
Der Innovationsmotor läuft wieder – wenn wir ihn lassen
Deutschland steht an einem Wendepunkt. Während ein Start-up binnen Monaten zum Unicorn werden kann, dauert die Umsetzung einer KI-Strategie in etablierten Konzernen oft Jahre. Diese Diskrepanz zeigt, dass nicht die Technologie uns bremst – es ist unsere Mentalität. Die gute Nachricht: Künstliche Intelligenz bietet deutschen Unternehmen die Chance, ihre Innovationsführerschaft zurückzuerobern. Die Technologie ist da: AWS Bedrock, Microsoft Azure AI, all das funktioniert heute schon hervorragend. Die entscheidende Frage ist, wie wir diese Möglichkeiten in konkrete Geschäftsmodelle übersetzen.
Von der Dampfmaschine zur Denkmaschine
Was die Dampfmaschine für körperliche Arbeit war, ist KI heute für kognitive Prozesse. Ein führender deutscher Automobilhersteller nutzt bereits Large Language Models als intelligente Assistenten. Testingenieure, die früher tagelang komplexe Auswertungsformeln erstellten, erhalten heute binnen Minuten präzise Analysen ihrer Testdaten. Die KI versteht ihre Anfragen, interpretiert Informationen und liefert verwertbare Ergebnisse. Ein mittelständisches Bauunternehmen geht noch weiter. Mittels Drohnenaufnahmen und KI-gestützter Bildanalyse dokumentiert es automatisch den Baufortschritt von Infrastrukturprojekten. Wo früher Bauingenieure persönlich jede Baustelle inspizieren mussten, liefert die KI heute präzise Fortschrittsberichte in Echtzeit. Diese Beispiele kratzen nur an der Oberfläche dessen, was heute schon möglich ist und morgen zum Standard wird.
Der deutsche Perfektionismus als Chance
Deutsche Unternehmen haben einen entscheidenden Vorteil: Sie verstehen ihr Handwerk wie kein anderer. Wir wissen, wie man Maschinen baut, komplexe chemische Prozesse steuert oder Kraftwerke konstruiert. Dieses tiefe Fachwissen können wir nun mit KI augmentieren, um Produktionsprozesse zu optimieren und repetitive kognitive Arbeit zu automatisieren. Die wahre Stärke der KI liegt darin, dass sie uns zusätzliche „Denkkapazität“ verschafft. Deutsche Ingenieure können ihre Detailverliebtheit nun voll ausleben: Mit KI-Unterstützung lassen sich tausende Parameter gleichzeitig optimieren, für die früher schlicht die Zeit oder die Fachkräfte fehlten. Wo wir bisher Kompromisse machen mussten, können wir jetzt selbst das kleinste Detail unter die KI-Lupe nehmen. Die KI wird zum unverzichtbaren Werkzeug für deutsche Präzisionsarbeit.
Vom Workshop zur Wertschöpfung
Skaylink holt Unternehmen genau dort ab, wo sie stehen – und verbindet dabei deutsche Gründlichkeit mit agiler Innovation. Der Weg von der Idee zur Umsetzung folgt bei Skaylink einem bewährten Muster. Zunächst werden in interaktiven Workshops gemeinsam mit den Fachabteilungen konkrete Anwendungsfälle identifiziert. Dabei steht nicht die Technologie im Vordergrund, sondern die Frage, welche Geschäftsprozesse revolutioniert werden können. Die vielversprechendsten Ideen durchlaufen dann einen Proof of Concept in einem geschützten Rahmen, wo sich schnell zeigt, was funktioniert. Drei schnelle Versuche sind dabei besser als jahrelange Planung. Erfolgreiche Prototypen werden schließlich schrittweise, aber konsequent in die Unternehmensrealität überführt.
Deutschland kann KI – wenn es will
Die Beispiele zeigen, dass deutsche Unternehmen, die den Mut zur Veränderung aufbringen, mit KI ihre Wettbewerbsposition dramatisch verbessern können. Von der Prozessoptimierung über neue Kundenservices bis zur kompletten Neuerfindung von Geschäftsmodellen – die Möglichkeiten sind grenzenlos. Wir stehen erst am Anfang einer Entwicklung, die unsere Wirtschaft fundamental verändern wird. Die Frage ist nicht, ob KI kommt, denn sie ist schon da. Die Frage ist, wer sie nutzt, um die Zukunft zu gestalten. Deutschland hat alle Voraussetzungen, um im globalen KI-Rennen vorne mitzuspielen. Exzellente Fachkräfte, tiefes Domänenwissen und eine starke Industrie. Was es jetzt braucht, ist der Mut, gewohnte Pfade zu verlassen. Die Technologie wartet nicht. Die Konkurrenz auch nicht.
