Compliance wächst schneller als die Kapazitäten der IT-Teams
Für die Untersuchung wurden Anfang 2026 insgesamt 5.000 IT- und Cybersecurity-Verantwortliche aus 17 Ländern und unterschiedlichen Branchen befragt. Die Ergebnisse zeigen: Compliance ist längst zu einer dauerhaften Managementaufgabe geworden, die erhebliche Ressourcen bindet und viele Organisationen an ihre Grenzen bringt.
Fünf Standards gleichzeitig und trotzdem selten Gewissheit
Im Median erfüllen Unternehmen aktuell fünf verschiedene Compliance-Standards gleichzeitig. Diese Bandbreite verdeutlicht, wie komplex die regulatorischen Anforderungen geworden sind.
Gleichzeitig fehlt vielen Organisationen die Sicherheit über den eigenen Status. 82 Prozent der Befragten geben an, besorgt zu sein, dass ihr Unternehmen nicht alle relevanten Vorgaben vollständig erfüllt. Fast ein Viertel äußert sogar große Bedenken. Nur 18 Prozent sehen sich auf der sicheren Seite.
Fast 40 Prozent der Arbeitszeit: Compliance verdrängt operative Sicherheit
Ein erheblicher Teil der verfügbaren Kapazitäten fließt in Compliance-Aufgaben. Im Schnitt wenden IT- und Cybersecurity-Teams 39 Prozent ihrer Arbeitszeit dafür auf. Dazu gehören unter anderem die Umsetzung von Anforderungen, interne Abstimmungen sowie die Dokumentation und Berichterstattung.
Dieser Aufwand fehlt an anderer Stelle. Die operative Sicherheitsarbeit gerät zunehmend unter Druck, weil Ressourcen gebunden sind.
Dynamische Anforderungen erschweren die Umsetzung
Viele Unternehmen haben Schwierigkeiten, mit den stetigen Veränderungen Schritt zu halten. 79 Prozent der Befragten empfinden es als herausfordernd, aktuelle Anforderungen zu verfolgen und umzusetzen. 19 Prozent beschreiben dies als sehr schwierig.
Die Vielzahl an Vorgaben führt zudem zu Überschneidungen: Ähnliche Anforderungen müssen mehrfach bearbeitet werden, was den Aufwand zusätzlich in die Höhe reibt.
Gleiche Pflichten, weniger Mittel: Kleinere Unternehmen besonders unter Druck
Vor allem kleinere Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen. Sie sehen sich häufig mit einer vergleichbaren Anzahl an Regelwerken konfrontiert wie größere Organisationen, verfügen jedoch über deutlich weniger personelle und fachliche Ressourcen.
Das erhöht den Druck und erschwert eine nachhaltige Umsetzung der Anforderungen.
Je nach Branche und Land ein anderes Regelwerk – die Fragmentierung ist real
Die am häufigsten genannten Regelwerke sind ISO 27001/2 (51,2 %), GDPR (40,4 %), CIS (29,7 %), NIST CSF (23,8 %), PCI DSS (23,1 %), HIPAA (21,7 %), DORA (19,8 %) und NIS2 (16,1 %). Ihre Bedeutung variiert jedoch deutlich je nach Branche und Region.
So geben 66 Prozent der Unternehmen im Bereich Transport und Logistik an, sich an ISO 27001/2 zu orientieren, während dieser Anteil im öffentlichen Sektor bei 38 Prozent liegt. Auch zwischen einzelnen Ländern zeigen sich klare Unterschiede: In Spanien streben 60 Prozent der Unternehmen eine Ausrichtung an ISO 27001/2 an, in Mexiko sind es 35 Prozent.
Ein ähnliches Bild ergibt sich bei NIST CSF. In den USA orientieren sich 30 Prozent der Organisationen an diesem Framework, in Australien hingegen nur 13 Prozent.
Für Unternehmen im DACH-Raum ergibt sich daraus eine doppelte Herausforderung. Einerseits prägen europäische Vorgaben wie GDPR, NIS2 und künftig DORA das regulatorische Umfeld. Andererseits orientieren sich international tätige Unternehmen häufig zusätzlich an global etablierten Frameworks wie ISO 27001 oder NIST.
Das erhöht die Komplexität in der Umsetzung erheblich, da unterschiedliche Anforderungen parallel berücksichtigt und miteinander in Einklang gebracht werden müssen. Ein einheitlicher Ansatz ist in der Praxis selten ausreichend. Gefragt sind flexible, aufeinander abgestimmte Lösungen.
Wer nicht weiß, ob er compliant ist, hat ein Sicherheitsproblem
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die eingeschränkte Transparenz über den eigenen Compliance-Status. Viele Unternehmen gehen davon aus, die Anforderungen zu erfüllen, ohne dies sicher belegen zu können.
Diese Unsicherheit kann zu Lücken führen, die sowohl sicherheitsrelevant als auch betriebswirtschaftlich kritisch sind. Unentdeckte Schwachstellen erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Cyberangriffen und Datenverlusten.
Von der Pflichtübung zur Managementaufgabe
Die Ergebnisse zeigen, dass Compliance weit über eine formale Pflicht hinausgeht. Sie entwickelt sich zu einer kontinuierlichen Managementaufgabe, die eng mit der Sicherheitsstrategie eines Unternehmens verknüpft ist.
Angesichts weiter steigender Anforderungen prüfen viele Organisationen, wie sie ihre Prozesse effizienter gestalten können. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit externen Spezialisten, die zusätzliche Expertise und Entlastung bieten.
