenlose SF2 Suite SE ist ab sofort unter
https://sf2systems.com/produkte/software/studio-se verfügbar.
Alle weiterführenden Editionen stehen ab 14. September 2026 im SF2 Shop unter www.sf2systems.com/shop zum Download bereit.
SF2 Systems ist ein Wiener Deep-Tech-Unternehmen für die softwarebasierte Zustandsanalyse komplexer Maschinen, Anlagen und Prozesse in Industrie, Energie und kritischer Infrastruktur. Die sensor- und herstellerunabhängige Technologie führt vorhandene Sensor- und Betriebsdaten zu vergleichbaren Zustands-Fingerprints zusammen und macht Drift und schleichende Veränderungen früh sichtbar – reproduzierbar, nachvollziehbar, ohne Black-Box-Modell und ohne große gelabelte Fehlerdatensätze. Als Ergänzung bestehender Condition-Monitoring- und Automatisierungssysteme ist SF2 für Brownfield- und OT-Umgebungen ausgelegt, läuft lokal am Edge bzw. On-Premises ohne Cloud-Abhängigkeit und hält sensible Produktionsdaten im Unternehmen. So können Zustandsveränderungen früher erkannt, ungeplante Stillstände reduziert sowie Wartung und Betrieb planbarer werden. Darüber hinaus untersucht SF2 die Übertragbarkeit der Technologie auf ausgewählte Anwendungen in Biotechnologie und Life Sciences.
SF2 Systems GmbH
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