Autor: Firma MDESIGN Vertriebsgesellschaft

Das Verspannungsschaubild nach VDI 2230 richtig verstehen

Das Verspannungsschaubild nach VDI 2230 richtig verstehen

 

Warum eine Grafik oft mehr aussagt als eine ganze Ergebnistabelle

Wer Schraubenverbindungen normgerecht nach VDI 2230 auslegt, stößt zwangsläufig auf das sogenannte Verspannungsschaubild. Für viele Konstrukteure gehört es zu den wichtigsten Darstellungen überhaupt, denn es übersetzt komplexe Berechnungsergebnisse in ein unmittelbar verständliches Bild.

Während Tabellen maximale Schraubenkräfte, Sicherheitsbeiwerte oder Restklemmkräfte ausweisen, zeigt das Verspannungsschaubild auf einen Blick, wie sich eine Verbindung unter Belastung tatsächlich verhält. Genau deshalb ist es seit Jahren ein zentrales Hilfsmittel für Konstruktion, Berechnung und technische Bewertung.

Was das Verspannungsschaubild sichtbar macht

Das Diagramm beschreibt die Kraftverhältnisse innerhalb einer Schraubenverbindung und zeigt, wie sich Schraubenkraft und Klemmkraft verändern, sobald äußere Belastungen auftreten.

Dadurch lassen sich entscheidende Fragestellungen schnell beantworten:

  • Reicht die vorhandene Vorspannkraft aus?
  • Wie stark baut sich die Klemmkraft unter Last ab?
  • Welche maximale Schraubenkraft tritt im Betrieb auf?
  • Bleibt ausreichend Restklemmkraft erhalten?
  • Wie groß sind die vorhandenen Sicherheitsreserven?

Gerade bei sicherheitsrelevanten Verbindungen wird damit sichtbar, ob eine Konstruktion dauerhaft innerhalb zulässiger Grenzen arbeitet.

Varianten vergleichen statt Zahlenkolonnen interpretieren

In der Praxis entstehen selten sofort optimale Schraubenverbindungen. Häufig werden verschiedene Varianten untersucht – beispielsweise andere Schraubengrößen, Festigkeitsklassen, Vorspannkräfte oder Klemmteilgeometrien.

Der direkte Vergleich von Verspannungsschaubildern bietet hier einen entscheidenden Vorteil. Unterschiede werden nicht nur rechnerisch erfasst, sondern grafisch sichtbar gemacht.

Konstrukteure erkennen unmittelbar:

  • welche Variante größere Sicherheitsreserven besitzt,
  • wie sich Änderungen der Vorspannkraft auswirken,
  • welche Verbindung robuster auf Laständerungen reagiert,
  • und wo kritische Bereiche entstehen können.

Damit wird die Schraubenauslegung von einer reinen Rechenaufgabe zu einem nachvollziehbaren technischen Entscheidungsprozess.

Bedeutung für Nachweisführung und Dokumentation

Neben der eigentlichen Auslegung gewinnt die Dokumentation technischer Entscheidungen zunehmend an Bedeutung. Gerade im Zusammenhang mit Audits, CE-Nachweisen oder der neuen EU-Maschinenverordnung müssen Berechnungen nicht nur korrekt sein, sondern auch nachvollziehbar dokumentiert werden.

Das Verspannungsschaubild leistet hierzu einen wichtigen Beitrag. Es macht komplexe Zusammenhänge verständlich und ermöglicht es auch fachfremden Beteiligten, konstruktive Entscheidungen nachzuvollziehen.

Damit wird die Grafik nicht nur zum Berechnungswerkzeug, sondern auch zu einem wesentlichen Bestandteil moderner technischer Dokumentation.

Standardisierte Nachweise statt individueller Excel-Lösungen

Noch immer werden viele Schraubenverbindungen mit individuellen Tabellen oder selbst entwickelten Rechenwerkzeugen bewertet. Solche Lösungen funktionieren häufig technisch, erschweren jedoch Vergleichbarkeit, Prüfbarkeit und langfristige Nachvollziehbarkeit.

Normbasierte Berechnungssysteme ermöglichen dagegen eine einheitliche Bewertung und verbinden die rechnerischen Ergebnisse direkt mit grafischen Auswertungen und automatisierten Dokumentationen.

Gerade bei komplexen Projekten schafft dies Transparenz und erleichtert die Kommunikation zwischen Konstruktion, Berechnung, Qualitätssicherung und Projektleitung.

Fazit

Das Verspannungsschaubild ist weit mehr als eine ergänzende Grafik. Es macht das mechanische Verhalten einer Schraubenverbindung sichtbar und unterstützt Ingenieure dabei, fundierte und nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen.

Wer Schraubenverbindungen nach VDI 2230 auslegt, bewertet und dokumentiert, erhält mit dem Verspannungsschaubild ein Werkzeug, das technische Zusammenhänge verständlich darstellt und die Qualität von Nachweisen nachhaltig verbessert.

Im vollständigen Fachartikel erfahren Sie, wie ein Verspannungsschaubild aufgebaut ist, welche Aussagen sich daraus ableiten lassen und wie Variantenvergleiche in der Praxis durchgeführt werden. Zusätzlich finden Sie Abbildungen, Dokumentationsbeispiele, grafische Auswertungen und weiterführende Erläuterungen zur Schraubenberechnung nach VDI 2230.