Weitere Einzelheiten beschreibt Sophos auf seinem Blog (in englischer Sprache): https://www.sophos.com/de-de/blog/is-compliance-complexity-outpacing-it-capacity
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Entwickler-Tools als neue Angriffsfläche
Entwickler-Tools als neues Angriffsziel
Sophos X-Ops, das Advanced-Threat-Research-Team des Unternehmens, sieht in dieser Aktivität einen Hinweis darauf, dass Angreifer zunehmend nicht nur Software-Abhängigkeiten, sondern auch das Vertrauen in Entwickler-Werkzeuge selbst ins Visier nehmen.
„Developer-Toolchains entwickeln sich immer stärker zu einem attraktiven Angriffsziel, weil dort privilegierte Zugriffe, Automatisierung und sensible Zugangsdaten zusammenlaufen", sagt Michael Veit, Cybersicherheits-Experte bei Sophos. „Bemerkenswert ist, dass nun offenbar auch Konfigurationen von KI-Assistenzsystemen gezielt mitgesammelt werden. Das deutet auf eine sich erweiternde Angriffsfläche hin."
Supply-Chain-Risiken mit größerer Reichweite
Aus Sicht von Sophos ist dabei entscheidend: Solche Angriffe enden häufig nicht beim Diebstahl von Zugangsdaten. Kompromittierte Tokens oder manipulierte Workflows können zum Ausgangspunkt für weiterreichende Angriffe auf Entwicklungs- und Produktionsumgebungen werden.
Hinzu kommt, dass beide Angriffe dieselbe Command-and-Control-Domain nutzten – ein Indiz, das auf einen koordinierten Akteur oder eine gemeinsam gesteuerte Kampagne hindeutet.
Die Vorfälle unterstreichen aus Sicht von Sophos fünf zentrale Handlungsfelder:
- Entwickler-Tools und CI/CD-Pipelines als eigene Angriffsfläche absichern
- Tokens und Secrets konsequent rotieren und überwachen
- Software-Lieferketten auf Manipulationen prüfen
- KI-gestützte Entwicklerumgebungen in Sicherheitsmodelle einbeziehen
- Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für Paket-Registries und Cloud-Konten aktivieren, wo dies noch nicht erfolgt ist.
Weitere Einzelheiten beschreibt Sophos auf seinem Blog (in englischer Sprache): https://www.sophos.com/de-de/blog/supply-chain-attacks-hit-checkmarx-and-bitwarden-developer-tools
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Security-Blindspot: Wie Angreifer QEMU nutzen, um Erkennungssysteme zu umgehen
STAC4713 ist kein Ransomware-as-a-Service-Modell
STAC4713 wurde erstmals im November 2025 beobachtet und ist eine finanziell motivierte Kampagne, die mit der PayoutsKing-Ransomware in Verbindung steht. Mehrere Vorfälle in dieser Kampagne beinhalteten QEMU als versteckte reverse SSH-Backdoor, um Angreifer-Tools bereitzustellen und Domänen-Anmeldeinformationen zu sammeln. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die STAC4713-Kampagne mit Datendiebstahl und der Bereitstellung von PayoutsKing-Ransomware in Verbindung steht. Forscher der Sophos Counter Threat Uni (CTU) schreiben die PayoutsKing-Ransomware und die Erpressungsoperation, die Mitte 2025 aufkam, der GOLD ENCOUNTER-Bedrohungsgruppe zu. Die Betreiber von PayoutsKing haben explizit erklärt, dass sie nicht nach dem Ransomware-as-a-Service-Modell (RaaS) arbeiten oder mit Partnern zusammenarbeiten, was darauf hindeutet, dass taktische Unterschiede bei diesen beobachteten Vorfällen auf bewusste Entscheidungen der Angreifer und nicht auf separate Bedrohungsakteure zurückzuführen sind.
Ab Februar 2026 identifizierten Sophos-Analysten eine bemerkenswerte Veränderung in den Taktiken von GOLD ENCOUNTER, darunter verschiedene Vektoren für den Erstzugriff und den Einsatz von QEMU für versteckten Fernzugriff. In einem Vorfall im Februar 2026 erlangten die Bedrohungsakteure Zugriff über ein exponiertes Cisco SSL VPN; in einem Fall im März 2026 zielten sie auf Mitarbeiter über E-Mail-Spam ab und gaben sich über Microsoft Teams als IT-Support aus.
STAC3725 mit manueller Komponente
Eine weitere Kampagne, STAC3725, wurde erstmals im Februar 2026 beobachtet und nutzt die CitrixBleed2-Schwachstelle, um Zugriff zu erlangen, und Malware zu installieren. Die Bedrohungsakteure stellen eine QEMU-VM bereit, um zusätzliche Tools für Aufklärung und Anmeldeinformationen-Diebstahl zu installieren.
Anstatt ein vorgefertigtes Toolkit bereitzustellen, installierten und kompilierten die Angreifer ihr vollständiges Angriffspaket manuell innerhalb der VM. Beobachtete böswillige Aktivitäten umfassten das Herunterladen von Anmeldeinformationen, das Aufzählen von Kerberos-Benutzernamen, das Durchforsten des Active Directory-Aufklärung und das Ausführen von FTP-Servern für die Bereitstellung von Nutzlasten oder für die Datenexfiltration.
Die Folgeaktivitäten variierten je nach Eindringen, was darauf hindeutet, dass ursprüngliche Zugriffsbroker die Umgebungen der Opfer zunächst kompromittierten und den Zugriff dann an andere Bedrohungsakteure verkauften. In einem Vorfall hielten die Bedrohungsakteure den Zugriff auf die Umgebung aufrecht, in einem anderen Fall nutzten die Bedrohungsakteure NetBird, um verschlüsselte Peer-to-Peer-Verbindungen herzustellen, Browsersitzungs-Cookies zu extrahieren und ein PowerShell-Skript auszuführen, um Microsoft Defender zu deaktivieren.
Empfehlungen, Schutzmaßnahmen und Indikatoren
Der Missbrauch von QEMU stellt einen wachsenden Trend dar, bei dem Bedrohungsakteure legitime Virtualisierungssoftware nutzen, um böswillige Aktionen vor dem Endpunktschutz und der Audit-Protokollierung zu verbergen. Eine verborgene VM mit einem vorinstallierten oder kompilierten Angriffstoolkit kann einem Bedrohungsakteur Zugriff auf ein Netzwerk gewähren und die Möglichkeit bieten, Malware bereitzustellen, Anmeldeinformationen zu sammeln und sich (lateral) im Netzwerk zu bewegen, ohne Spuren auf dem Host zu hinterlassen.
Organisationen sollten ihre Umgebungen auf nicht autorisierte QEMU-Installationen, unerwartete geplante Aufgaben (insbesondere solche, die unter einem SYSTEM-Konto ausgeführt werden) und ungewöhnliche Port-Weiterleitungsregeln, die auf Port 22 abzielen, überprüfen. Sicherheitsexperten sollten zudem ausgehende SSH-Tunnel überwachen, die von nicht standardmäßigen Ports ausgehen, und virtuelle Festplattenabbilder mit ungewöhnlichen Dateierweiterungen (z. B. .db, .dll, .qcow2) markieren.
Weitere technisch ausformulierte Schutzmaßnahmen haben die Experten von Sophos im neuen englischsprachigen Blog-Text „QEMU abused to evade detection and enable ransomware delivery“ zusammengestellt.
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„Fake it ‘til you make it“
Die Masche: Fake-Jobs, Fake-Websites, Fake-Code
NICKEL ALLEY geht mit System vor: Die Gruppe erstellt scheinbar seriöse LinkedIn-Seiten für erfundene Unternehmen und ergänzt diese mit GitHub-Accounts, die vermeintlich harmlosen Code hosten. Im Rahmen fingierter Bewerbungsgespräche werden ahnungslose Kandidaten aufgefordert, „technische Aufgaben“ in einer von den Angreifern kontrollierten Weboberfläche zu lösen. Dort wartet die Falle: Ein scheinbarer Fehler auf der Website fordert die Opfer auf, einen lokalen Befehl auszuführen – der in Wahrheit den PyLangGhost RAT herunterlädt und installiert.
Die Websites der Fake-Unternehmen wirken auf den ersten Blick professionell, enthalten aber oft grobe Fehler – wie etwa den unveränderten Platzhaltertext „IT solutions & Corporate template“ im Seitentitel. Die Angreifer nutzen zudem die Taktik des „ClickFix“, bei der Opfer durch vorgetäuschte technische Probleme zur Ausführung schädlicher Befehle verleitet werden.
PyLangGhost RAT: Die unsichtbare Gefahr
Die Angreifer nutzen zudem den vielseitigen PyLangGhost RAT Trojaner. Er ermöglicht den Cyberkriminellen vollständige Kontrolle über infizierte Systeme. Er kann nicht nur Dateien verwalten und Anmeldeinformationen stehlen, sondern hat es gezielt auf Browser-Erweiterungen und Krypto-Wallets abgesehen. NICKEL ALLEY fordert die Opfer explizit auf, den Schadcode auf ihren Firmenrechnern auszuführen, was ein klares Indiz dafür ist, dass es den Angreifern nicht nur um Kryptowährungen, sondern auch um den Zugang zu sensiblen Unternehmensdaten geht.
Empfehlung für Schutzmaßnahmen
Angesichts der zunehmenden Professionalisierung der Angreifer raten Sicherheitsexperten zu vier wichtigen Maßnahmen:
- Misstrauen bei unaufgeforderten Jobangeboten: Besonders Entwickler in der Finanz- und Technologiebranche sollten unaufgeforderte Recruiting-Nachrichten auf LinkedIn oder per E-Mail kritisch prüfen.
- Vorsicht bei technischen Aufgaben in Bewerbungsprozessen: Die Ausführung von Befehlen, die von unbekannten Websites oder GitHub-Repositorien stammen, sollte ein absolutes No-Go sein.
- Monitoring von Command-Execution: IT-Abteilungen sollten ungewöhnliche Befehle, die über Browser-Clipboard-Daten, PowerShell oder aus dem %TEMP%-Verzeichnis gestartet werden, besonders im Auge behalten.
- Sensibilisierung der Belegschaft: Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter für die Gefahren von Social-Engineering-Angriffen schulen – insbesondere, wenn es um die Ausführung von Code auf Firmenrechnern geht.
Hintergrund: NICKEL ALLEY und die nordkoreanische Cyber-Bedrohung
NICKEL ALLEY agiert im Auftrag der nordkoreanischen Regierung und ist bekannt für ihre ausgeklügelten Angriffe auf die IT-Branche. Die Gruppe nutzt nicht nur gefälschte Jobangebote, sondern kompromittiert auch npm-Paket-Repositorien und etabliert Typosquatting-Pakete, um Entwickler zu täuschen. Die aktuelle Kampagne unterstreicht die wachsende Gefahr durch staatlich gesteuerte Cyberangriffe, die gezielt auf die Software-Lieferkette und die IT-Infrastruktur von Unternehmen abzielen.
Der komplette englischsprachige Blogbeitrag mit zusätzlichen technischen Informationen steht hier.
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Prompt Injection: Warum die größte Schwachstelle der KI nicht im Code liegt, sondern in der Sprache
Prompt Injection beschreibt genau das. Angreifer nutzen Sprache, um KI-Systeme gezielt zu manipulieren. Sie formulieren Anweisungen so, dass die KI ihre eigentlichen Regeln ignoriert und Dinge tut, die sie nicht tun sollte. Das kann harmlos beginnen, etwa mit dem Umgehen von Sicherheitsvorgaben. Es kann aber auch dazu führen, dass sensible Informationen offengelegt oder Aktionen ausgelöst werden, die nie vorgesehen waren.