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Die neue DIN EN 1591-1:2026 verändert die Bewertung von Flanschverbindungen

Die neue DIN EN 1591-1:2026 verändert die Bewertung von Flanschverbindungen

 

Warum bestehende Nachweise neu betrachtet werden sollten

Flanschverbindungen übernehmen in Maschinen, Anlagen und Druckgeräten eine zentrale Aufgabe: Sie müssen dauerhaft dicht bleiben und gleichzeitig hohe mechanische Belastungen sicher aufnehmen. Gerade in sicherheitsrelevanten Anwendungen können fehlerhafte Auslegungen erhebliche wirtschaftliche und technische Folgen haben.

Mit der Veröffentlichung der DIN EN 1591-1:2026 wurde die etablierte Berechnungsnorm für Flanschverbindungen umfassend überarbeitet. Die grundlegende Methodik bleibt zwar erhalten, dennoch können identische Eingangsparameter heute zu deutlich anderen Ergebnissen führen als nach der bisherigen Ausgabe von 2014.

Was sich mit der neuen Norm ändert

Die überarbeitete Norm berücksichtigt aktuelle Erkenntnisse zur Bewertung von Dichtungsverhalten, Lastverteilung und Montageeinflüssen. Insbesondere die Berechnung von Hebelarmen, Lastverhältnissen und Vorspannkräften wurde angepasst.

Für Konstrukteure bedeutet das: Verbindungen, die nach DIN EN 1591-1:2014 noch als ausreichend bewertet wurden, können nach den neuen Bewertungsansätzen kritischer eingestuft werden. In einzelnen Fällen sind Nachrechnungen oder konstruktive Anpassungen erforderlich.

Dichtheit und Festigkeit gemeinsam betrachten

Die Herausforderung bei Flanschverbindungen besteht darin, nicht nur die Festigkeit einzelner Komponenten nachzuweisen, sondern das gesamte System aus Flansch, Dichtung und Schraubenverbindung zu bewerten.

Gerade im Umfeld der Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU und der Anforderungen an Emissions- und Leckagesicherheit gewinnt diese ganzheitliche Betrachtung zunehmend an Bedeutung. Moderne Berechnungsverfahren ermöglichen dabei eine deutlich realitätsnähere Bewertung der tatsächlichen Betriebsbedingungen.

Digitale Auslegung statt manueller Einzelberechnung

Neben den normativen Änderungen verändert sich auch die Art der Berechnung. 3D-gestützte Modellierung, automatisierte Dokumentation und die direkte Anbindung an CAD-Systeme beschleunigen die Auslegung komplexer Flanschverbindungen erheblich.

Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Nachvollziehbarkeit, Prüfbarkeit und Dokumentation – insbesondere bei Druckgeräten und sicherheitsrelevanten Anwendungen.

Fazit

Die DIN EN 1591-1:2026 ist mehr als ein gewöhnliches Normenupdate. Die überarbeiteten Bewertungsansätze können dazu führen, dass bestehende Flanschverbindungen unter neuen Gesichtspunkten betrachtet werden müssen. Für Konstrukteure und Berechnungsingenieure lohnt sich deshalb eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den Änderungen und deren Auswirkungen auf bestehende Nachweise.

Den vollständigen Fachartikel mit Berechnungsbeispielen, Vergleichsgrafiken, Bildern, Videos und allen technischen Details zur DIN EN 1591-1:2026 finden Sie auf unserer Website.

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Vom Assistenten zum Co-Engineer: Welche Rolle KI künftig im Engineering spielt

Vom Assistenten zum Co-Engineer: Welche Rolle KI künftig im Engineering spielt

Künstliche Intelligenz hat den Sprung von der Zukunftsvision in den industriellen Alltag längst geschafft. Während KI zunächst vor allem in Bereichen wie Datenanalyse, Automatisierung oder Softwareentwicklung eingesetzt wurde, erreicht sie zunehmend auch die Konstruktion und technische Berechnung. Für viele Unternehmen stellt sich inzwischen nicht mehr die Frage, ob KI im Engineering genutzt wird, sondern wie.

Dabei geht es längst nicht nur um Effizienzsteigerung. Die eigentliche Herausforderung vieler Entwicklungsabteilungen liegt an anderer Stelle: Technisches Wissen ist vorhanden, steht aber oft nicht genau dann zur Verfügung, wenn es benötigt wird.

Wenn Wissen zum Engpass wird

In der Praxis werden Berechnungsprogramme häufig projektbezogen genutzt. Zwischen zwei Anwendungen liegen nicht selten Wochen oder Monate. Viele Konstrukteurinnen und Konstrukteure kennen die Situation:

  • Welche Norm ist in diesem Fall anzuwenden?
  • Welche Randbedingungen müssen berücksichtigt werden?
  • Wie war der korrekte Berechnungsablauf?
  • Welche Sicherheitsnachweise sind erforderlich?

Selbst erfahrene Ingenieure investieren regelmäßig Zeit, um sich erneut in Methoden und Werkzeuge einzuarbeiten. Gleichzeitig verändert sich die Erwartungshaltung einer neuen Generation von Fachkräften. Wissen wird zunehmend situativ abgerufen, statt dauerhaft auswendig gelernt.

Hier entstehen neue Anforderungen an Engineering-Software: Sie soll nicht nur rechnen, sondern auch beim Verstehen, Einordnen und Anwenden unterstützen.