Was dabei oft unterschätzt wird: Diese Angriffe sehen nicht wie Angriffe aus. Sie wirken wie normale Kommunikation.
Vom Code zur Sprache als Angriffsfläche
Nicht selten wird Prompt Injection mit SQL Injection verglichen. Und der Vergleich geht auf. Ging es damals darum, Datenbanken über manipulierte Eingaben auszutricksen, geht es heute darum, KI-Systeme über Sprache umzuprogrammieren.
Der entscheidende Unterschied liegt in der Form. Während klassische Angriffe technische Signaturen hinterlassen, bewegt sich Prompt Injection im Graubereich menschlicher Sprache. Eine simple Formulierung wie „Ignoriere alle vorherigen Anweisungen" kann ausreichen, um Schutzmechanismen auszuhebeln.
Noch kritischer wird es bei indirekten Angriffen. Hier verstecken sich Anweisungen nicht in der direkten Eingabe, sondern in Inhalten, die die KI später verarbeitet. E-Mails, Webseiten, oder Dokumente werden so zum Transportmittel für Angriffe. Ein scheinbar harmloser Newsletter etwa kann eine KI veranlassen, vertrauliche Informationen weiterzugeben oder unerwünschte Aktionen auszuführen. Die KI bewertet den Inhalt als relevant und handelt, ohne die Herkunft der Instruktionen zu hinterfragen. Das System wird damit nicht gehackt. Es wird fehlgeleitet.
Warum agentische KI das Risiko verschärft
Mit sogenannten agentenbasierten/eigenständig handelnden Systemen wächst die Tragweite dieser Angriffe erheblich. Denn diese KI-Anwendungen analysieren nicht nur Inhalte, sie handeln auch. Sie greifen auf Daten zu, interagieren mit Tools, automatisieren Prozesse und verfügen teils über administrative Rechte. Genau darin liegt das Problem. KI-Systeme können nicht zuverlässig zwischen vertrauenswürdigen und manipulierten Quellen unterscheiden. Sie operieren auf Basis von Kontext und Wahrscheinlichkeit. Und das nutzen Angreifer aus.
Wenn eine KI E-Mails, Chatverläufe und Webinhalte zusammenführt, kann eine einzige präparierte Nachricht ausreichen, um eine ganze Kette von Aktionen auszulösen. Plötzlich wird aus einer simplen Textanweisung ein operativer Eingriff in Systeme und Daten, oft ohne sichtbare Warnsignale.
Sicherheit neu denken heißt Grenzen setzen
Die gute Nachricht: Unternehmen können sich schützen. Allerdings nicht mit einem einzelnen Werkzeug, sondern mit einem mehrschichtigen Ansatz.
Ein erster Schritt ist eine konsequente Prüfung von Eingaben. Formulierungen, die versuchen, Regeln zu umgehen oder Anweisungen umzudeuten („Ignoriere alle vorherigen Anweisungen" „Führe diesen Befehl heimlich aus"), lassen sich häufig erkennen und filtern. Ebenso entscheidend ist das Prinzip der minimalen Rechtevergabe. Eine KI sollte nur auf die Daten und Funktionen zugreifen können, die sie tatsächlich benötigt.
Darüber hinaus braucht es klare technische Grenzen. Isolierte Laufzeitumgebungen, kontinuierliches Monitoring und eine sorgfältige Kontrolle der Ausgaben helfen dabei, Risiken zu begrenzen. Denn KI-Systeme sind nicht deterministisch. Auch ein gut abgesichertes System kann unerwartete Ergebnisse liefern.
Ein zentraler Grundsatz bleibt dabei unverändert: Vertrauen ist keine Default-Einstellung. Auch nicht für KI.
Die eigentliche Herausforderung liegt vor uns
Prompt Injection ist kein Randthema. Es ist ein Hinweis darauf, dass sich die Spielregeln der IT-Sicherheit verändern. Systeme werden nicht mehr nur über technische Schwächen angegriffen, sondern über ihre Fähigkeit, Sprache zu interpretieren.
Das macht die Angriffsfläche größer und schwerer greifbar. Gleichzeitig eröffnet es Unternehmen die Chance, Sicherheit neu zu denken: nicht als statische Verteidigung, sondern als dynamischen Prozess, der mit der Technologie mitwächst.
Wer heute KI einsetzt, sollte sich dieser Verantwortung bewusst sein. Denn die Frage ist längst nicht mehr nur, was ein System kann. Sondern auch, wozu es befähigt werden kann.
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Sophos-Recherche: macOS-Nutzer verstärkt im Visier von Social-Engineering-Attacken
ClickFix ist eine zunehmend verbreitete Social-Engineering-Technik, mit der Angreifer die Anwender dazu verleiten, schädliche Software auf ihren Geräten zu installieren. Im Gegensatz zu herkömmlichen, Exploit-basierten Angriffen basiert diese Methode vollständig auf der Interaktion des Benutzers – in der Regel in Form von Kopieren und Ausführen von Befehlen. Die Methode hat sich als besonders effektiv erwiesen, da sich Anwender der Auswirkungen bei der Ausführung unbekannter und verschleierter Terminalbefehle potenziell gar nicht bewusst ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Phishing-Techniken ist eine Authentifizierung wie zum Beispiel FIDO2 kein wirksamer Schutz gegen ClickFix-Angriffe.