KI als Wissensschnittstelle

Genau an diesem Punkt setzen moderne KI-Assistenten an. Anders als klassische Hilfesysteme liefern sie keine statischen Handbuchseiten, sondern beantworten konkrete Fragen direkt im Arbeitskontext.

Anstatt Dokumentationen zu durchsuchen oder Kollegen zu konsultieren, erhalten Anwender unmittelbare Unterstützung zu Normen, Berechnungsmethoden oder Softwarefunktionen. Das reduziert Einarbeitungszeiten, beschleunigt Arbeitsabläufe und schafft Freiräume für die eigentliche Ingenieurarbeit.

Besonders interessant wird dieser Ansatz dort, wo komplexe Regelwerke wie die VDI 2230, FKM-Richtlinie oder Druckgerätenormen zur Anwendung kommen. Gerade hier können KI-gestützte Assistenzsysteme helfen, Zusammenhänge verständlicher zu machen und typische Fehlerquellen frühzeitig zu erkennen.

Wissenssicherung wird zum strategischen Thema

Neben der täglichen Unterstützung rückt ein weiterer Aspekt zunehmend in den Fokus: der Erhalt von Wissen innerhalb von Unternehmen.

Viele Engineering-Abteilungen stehen vor einem Generationswechsel. Wertvolle Erfahrungswerte verlassen mit ausscheidenden Mitarbeitenden häufig das Unternehmen. Gleichzeitig werden Produkte, Prozesse und Normen immer komplexer.

KI-Systeme eröffnen hier neue Möglichkeiten. Sie können dazu beitragen, vorhandenes Wissen strukturiert nutzbar zu machen und langfristig verfügbar zu halten. Damit entwickeln sich Assistenzsysteme von reinen Hilfswerkzeugen zu strategischen Instrumenten des Wissensmanagements.

Datensicherheit als entscheidender Faktor

Mit der zunehmenden Nutzung von KI wächst allerdings auch die Bedeutung von Datenschutz und Datenhoheit. Besonders in der Industrie spielen sensible Entwicklungsdaten, Berechnungsergebnisse und Konstruktionsinformationen eine zentrale Rolle.

Deshalb setzen viele Unternehmen auf KI-Lösungen, die innerhalb bestehender Engineering-Umgebungen betrieben werden und auf validierten technischen Daten basieren. Nur wenn Herkunft, Qualität und Nachvollziehbarkeit der Informationen sichergestellt sind, kann KI im technischen Umfeld dauerhaft Akzeptanz finden.

Die nächste Entwicklungsstufe: Der Co-Engineer

Aktuelle KI-Assistenten unterstützen vor allem bei Verständnisfragen, Normenrecherche und der Bedienung von Software. Die Entwicklung geht jedoch deutlich weiter.

Künftig werden Systeme nicht nur Fragen beantworten, sondern aktiv bei der Vorbereitung von Berechnungen unterstützen, geeignete Modelle vorschlagen, Ergebnisse interpretieren und Ingenieure bei Entscheidungsprozessen begleiten.

Der Schritt vom digitalen Assistenten zum digitalen Co-Engineer ist damit keine theoretische Zukunftsvision mehr, sondern zeichnet sich bereits heute ab.

Praxisbeispiel: aiven in MDESIGN

Wie ein KI-Assistent bereits heute in der technischen Berechnung eingesetzt wird, zeigt aiven, der neue KI-Assistent innerhalb von MDESIGN. Der Chatbot unterstützt Anwender direkt bei Berechnungen, Normen und methodischen Fragestellungen und wurde seit seiner Einführung bereits tausendfach genutzt.

Der vollständige Fachbeitrag zeigt die technologischen Grundlagen, konkrete Anwendungsbeispiele sowie die Perspektiven KI-gestützter Engineering-Prozesse.

Zum vollständigen Artikel: Wie aiven Konstrukteure im Alltag unterstützt und warum KI-Assistenten die Zukunft des Engineerings prägen

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Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU

Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU

Die Konstruktion von Druckbehältern für den europäischen Markt unterliegt klar definierten rechtlichen Rahmenbedingungen. Maßgeblich ist die Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU (DGRL), die sicherstellt, dass Druckgeräte einheitlich nach anerkannten technischen Regeln entwickelt und in Verkehr gebracht werden.

Für Hersteller bedeutet das: Berechnung, Werkstoffauswahl und Dokumentation müssen von Beginn an normkonform aufgebaut sein – nicht erst am Ende des Projekts.

Von der Einstufung zur normgerechten Auslegung

Am Anfang jedes Projekts steht die korrekte Einstufung des Druckgeräts anhand von Betriebsdruck, Volumen und Medium. Diese Kategorisierung bestimmt die weiteren Prüfschritte sowie Umfang und Tiefe der Dokumentationspflichten.

Für die konstruktive Auslegung sind insbesondere folgende Regelwerke maßgeblich:

  • AD 2000-Merkblätter
  • EN 13445 (unbefeuerte Druckbehälter)
  • EN 1591-1 für Flanschverbindungen

Dazu zählen unter anderem:

  • Wanddickenberechnungen nach AD 2000 oder EN 13445-3
  • Festigkeitsnachweise für Böden und Platten
  • Auslegung von Flanschverbindungen gemäß normativer Vorgaben

Diese Nachweise bilden die Grundlage für eine dauerhaft sichere Druckbeanspruchung.