Drei neue ClickFix-Kampagnen für macOS gesichtet
In der Vergangenheit richteten sich ClickFix-Kampagnen hauptsächlich gegen Windows-Nutzer. Die Strategie scheint sich zu ändern, bereits im Juni 2025 beschrieben Forscher eine Malware-Kampagne, bei der eine Variante des Infostealers Atomic macOS (AMOS) zum Einsatz kam und macOS-spezifische Köder auf Basis von User-Agent-Strings verwendet wurden.
In den letzten drei Monaten tauchten bei den Sophos-Analysten drei weitere ClickFix-Kampagnen auf dem Radar auf, die mit dem Infostealer MacSync ganz gezielt auf macOS-Nutzer abzielten. Eine Zuordnung zu ein und demselben Angreifer ist nicht gesichert, aber etwas anderes fällt auf: eine deutliche Weiterentwicklung und Veränderung der Vorgehensweisen und Taktiken – möglicherweise als Reaktion auf Ermittlungs- und Abwehrmaßnahmen, aber vielleicht auch als Reaktion auf technologische Trends.
Evolution oder Revolution?
Die drei analysierten Kampagnen zeigen eine Vielzahl neuer Taktiken und einige Änderungen gegenüber dem traditionellen ClickFix-Modell. Während alle drei Operationen in gewisser Weise den Einsatz von GenAI-bezogenen Ködern nutzten, stellt die Verlagerung von bösartigen Websites, die sich als bekannte legitime Unternehmen ausgeben, hin zu ChatGPT-Konversationen eine interessante Veränderung im Bereich Social Engineering dar und führt so einen neuen Angriffswinkel ein.
Mehr Risiken durch ChatGPT-Kommunikation
Während Warnungen über die Risiken bösartiger Websites mit scheinbar legitimem Anstrich mittlerweile eine hohe Präsenz haben, bringt der durchschnittliche Nutzer Kommunikationsplattformen wie ChatGPT oftmals noch nicht mit potenziellen Cybergefahren in Verbindung. Gerade deshalb eröffnet die Veränderung der technologischen Landschaft hin zur Nutzung von LLMs und agentenbasierter KI ein neues Spielfeld für Bedrohungsakteure, wie die aktuellen ClickFix-Kampagnen deutlich machen.
Die bei einer der untersuchten Kampagnen festgestellte Payload-Attacke ist ein weiteres Beispiel für eine signifikante Änderung der Angriffstaktiken. Enthielten frühere MacSync-Builds von ClickFix native MachO-Binärdateien, zeichnet sich die jüngste Variante durch ein mehrstufiges Loader-as-a-Service-Modell, dynamische AppleScript-Payloads und eine aggressive In-Memory-Ausführung aus – einschließlich der Fähigkeit, legitime Binärdateien zu patchen, anstatt einfach nur Anmeldedaten und Schlüssel abzugreifen. Diese Veränderung deutet darauf hin, dass sich die Malware-Entwickler an das Betriebssystem und seine Sicherheitsmaßnahmen angepasst haben, und sich das Risiko eines Angriffs für macOS-Benutzer somit weiter erhöht.
Sicherheitsmythos bei macOS bröckelt weiter
„Früher galt die vorherrschende Meinung, dass macOS-Systeme im Vergleich zu Windows-Systemen einem geringeren Risiko für Malware-Infektionen ausgesetzt seien, da es über eine Reihe nativer Sicherheitsfunktionen verfügt, die Angreifer dazu zwangen, technisch anspruchsvolle Techniken anzuwenden“, so Michael Veit, Cybersecurtiy-Experte bei Sophos. „Das ist heute nicht mehr der Fall. Mainstream-Malware betrifft mittlerweile regelmäßig macOS-Nutzer – insbesondere Infostealer, die einen erheblichen Teil aller macOS-Angriffe ausmachen. Aktuelle Kampagnen wie die immer raffinierteren Payload- und ClickFix-Attacken machen deutlich, dass sich dieser Bereich rasant weiterentwickelt.“
Der komplette, technisch vertiefende und mit Screenshots ausgestatte Beitrag ist im englischsprachigen Sophos Blog zu finden.
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Angriff auf die digitale Lebensader: Telekommunikation ist die Königsklasse für die Cyberkriminalität
Sprungbrett Telekommunikation
Telekommunikationsunternehmen sind für Cyberkriminelle und staatlich gesteuerte Angreifer besonders attraktiv, da diese nicht nur große Mengen an sensiblen Kundendaten speichern, sondern auch als Einfallstor für weiterführende Angriffe auf andere kritische Infrastrukturen und Organisationen dienen. Der Zugriff auf Kommunikationsdaten ermöglicht es Angreifern, persönliche Netzwerke zu analysieren, etwa von Politikern, Militärs oder Geschäftsleuten, und gezielt Spionage oder Erpressung zu betreiben. Ein kompromittierter Telekommunikationsanbieter ist zudem der Türöffner für Angriffe auf Banken, Krankenhäuser oder Regierungsnetzwerke, was sie zu einem „Single Point of Failure“ mit systemischen Risiken für alle Industriesektoren macht. Fällt ein solches Netzwerk aus, sind die Adern der Wirtschaft und Gesellschaft betroffen – von Finanztransaktionen bis zu Notfalldiensten.