Werkstoffauswahl und Materialnachweise

Neben der Berechnung spielt die Auswahl geeigneter Werkstoffe eine zentrale Rolle. Materialien müssen den normativen Anforderungen entsprechen, häufig dokumentiert durch Prüfbescheinigungen nach DIN EN 10204.

Eine strukturierte Materialdatenbasis erleichtert dabei die Auswahl und stellt sicher, dass Kennwerte korrekt und nachvollziehbar in die Berechnung einfließen.

Dokumentation als Teil der Konformitätsbewertung

Ein vollständiger Berechnungsbericht fasst Randbedingungen, Rechengänge, Ergebnisse und grafische Darstellungen zusammen. Diese Unterlagen sind nicht nur intern relevant, sondern werden im Rahmen der Konformitätsbewertung bei benannten Stellen oder Marktaufsichtsbehörden vorgelegt.

Mehrsprachige Dokumentationen unterstützen insbesondere international tätige Unternehmen bei der reibungslosen Kommunikation innerhalb des europäischen Marktes.

Fazit

Die Einhaltung der Druckgeräterichtlinie ist kein zusätzlicher administrativer Schritt, sondern integraler Bestandteil des Konstruktionsprozesses. Normgerechte Berechnungen nach AD 2000 und EN 13445, geprüfte Werkstoffe und strukturierte Dokumentation schaffen Rechtssicherheit und technische Verlässlichkeit.

Lesen Sie den vollständigen Fachartikel mit Praxisbeispiel, Berechnungsdetails und Hinweisen zur normkonformen Nachweisführung auf unserer Website:
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Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU: Anforderungen – MDESIGN

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Nachvollziehbare Berechnungen als Fundament technischer Qualität

Nachvollziehbare Berechnungen als Fundament technischer Qualität

Wenn ein Bauteil im Betrieb versagt, steht häufig eine zentrale Frage im Raum:
Wurde die Berechnung korrekt durchgeführt – und lässt sie sich objektiv nachvollziehen?

Genau hier beginnt das Thema Prüffähigkeit. Im Maschinenbau ist sie weit mehr als formale Dokumentationspflicht. Sie ist ein zentraler Bestandteil technischer Qualitätssicherung und entscheidet darüber, ob Konstruktionsentscheidungen auch Jahre später noch fachlich überprüft werden können.

Prüfbarkeit entsteht durch Struktur

Eine prüffähige Berechnung zeichnet sich durch vollständige, normgerechte und transparente Dokumentation aus. Dazu gehören:

  • vollständig erfasste Eingabedaten und Randbedingungen
  • klar dargestellte Berechnungsansätze
  • eindeutige Normverweise (z. B. VDI 2230, FKM, DIN EN, AD 2000)
  • nachvollziehbare Bewertung mit Sicherheitsbeiwerten

Erst wenn diese Elemente konsistent dokumentiert sind, wird aus einer Berechnung ein belastbarer technischer Nachweis. Das gilt gleichermaßen für Schraubenverbindungen, Druckbehälter, Wellen, Federn oder Schweißnähte.

Zwischen Qualitätssicherung und Audit

Prüffähigkeit begegnet Unternehmen täglich – in internen Reviews, bei Kundenfreigaben, ISO-9001-Audits oder CE-Bewertungen. Fehlende Zwischenwerte, unklare Einheiten oder nicht dokumentierte Annahmen führen schnell zu Rückfragen und Verzögerungen.

Eine strukturierte Nachweisführung schafft dagegen Vertrauen – intern wie extern. Sie reduziert Abstimmungsaufwand und sichert die technische Argumentation auch bei späteren Änderungen oder Reklamationen ab.

Normen als Grundlage

Regelwerke wie die VDI 2230, die FKM-Richtlinie oder die AD-2000-Merkblätter definieren klar, wie Berechnungen zu führen und zu dokumentieren sind. Wer diese Normen anwendet und die Ergebnisse strukturiert darstellt, erfüllt bereits wesentliche Anforderungen an Prüfbarkeit.

Mit Blick auf regulatorische Entwicklungen – etwa die neue EU-Maschinenverordnung 2023/1230 – gewinnt die nachvollziehbare Dokumentation zusätzlich an Bedeutung. Nachweise werden zunehmend Bestandteil rechtlich relevanter Unterlagen.

Digitale Unterstützung in der Nachweisführung

Moderne Berechnungssysteme ermöglichen heute eine systematische Dokumentation von Eingaben, Randbedingungen und Ergebnissen. Automatisch erzeugte, normkonforme Berichte in langzeitstabilen Formaten wie PDF/A unterstützen die Revisionssicherheit und Auditfähigkeit.

Prüffähigkeit ist damit kein zusätzlicher Aufwand, sondern das Ergebnis strukturierter digitaler Prozesse.

Fazit

Nachvollziehbare Berechnungen sind das Fundament technischer Qualität. Sie stellen sicher, dass Entscheidungen überprüfbar, reproduzierbar und normgerecht dokumentiert sind – heute und in Zukunft.

Lesen Sie den vollständigen Fachartikel mit Praxisbeispielen, Normverweisen und Handlungsempfehlungen auf unserer Website:
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Prüffähigkeit im Maschinenbau: Qualitätssicherung, Normen und Nachweisführung

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Neue EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230

Neue EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230

Am 20. Januar 2027 tritt die neue EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 vollständig in Kraft. Sie ersetzt die bisherige Maschinenrichtlinie 2006/42/EG – und verändert damit die regulatorischen Rahmenbedingungen im Maschinenbau grundlegend.