In Krisenzeiten können Angreifer Telekommunikationsnetzwerke gezielt lahmlegen oder manipulieren, um Chaos zu stiften. Beispiele wie der Angriff auf Viasat KA-SAT (Februar 2022), der während der russischen Invasion die Satellitenkommunikation in der Ukraine und Europa unterbrach und sogar die Fernwartung von 5.800 deutschen Windkraftanlagen lahmlegte. Diese Vorfälle verdeutlichen die Kaskadeneffekte, die von Angriffen auf Telekommunikationsnetzwerke ausgehen können. Doch längst nicht alle Angriffe zielen auf sofortige Zerstörung oder Erpressung ab. Gruppen wie Bronze Tiger (China) infiltrieren Telekommunikationsinfrastrukturen, um langfristig Daten zu sammeln – etwa für politische oder wirtschaftliche Spionage. Solche Angriffe bleiben oft jahrelang unentdeckt, untergraben aber das Vertrauen in digitale Kommunikation und können strategische Vorteile für die Angreifer schaffen. Die Bedrohung ist dabei nicht nur technischer Natur, sondern betrifft auch die Glaubwürdigkeit ganzer Gesellschaftssysteme, etwa wenn Bankdaten oder Regierungsinformationen kompromittiert werden.
Überwachung, Erkennung und frühe Reaktion
Angesichts dieser Bedrohungen müssen Telekommunikationsunternehmen und andere Betreiber kritischer Infrastrukturen proaktiv handeln. Ein zentraler Schritt ist eine risikobasierte Sicherheitsstrategie, die mit einer vollständigen Bestandsaufnahme aller IT-Assets beginnt. Nur wer weiß, welche Daten und Systeme geschützt werden müssen, kann gezielt handeln. Entscheidend aber ist eine umfassende Überwachung, um Angriffe mit Hilfe von KI und menschlichen Security-Experten frühzeitig zu erkennen. Wer mit kontinuierlicher Überwachung eine Bedrohung im Anfangsstadium erkennt, ist in der Lage, einen Angriff und gravierende Schäden für den Kritis-Anbieter und die gesamte Kommunikationskette abzuwenden.
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Einzelhandel unter Druck
Für IT-Reseller, Systemhäuser und Managed Service Provider bedeutet das: Die Nachfrage nach echter Beratungskompetenz war selten größer. Wer jetzt die Rolle des vertrauenswürdigen Partners einnimmt, positioniert sich langfristig – und schützt gleichzeitig eine Branche, die sich selbst kaum helfen kann.
Die Lage: ernst, aber lösbar
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die durchschnittliche Lösegeldforderung gegenüber Einzelhandelsunternehmen hat sich binnen eines Jahres auf 2 Millionen US-Dollar verdoppelt. Hinzu kommen durchschnittliche Wiederherstellungskosten von 1,65 Millionen Dollar. Gleichzeitig lag die Rate bei grundlegenden Schutzmaßnahmen wie regelmäßigen Backups auf dem niedrigsten Stand seit vier Jahren. Fast die Hälfte aller Angriffe führte zu Datenverschlüsselung, mehr als ein Viertel zu Datendiebstahl.
Das eigentliche Problem ist dabei weniger technischer Natur. Es ist ein Wissensproblem. Einzelhändler investieren zwar in Sicherheitslösungen, treffen dabei aber oft die falschen Entscheidungen, weil das nötige Fachwissen fehlt.
„Viele Handelsunternehmen haben keinen vollständigen Überblick über ihre eigene Sicherheitslage. Angreifer nutzen genau diese blinden Flecken aus“, sagt Stefan Fritz, Director Channel Sales EMEA Central bei Sophos. „Im Handel stehen naturgemäß Sortiment, Kundenerlebnis und operative Abläufe im Mittelpunkt. Umso wichtiger sind Partner, die Cyberrisiken kontinuierlich im Blick behalten.“
Eine weitere Zahl aus der Studie unterstreicht dieses Problem: mangelnde Fachkenntnisspielte hier in 45 Prozent der Angriffe eine Rolle – was dem höchsten Wert entspricht, der in irgendeiner der im State of Ransomware untersuchten Branchen festgestellt wurde.
Die Chance: Orientierung in einer komplexen Bedrohungslage
Genau hier liegt die Chance für den IT-Channel. Neben der Auswahl passender Sicherheitslösungen gewinnt für den Channel vor allem eines an Bedeutung: Orientierung. Dazu gehören individuelle Bedrohungsanalysen, das Sichtbarmachen von Sicherheitslücken und Empfehlungen für geeignete Schutzmaßnahmen – untermauert durch Daten und Erkenntnisse aus realen Angriffsszenarien.
Besonders vielversprechend sind dabei Managed Detection and Response (MDR)-Dienste. Sie schließen Sicherheitslücken, ohne dass Einzelhändler ihre IT-Strukturen grundlegend umbauen müssen. „Der Channel hat heute die Möglichkeit, über klassische Produktverkäufe hinauszugehen“, sagt Stefan Fritz. „Channel-Partner, die Händler mit fundierten Bedrohungsanalysen und Managed Security Services unterstützen, entwickeln sich vom Lieferanten zum strategischen Sicherheitsberater.“
Gerade im Einzelhandel, wo IT-Sicherheit häufig nicht zum Kerngeschäft gehört, wächst der Bedarf nach solchen Partnern, die Risiken einordnen und Sicherheitsstrategien mit Blick auf das jeweilige Geschäftsmodell entwickeln.
„Die Nachfrage ist da. Das Wissen ebenfalls. Jetzt geht es darum, beides zusammenzubringen.“
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Ransomware auf Speed ist die große Herausforderung für CISOs
Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Cyberbedrohungslandschaft nicht durch völlig neue Angriffsarten, sondern durch Skalierung, Geschwindigkeit und Präzision. Das bestätigen die Ergebnisse unseres neuen Sophos Active Adversary Report 2026. Angreifer nutzen KI als „Turbo“. Sie automatisieren bekannte Methoden wie Phishing oder Social Engineering und passen sie in Echtzeit an. In Folge stehen Unternehmen vor einer neuen Realität, in der Angriffe komplizierter zu erkennen sind und gleichzeitig schneller erkannt werden müssen.