Im Unterschied zur bisherigen Richtlinie gilt die Verordnung unmittelbar und einheitlich in allen Mitgliedstaaten. Nationale Auslegungsspielräume entfallen. Was bisher „Stand der Technik“ oder „bewährte Praxis“ war, wird künftig verbindlicher Compliance-Maßstab.

Mehr als eine Formalie: Neue Anforderungen an Sicherheit und Nachweisführung

Während sich die alte Richtlinie stark auf mechanische Risiken konzentrierte, erweitert die neue Verordnung den Blickwinkel deutlich. Software-Komponenten, vernetzte Systeme und KI-gestützte Sicherheitsfunktionen werden ausdrücklich berücksichtigt. Die Sicherheit einer Maschine muss künftig über den gesamten Lebenszyklus gewährleistet sein – einschließlich Updates und Änderungen.

Besonders relevant für Konstruktion und Entwicklung ist Anhang IV der Verordnung. Dort werden die Inhalte der technischen Unterlagen konkretisiert. Hersteller müssen künftig unter anderem bereithalten:

  • Konstruktions- und Fertigungszeichnungen
  • Berichte und Ergebnisse von Berechnungen, Prüfungen und Inspektionen
  • eine dokumentierte Risikobeurteilung inklusive angewandter Normen

Diese Dokumente sind nicht länger interne Entwicklungsunterlagen – sie werden zu rechtlich relevanten Nachweisen gegenüber Marktaufsichtsbehörden.

Kurz gesagt: Nachvollziehbarkeit wird zur Compliance-Anforderung.

Indirekte Auswirkungen auf Zulieferer

Auch wenn Bauteile wie Wellen, Lager oder Schrauben formal nicht selbst unter die Verordnung fallen, entstehen mittelbare Verpflichtungen. Maschinenhersteller benötigen ab 2027 belastbare Nachweise ihrer Zulieferer – etwa Festigkeitsberechnungen, Werkstoffdaten oder Lebensdauerabschätzungen.

Diese Dokumente werden Bestandteil der CE-Dokumentation der späteren Maschine. Damit steigen die Anforderungen an Struktur, Normbezug und Prüffähigkeit technischer Berechnungen – auch bei Komponentenherstellern.

Digitalisierung ist ausdrücklich vorgesehen

Erstmals erlaubt die Verordnung ausdrücklich die digitale Bereitstellung technischer Unterlagen. Dokumentationen müssen jedoch speicherbar, druckbar und über mindestens zehn Jahre zugänglich sein.

In der Praxis bedeutet das:
Berechnungs- und Nachweisdokumentation wandert aus individuellen Excel-Dateien und Aktenordnern in strukturierte, revisionssichere Systeme.

Viele Unternehmen nutzen noch eigene Tabellenlösungen. Doch im Hinblick auf Auditfähigkeit, Versionierung und Reproduzierbarkeit stoßen solche Ansätze schnell an ihre Grenzen.

Jetzt ist die Übergangszeit

Auch wenn 2027 noch in einiger Entfernung scheint, erfordert die Anpassung von Berechnungsprozessen, Dokumentationsstandards und Risikobeurteilungen strategische Vorbereitung.

Unternehmen sollten bereits heute prüfen:

  • Sind Konstruktions- und Nachweisdokumente vollständig digital verfügbar?
  • Sind Berechnungsberichte normbasiert, reproduzierbar und prüffähig?
  • Wie werden Änderungen und Software-Updates dokumentiert?

Die neue Maschinenverordnung greift tief in bestehende Abläufe ein – bietet aber zugleich die Chance, Prozesse effizienter, transparenter und zukunftssicher zu gestalten.

Fazit

Die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 ist kein rein juristisches Thema. Sie verändert die Anforderungen an Konstruktion, Risikobeurteilung und Nachweisführung grundlegend und macht digitale Dokumentationsprozesse zum Standard.

Unternehmen, die ihre Berechnungs- und Dokumentationsprozesse frühzeitig anpassen, sichern nicht nur ihre Compliance, sondern schaffen auch strukturelle Vorteile in Qualitätssicherung und Entwicklung.

Lesen Sie den vollständigen Fachartikel mit detaillierter Einordnung, Praxisbeispielen und konkreten Handlungsempfehlungen auf unserer Website:
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EU-Maschinenverordnung 2027 – Änderungen & Pflichten für Konstrukteure

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Use Case – Wenn zwei Schrauben reichen, um eine Anlage stillzulegen

Use Case – Wenn zwei Schrauben reichen, um eine Anlage stillzulegen

In einer Chemieanlage führte der Bruch von lediglich zwei Schrauben zum ungeplanten Stillstand einer gesamten Antriebseinheit. Betroffen war die Kupplungsnabe einer Antriebswelle. Die M16-Schrauben der Festigkeitsklasse 8.8 wiesen typische Rastlinien auf – ein eindeutiges Indiz für einen Ermüdungsbruch.

Für den Betreiber war schnell klar: Die Verbindung musste vollständig und normgerecht nachgerechnet werden. Ziel war es, die tatsächlichen Einflussfaktoren zu identifizieren, die Versagensursache technisch sauber zu belegen und die Schraubenverbindung dauerhaft betriebssicher auszulegen.