KI ist Beschleuniger und kein Revolutionär
KI hat Cyberangriffe nicht neu erfunden, sondern ihre Ausführung optimiert. Statt handgefertigter Intrusionen dominieren heute automatisierte, adaptive Kampagnen, die auf bekannten Schwachstellen abzielen, darunter Identitäten, Zugriffslücken und Fehlkonfigurationen.
Der Active Adversary Report zeigt, dass beispielsweise die mittlere Verweildauer von Angreifern in Netzwerken bei nur noch drei Tagen liegt und Versuche, kritische Systeme wie Active Directory zu kompromittieren, oft innerhalb von Stunden erfolgen. KI verkürzt die Aufenthaltszeit der Cyberkriminellen, und damit auch die Reaktionszeit der Verteidiger, maßgeblich. Entscheidend ist also, wie gut Unternehmen auf diese schnellen Attacken vorbereitet sind. Zwei blinde Flecken bei Risiken durch KI-unterstütze Attacken werden von Unternehmen gerne unterschätzt.
An erster Stelle stehen die Gefahren durch eine fehlende Governance für nicht-menschliche Identitäten. Maschinenidentitäten – wie Service-Accounts oder API-Schlüssel – agieren rund um die Uhr, oft mit privilegiertem Zugriff, aber ohne klare Richtlinien. Wenn Zero Trust zwar für Nutzer und Geräte gilt, jedoch nicht für nicht-menschliche Identitäten, bleibt diese Angriffsfläche offen.
Die zweite große Gefahr liegt in den KI-Systemen selbst. Sie bieten eine zusätzliche Angriffsfläche. Zwar werden die KI-Plattformen wie andere Anwendungen auch gesichert und geschützt, jedoch werden oftmals die KI-spezifischen Risiken wie Prompt-Injection oder Datenmanipulation ignoriert.
Drei Strategien für CISOs im KI-Zeitalter
- Identitätsbasierte Erkennung: Anmeldeinformations- und Token-Missbrauch sind bereits Angriffe und nicht nur Indikatoren für eine bevorstehende Attacke. Unternehmen sollten die Transparenz und Sicherheit aller Arten von Identitäten priorisieren.
- Tiefere Telemetrie statt Tool-Vielfalt: Mehr Tools bedeuten nicht schnellere Reaktion. Ausschlaggebend ist die Korrelation und Anreicherung von Daten, um Angriffe in Echtzeit zu erkennen.
- Automatisierung mit klaren Grenzen: Reversible Maßnahmen – wie Token-Sperrung oder Geräteisolation – sollten automatisiert werden. Bei irreversiblen Entscheidungen bleibt der Mensch im Loop.
Die Geschwindigkeit ist entscheidet. Denn die größte Gefahr ist aktuell nicht die kreative Kraft der künstlichen Intelligenz in Händen der Bedrohungsakteure, sondern die Lücke zwischen Angriffs- und Abwehrgeschwindigkeit. Während Angreifer die KI nutzen, um die erste Phase ihres Angriffs – die Reconnaissancen – in Minuten durchzuführen und Angriffe zu optimieren, hinken viele Unternehmen aufgrund der fehlenden Vernetzung und Automatisierung ihrer Abwehrmechanismen hinterher. Die Bündelung in einem synchronisierten Cybersecurity-Ökosystem inklusive der effektiven KI-Nutzung auf Unternehmensseite kann „Ransomware auf Speed“ in die Grenzen weisen.
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Sophos Active Adversary Report 2026: Identitätsangriffe dominieren, KI sucht ihren Weg und Bedrohungsgruppen reiben sich gegenseitig auf
Zentrale Ergebnisse aus dem aktuellen Active Adversary Report:
- Eine Verlagerung von ausgenutzten Schwachstellen hin zu kompromittierten Anmeldedaten, wobei Brute-Force-Angriffe mit 15,6 Prozent als initiale Zugangsmethode fast gleichauf mit Exploits mit 16 Prozent liegen.
- Die durchschnittliche Verweildauer sank auf drei Tage. Dies ist auf mehr Effizienz der Angreifer, aber auch die schnellere Reaktion der Verteidiger zurückzuführen. Der Rückgang ist in MDR-Umgebungen besonders auffällig.
- Angreifer gelangen immer schneller zum Active Directory (AD). Hat es der feindliche Akteur ins Innere der Organisation geschafft, braucht er nur 3,4 Stunden, um den AD-Server zu erreichen.
- Ransomware-Angriffe finden hauptsächlich außerhalb der Geschäftszeiten statt. 88 Prozent der Attacken fanden zu den Schließzeiten der Unternehmen statt, ebenso wie 79 Prozent der Datenexfiltration.
- Ein Mangel an Telemetrie untergräbt die Verteidigung zusätzlich. Die Anzahl fehlender Protokolle aufgrund von Problemen bei der Datenspeicherung hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Dieser Anstieg ist vor allem auf Firewalls zurückzuführen, bei denen die Standardeinstellung für die Log-Dateien nur sieben Tage und in einigen Fällen sogar nur 24 Stunden betrug.
- Die Multifaktor-Authentifizierung ist bei vielen Unternehmen immer noch nicht als wichtiges Sicherheitselement angekommen. In 59 Prozent der Fälle mangelte es an MFA und erleichtert so den Missbrauch gestohlener und kompromittierter Zugangsdaten.
„Die beunruhigendste Erkenntnis des Reports hat sich bereits über Jahre hinweg entwickelt: Die Dominanz identitätsbezogener Ursachen für einen erfolgreichen ersten Zugriff. Kompromittierte Anmeldedaten, Brute-Force-Angriffe, Phishing und andere Taktiken nutzen Schwächen aus, die sich nicht einfach durch Patch-Hygiene lösen lassen. Organisationen müssen einen proaktiven Ansatz zur Identitätssicherung verfolgen“, mahnt John Shier, Field CISO und Hauptautor des Berichts.