Komplexe Randbedingungen – hohe Streuung der Vorspannkraft

Die Verbindung arbeitete in einem anspruchsvollen Umfeld:

  • Edelstahl-Schrauben in Kontakt mit Edelstahlbauteilen
  • wechselnde Temperaturen
  • variable Schmierbedingungen
  • aggressive Medien
  • Montage mit festem Drehmoment – ohne Kontrolle der realen Reibwerte

Gerade bei Edelstahlverbindungen können sich Reibwerte stark verändern. Die Folge: erhebliche Streuungen der erzielten Vorspannkraft. Und genau hier lag das Problem.

Ursachenanalyse nach VDI 2230

Zur systematischen Bewertung wurde der Schadensfall nach den Schritten der VDI 2230 analysiert. Dabei wurden unter anderem:

  • Betriebslasten aus Drehmoment und Umfangskraft bestimmt
  • die erforderliche Klemmkraft zur Sicherstellung des Reibschlusses ermittelt
  • Setzverluste und thermische Einflüsse berücksichtigt
  • die Vorspannkraft in Abhängigkeit der Reibwerte berechnet
  • der Dauerfestigkeitsnachweis für die höchst belastete Schraube geführt

Besonders kritisch war die parametrische Untersuchung des Reibwerts.

Parametrische Analyse – ein unterschätzter Einfluss

Bei identischem Anziehmoment von 120 Nm ergaben sich in Abhängigkeit vom Reibwert drastische Unterschiede:

  • bei µ = 0,08: ca. 68 kN Vorspannkraft
  • bei µ = 0,16: ca. 36 kN Vorspannkraft

Die erzielte Vorspannkraft variierte damit nahezu um den Faktor zwei – bei identischer Montageeinstellung.

Die Analyse zeigte: Mit einer realen Reibzahl um 0,16 wurde lediglich eine Vorspannkraft von rund 36 kN erreicht. Diese reichte nicht aus, um die exzentrischen Betriebskräfte sicher aufzunehmen. Die Schrauben wurden zusätzlich wechselnd auf Zug und Biegung beansprucht – die Spannungsamplitude überschritt die Dauerfestigkeit.

Das Ergebnis: vorzeitiger Ermüdungsbruch.

Von der Analyse zur belastbaren Lösung

Erst durch die systematische Berechnung konnten konstruktive und montagetechnische Maßnahmen gezielt bewertet werden. Dazu gehörten unter anderem:

  • Anpassung der Vorspannkraft
  • definierte Schmierung
  • Optimierung des Montageverfahrens
  • konstruktive Maßnahmen zur Reduktion von Querkräften

Die überarbeitete Verbindung wurde anschließend erneut überprüft und messtechnisch validiert. Die gemessenen Vorspannkräfte lagen nur 3 % vom berechneten Sollwert entfernt. Im weiteren Betrieb traten keine erneuten Schäden auf.

Relevanz für die EU-Maschinenverordnung 2027

Neben der technischen Optimierung spielt auch die Dokumentation eine entscheidende Rolle. Die vollständige, prüffähige Berechnung bildet bereits heute die Grundlage für die Nachweispflichten der neuen EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, die ab Januar 2027 verbindlich wird.

Gerade hier stoßen individuelle Excel-Berechnungen häufig an ihre Grenzen – sowohl in der Iteration als auch in der Prüffähigkeit.

Fazit

Der Fall zeigt eindrücklich, wie sensibel Schraubenverbindungen auf Streuungen der Reibwerte reagieren. Unkontrollierte Montagebedingungen können die Dauerfestigkeit deutlich unterschreiten – mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen.

Eine systematische, VDI-2230-konforme Analyse ermöglicht es, Risiken frühzeitig zu erkennen, technisch zu belegen und nachhaltig zu beheben.

Lesen Sie die vollständige Fallstudie mit Diagrammen, Berechnungsdetails und umgesetzten Optimierungsmaßnahmen auf unserer Website:
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Schraubenbruch an Kupplungsnabe – Ursachenanalyse nach VDI 2230

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MDESIGN 2026 ist veröffentlicht

MDESIGN 2026 ist veröffentlicht

Die neue Version MDESIGN 2026 steht ab sofort zur Verfügung. Das Release erweitert die etablierte Berechnungsplattform in mehreren zentralen Bereichen und setzt neue Impulse für normgerechte Auslegung, digitale Dokumentation und effiziente Entwicklungsprozesse.

Mit weltweit über 35.000 Anwenderinnen und Anwendern und mehr als 40 Jahren industriellem Einsatz zählt MDESIGN zu den führenden Lösungen für die Berechnung von Maschinenelementen. Die Version 2026 knüpft an diese Entwicklung an und integriert zahlreiche Erweiterungen, die direkt aus Anforderungen aus Konstruktion, Fertigung und Qualitätssicherung hervorgegangen sind.

Technische Highlights von MDESIGN 2026

Die neue Version umfasst unter anderem:

  • einen erweiterten 3D-Assistenten für eine noch intuitivere Modellierung in MDESIGN mechanical und MDESIGN bolt
  • einen KI-gestützten Assistenten zur Unterstützung bei der Wahl des optimalen Ausnutzungsgrads nach VDI 2230
  • automatisch generierte Montageblätter nach VDI 2230 Blatt 3 (Entwurf) für transparente und normgerechte Prozesse
  • neue Schraubentypen und erweiterte Datenbanken für praxisnahe Anwendungen
  • das zusätzliche Modul „O-Ring“ zur Berechnung nach ISO 3601-2
  • das neue Modul „Plankerbverzahnung“ für Hirth-, Couvic- und Zyklo-Palloid-Verzahnungen
  • das neue Dokumentationsformat MDESIGN doc mit integrierter Kommentarfunktion
  • den intelligenten Chat-Assistenten „aiven“
  • zahlreiche Usability-Optimierungen für effizienteres Arbeiten

Die Weiterentwicklungen zielen darauf ab, Berechnungen noch präziser, nachvollziehbarer und prüffähiger abzubilden – von der Auslegung über die Montage bis zur Dokumentation.