Mehr Bedrohungsgruppen, größere Risiken
Die Sophos-Analysten beobachteten die höchste Anzahl an aktiven Bedrohungsgruppen, die jemals in der Geschichte des Active Adversary Reports aufgezeichnet wurde. Damit weitet sich die Bedrohungslandschaft insgesamt aus und es wird immer schwieriger, die kriminellen Aktivitäten zuzuordnen. Akira (GOLD SAHARA) und Qilin (GOLD FEATHER) waren die aktivsten observierten Ransomware-Gruppen, wobei Akira mit 22 Prozent der zugeordneten Vorfälle dominierte. Insgesamt tauchten 51 verschiedene Ransomware-Gruppen in allen Fällen auf, inklusive 27 wiederkehrende und 24 neue Gruppen. Nur vier Gruppen beziehungsweise Techniken bestehen dauerhaft seit 2020, dem ersten Jahr seit dem diese Daten im Active Adversary Report erhoben werden: LockBit, MedusaLocker, Phobos und der Missbrauch von BitLocker.
„Die Strafverfolgung sorgt weiterhin für Störungen im Ransomware-Ökosystem. Auch wenn wir immer noch Aktivitäten von LockBit sehen, sind dessen einstige Dominanz und Reputation eindeutig beeinträchtigt. Das bedeutet jedoch auch, dass eine Vielzahl an Gruppen um die Vorherrschaft wetteifern und dass wir viele neue aufstrebenden Gruppen sehen. Für die Verteidiger ist es wichtig, diese Dynamik und ihre TTPs zu verstehen, um die eigene Organisation bestmöglich zu schützen“, so Shier.
KI-Hype trifft auf Realität
Trotz weitverbreiteter Prognosen hat Sophos im vergangenen Jahr noch keinen Beweis für eine bedeutende, KI-getriebene Veränderung im Angreiferverhalten finden können. Während generative KI die Geschwindigkeit und Raffinesse von Phishing und Social Engineering ansteigen ließ, hat sie bislang noch keine grundlegend neue Angriffstechnik hervorgebracht.
„KI sorgt für mehr Umfang und Lärm, ersetzt aber noch keine Angreifer. Während generative KI in Zukunft der nächste Turbo sowohl für Angreifer als auch Verteidiger sein könnte, geht es heute noch immer um die Grundlagen: starker Identitätsschutz, zuverlässige Telemetrie und die Fähigkeit, schnell zu reagieren, wenn etwas schiefgeht“, so Shier.
Wichtige Erkenntnisse zur Verteidigung
Basierend auf den Ergebnissen des Active Adversary Reports 2026 empfiehlt Sophos Unternehmen fünf wichtige Schutzmaßnahmen:
- Phishing-resistente MFA bereitstellen und deren Konfiguration überprüfen
- Gefahr für die Identitätsinfrastruktur und der mit dem Internet verbundenen Dienste im Betrieb reduzieren
- Bekannte Schwachstellen unmittelbar patchen, besonders auf Edge-Geräten
- Mit MDR oder vergleichbaren Fähigkeiten für 24/7-Monitoring sorgen
- Sicherheitsprotokolle sichern und aufbewahren, um eine schnelle Entdeckung und Untersuchung zu unterstützen.
Für den Active Adversary Report 2026 wurden 661 IR- und MDR-Fälle zwischen 1. November 2024 und 31. Oktober 2025 analysiert. Die Angriffe betrafen Organisationen aus 70 Ländern und in 34 Branchen.
Den kompletten Active Adversary Report 2026 gibt es hier.
Sophos ist ein führender Anbieter im Bereich Cybersicherheit und schützt weltweit über 600.000 Unternehmen und Organisationen mit einer KI-gestützten Plattform und von Experten bereitgestellten Services. Sophos unterstützt Unternehmen und Organisationen unabhängig von ihrem aktuellen Sicherheitsniveau und entwickelt sich mit ihnen weiter, um Cyberangriffe erfolgreich abzuwehren. Die Lösungen von Sophos kombinieren maschinelles Lernen, Automatisierung und Echtzeit-Bedrohungsinformationen mit der menschlichen Expertise der Sophos X-Ops. So entsteht modernster Schutz mit einer 24/7 aktiven Erkennung, Analyse und Abwehr von Bedrohungen. Das Sophos-Portfolio beinhaltet branchenführende Managed Detection and Response Services (MDR) sowie umfassende Cybersecurity-Technologien – darunter Schutz für Endpoints, Netzwerke, E-Mails und Cloud-Umgebungen, XDR (Extended Detection and Response), ITDR (Identity Threat Detection and Response) und Next-Gen-SIEM. Ergänzt wird das Angebot durch Beratungs-Services, die Unternehmen und Organisationen helfen, Risiken proaktiv zu reduzieren und schneller zu reagieren – mit umfassender Transparenz und Skalierbarkeit, um Bedrohungen immer einen Schritt voraus zu sein. Der Vertrieb der Sophos-Lösungen erfolgt über ein globales Partner-Netzwerk, das Managed Service Provider (MSPs), Managed Security Service Provider (MSSPs), Reseller und Distributoren, Marketplace-Integrationen und Cyber Risk Partner umfasst. So können Unternehmen und Organisationen flexibel auf vertrauensvolle Partnerschaften setzen, wenn es um die Sicherheit ihres Geschäfts geht. Der Hauptsitz von Sophos befindet sich in Oxford, Großbritannien. Weitere Informationen finden Sie unter www.sophos.de.
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