Mehr Transparenz im Engineering-Prozess

Ein besonderer Fokus der Version 2026 liegt auf der Verbesserung der Dokumentation und der Nachweisführung. Mit MDESIGN doc wird die technische Dokumentation flexibler und interaktiver. Ergänzende Kommentare, strukturierte Berichte und klare Darstellungen erleichtern die Abstimmung zwischen Konstruktion, Fertigung und Qualitätssicherung.

Auch die Integration KI-gestützter Funktionen markiert einen weiteren Schritt in Richtung datenunterstütztes Engineering.

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MDESIGN 2026 steht ab sofort als Testversion zur Verfügung.

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Live-Sessions mit VQWS-Experten erweitern das MDESIGN E-Learning zur VDI 2230

Live-Sessions mit VQWS-Experten erweitern das MDESIGN E-Learning zur VDI 2230

Mit der Einführung regelmäßig stattfindender Live-Sessions erweitert MDESIGN sein ZFU-zugelassenes E-Learning „Schraubenverbindung: Auslegung, Auswahl & Optimierung nach VDI 2230“ um ein interaktives Element mit hoher Praxisrelevanz. Ziel ist es, Ingenieurinnen und Ingenieuren nicht nur normatives Wissen zu vermitteln, sondern auch die sichere Anwendung im Projektalltag zu stärken.

Die neuen Sessions reagieren auf das Feedback zahlreicher Teilnehmender: Neben dem flexiblen Selbststudium wurde vor allem der Wunsch nach direktem fachlichem Austausch zu realen Konstruktions- und Berechnungsfragen geäußert.

Normverständnis vertiefen – Praxisfragen klären

In den Live-Sessions diskutieren Teilnehmende ihre individuellen Fragestellungen direkt mit VQWS-zertifizierten Schraubenexperten mit langjähriger Industrieerfahrung. Im Fokus steht die methodisch saubere Anwendung der VDI 2230 in realen Projekten – unabhängig von Softwaretools.

Behandelt werden unter anderem:

  • praxisnahe Berechnungs- und Auslegungsbeispiele
  • typische Grenz- und Sonderfälle
  • Interpretation normativer Anforderungen nach VDI 2230 Blatt 1
  • projektspezifische Fragestellungen aus dem Konstruktionsalltag

Der fachliche Austausch auf Augenhöhe ermöglicht es, theoretisches Wissen in belastbare, normkonforme Entscheidungen zu überführen.

Fokus auf Methode statt Tool

Das E-Learning ist bewusst softwareunabhängig konzipiert. Eine Installation oder Nutzung von MDESIGN ist nicht erforderlich. Im Mittelpunkt stehen Normverständnis, Berechnungsmethodik und die sichere Interpretation der VDI 2230 – zentrale Kompetenzen für alle, die Schraubenverbindungen verantwortungsvoll auslegen.

Mit der Integration der Live-Sessions ergänzt MDESIGN das bestehende E-Learning um einen entscheidenden Mehrwert: persönliche Interaktion, praxisnahe Vertiefung und fachliche Sicherheit.

Weitere Informationen zum E-Learning und zur Teilnahme an den Live-Sessions finden Sie hier:
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VDI 2230 E-Learning weiterentwickelt – MDESIGN

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Wenn 300 Grad und hoher Druck auf eine Schraubenverbindung treffen

Wenn 300 Grad und hoher Druck auf eine Schraubenverbindung treffen

Schraubenverbindungen an Turbinen gehören zu den sicherheitskritischsten Elementen eines Kraftwerks. Sie sichern Flanschverbindungen, halten Hochdruckgehäuse zusammen und müssen über viele Jahre hohen Innendrücken, thermischen Wechselbeanspruchungen und langen Betriebszeiten standhalten. Vorspannkraft, Werkstoffdehnungen, Setzverluste und Montageverfahren wirken unmittelbar auf die Betriebssicherheit ein. Bereits geringe Abweichungen können unter diesen Bedingungen zu schleichendem Klemmkraftverlust oder vorzeitigem Versagen führen.

Ein Praxisfall aus einem Gaskraftwerk verdeutlicht, wie sich thermische Einflüsse, Setzvorgänge und Montageeffekte nach VDI 2230 präzise bewerten lassen – und wie daraus belastbare Aussagen zur Betriebssicherheit einer hochbeanspruchten Schraubenverbindung abgeleitet werden können.

Ausgangssituation: Auffälligkeiten nach mehreren Betriebszyklen

Nach mehreren Lastzyklen traten an der Flanschverbindung eines Hochdruckturbinengehäuses Auffälligkeiten auf. Einzelne Schrauben zeigten reduzierte Vorspannkräfte, in zwei Fällen kam es zu einem Versagen. Die ursprüngliche Auslegung beruhte auf internen Werksnormen, jedoch nicht auf einer vollständigen Berechnung gemäß VDI 2230.

Um die Ursachen eindeutig zu identifizieren und die Verbindung dauerhaft betriebssicher auszulegen, entschied sich der Betreiber für eine vollständige technische Nachrechnung.

Betriebsbedingungen der Hochdruckverbindung

Die betrachtete Verbindung bestand aus einem zweiteiligen Hochdruckturbinengehäuse mit großflächiger Flanschverbindung.

Rahmendaten:

    32 × M24-Schrauben, Festigkeitsklasse 12.9
    Axiale Belastung durch Innendruck: ca. 80 kN je Schraube
    Betriebstemperatur: rund 300 °C
    Werkstoff des Gehäuses: G-X12CrMoWVNbN10-1-1

Bereits diese Parameter verdeutlichen die hohe Beanspruchung der Verbindung. Insbesondere die Temperaturdifferenz zwischen Montage- und Betriebszustand führt zu relativen Längenänderungen zwischen Schraube und Gehäuse – ein Effekt, der unmittelbar die Vorspannkraft beeinflusst.

Vorspannkraftermittlung nach VDI 2230

Die zulässige Montagevorspannkraft lag bei 349 kN, die angestrebte Zielvorspannung bei 310 kN. Damit bewegte sich die Verbindung im oberen, aber normkonformen Belastungsbereich. Diese hohe Vorspannkraft war erforderlich, um den Flansch unter Druck dauerhaft geschlossen zu halten.

Erst die vollständige Berechnung zeigte, wie stark einzelne Einflussgrößen tatsächlich wirken.

Temperaturabhängige Vorspannkraftverluste

Bei einer Temperaturdifferenz von rund 300 K ergab sich eine zusätzliche relative Längenänderung von etwa 0,18 mm zwischen Schraube und Gehäuse.

Dieser Wert führte bereits zu einem Vorspannkraftverlust von rund 15 Prozent – etwa 9 kN pro Schraube.

Gerade bei Hochtemperaturverbindungen zeigt sich die Sensitivität der Klemmkraft gegenüber thermischen Effekten. Ohne eine exakte Modellierung werden solche Verluste häufig unterschätzt.

Setzvorgänge als zusätzlicher Verlustmechanismus

Neben den thermischen Effekten beeinflusste das Setzverhalten der Flanschverbindung die Vorspannkraft. Die gussraue Oberfläche sowie eine funktionale Beschichtung führten zu Setzbeträgen zwischen 40 und 60 µm.

Die Folge waren weitere 5 bis 7 Prozent Vorspannkraftverlust.

In der Gesamtbetrachtung ergab sich ein resultierender Verlust von:

    FZ = 22.445 N

Die Kombination aus thermischer Ausdehnung und Setzen erklärte damit exakt die im Betrieb gemessenen Abweichungen der Klemmkräfte.

Festigkeitsnachweise der Schrauben

Nach vollständiger Berücksichtigung aller Einflüsse erfolgte die normgerechte Überprüfung der Schrauben gemäß VDI 2230.

Die Sicherheitsbeiwerte betrugen:

  • Sicherheit gegen Fließen: S_F = 2,71
  • Sicherheit gegen Dauerbruch: S_D = 1,25

Die Analyse machte deutlich, welche Randbedingungen optimiert werden mussten, um eine dauerhaft stabile und wirtschaftliche Lösung zu erreichen.

Software Softwarebasierte Berechnung und Prüffähigkeit mit MDESIGN bolt

Wie die vollständige VDI-2230-Berechnung softwaregestützt umgesetzt wurde, welche Optimierungen daraus abgeleitet wurden und welche wirtschaftlichen Effekte erzielt werden konnten, lesen Sie im vollständigen Anwenderbericht auf unserer Website – inklusive Diagrammen, Montageanweisungen und Dokumentationsbeispielen.

Zur kompletten Fallstudie ›

Über die MDESIGN Vertriebsgesellschaft mbH

Über die MDESIGN Vertriebs GmbH

Die MDESIGN Vertriebs GmbH mit Sitz in Bochum, Deutschland, ist ein führender Anbieter von Softwarelösungen für die normgerechte Berechnung und Auslegung von Maschinenelementen. Seit über 40 Jahren unterstützt MDESIGN Ingenieurinnen und Ingenieure in Konstruktion, Entwicklung und technischer Berechnung mit praxisorientierten und wissenschaftlich fundierten Lösungen.

Vom Standort Bochum aus betreut das Unternehmen Kunden im deutschsprachigen Raum sowie international über Partner- und Vertriebsstrukturen.

Das modulare Produktportfolio umfasst Berechnungslösungen für Schraubenverbindungen nach VDI 2230, Wellen und Achsen, Federn, Verzahnungen, Schweißnähte, Druckbehälter, O-Ringe sowie weitere Maschinenelemente gemäß nationalen und internationalen Normen. Ergänzend bietet MDESIGN Schulungen, Seminare und fachliche Beratung rund um methodisch fundierte Auslegung und technische Dokumentation an.

Die Tätigkeitsgebiete von MDESIGN liegen in der Entwicklung normkonformer Berechnungssoftware, der digitalen Dokumentation technischer Nachweise sowie der kontinuierlichen Weiterentwicklung moderner Engineering-Methoden. Ziel ist es, Unternehmen eine sichere, effiziente und wirtschaftliche Auslegung technischer Komponenten zu ermöglichen.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

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Ansprechpartner:
MDESIGN group Vertriebsteam
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E-Mail: vertrieb@mdesign.de
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