Skaylink bringt Europas beste Experten für Cloud-Lösungen und die digitale Transformation zusammen. Ihre Kunden bekommen Beratung, Schulungen und praktische Unterstützung, damit sie in jeder Phase ihrer Cloud-Reise das Beste aus den Cloud-Technologien herausholen können. www.skaylink.com
Contentway ist eine führende, preisgekrönte Content-Marketing-Agentur, die spezialisierte medienübergreifende Kampagnen erstellt. Die Kampagnen werden mit den führenden Tageszeitungen sowie online auf unseren Nachrichten- und Partner-Webseiten verbreitet.
Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die Inhalte unserer Kunden ihr Zielpublikum erreichen und beeinflussen. Um ein Maximum an Aufmerksamkeit und Ergebnissen zu erzielen, werden alle unsere Kampagnen von Grund auf mit einem hohen Maß an journalistischer Qualität und strengen redaktionellen Richtlinien erstellt. Alle Kampagnen werden von uns intern produziert und über führende europäische Medien wie Tageszeitungen, Zeitschriften und viele der führenden Nachrichten- und Branchen-Websites verbreitet.
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Neue Burg 1
20457 Hamburg
Telefon: +49 40 85 539 750
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E-Mail: mira.khanna@contentway.de
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CEOs übernehmen die Führung bei der KI-Transformation
Gleichzeitig stehen Unternehmen beim Einsatz von KI vor erheblichen Herausforderungen. Dazu zählen technologische Hürden bei der Integration von KI-Lösungen in bestehende Systeme, die Sicherstellung von Datenqualität und Datenschutz sowie die ethische Verantwortung bei automatisierten Entscheidungen. Die strategische Implementierung von KI erfordert daher eine sorgfältige Planung, die kontinuierliche Schulung der Mitarbeitenden und eine kritische Reflexion über den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Einfluss dieser Technologien.
Alan Flower ist Leiter der Ai Labs bei HCLTech. Er leitet die sechs globalen AI & Cloud Native Labs und treibt dort Innovationen sowie strategische Partnerschaften voran. Er unterstützt Unternehmen dabei, mit modernen KI-Lösungen ihre Geschäftsprozesse weiterzuentwickeln und neue Potenziale zu erschließen.
Alan, aus welchen Branchen kommen die Firmen, die bei HCLTech Unterstützung bei ihrer KI-Entwicklung suchen?
Was wir derzeit aus der Perspektive unserer weltweit sechs AI-Labs sehen, ist, dass die KI-getriebene Transformation in allen Branchen an Fahrt gewinnt. Besonders dynamisch zeigt sie sich im Gesundheitswesen, im Einzelhandel, in der Fertigung, bei Konsumgütern sowie bei Banken und Versicherungen. Überraschend schnell haben sogar eher „langsame“ Branchen wie Energie- oder Wasserversorger reagiert. HCLTech hat bereits über 700 KI-Projekte realisiert und mehr als 500 Kunden begleitet. Von dieser Erfahrung können Unternehmen profitieren, die ihre eigene Transformation vorantreiben wollen.
Welche spezifischen Herausforderungen oder Bedürfnisse haben diese?
Unternehmen brauchen zunächst eine stimmige Daten- und Cloud-Strategie sowie eine geeignete Infrastruktur. Wir helfen ihnen, die Möglichkeiten von KI konkret zu verstehen und zu bewerten. Viele setzen KI bereits ein und verzeichnen erste Verbesserungen bei Produktivität, Effizienz und Qualität. Führungskräfte haben meist eine klare Vision. Wir übersetzen diese in eine realisierbare Roadmap mit messbarem ROI.
Wie hilft HCLTech Unternehmen dabei, diese Visionen in konkrete Projekte umzusetzen?
HCLTech verfügt über eine Full-Stack-KI-Kompetenz – von Halbleitern und Hardware-Engineering über Infrastrukturen und Foundation Models bis hin zu Plattformen, Anwendungen und Beratung. Oft wissen Unternehmen, was sie erreichen möchten, tun sich aber mit der Umsetzung schwer. In unseren Labs zeigen wir konkrete Anwendungsfälle und setzen diese anschließend mit beschleunigtem Solution Engineering um. So lassen sich Ergebnisse, die früher Monate oder Jahre brauchten, heute in wenigen Wochen erzielen.
Wie wichtig sind Open-Source-Technologien und Standards für nachhaltige KI-Strategien?
Sehr wichtig. Unternehmen erwarten Flexibilität bei der Integration unterschiedlicher Lösungen, und Open-Source-Ansätze erleichtern dies. Wir entwickeln Anwendungen sowohl mit proprietären als auch Open-Source-Modellen von Anbietern wie OpenAI, AWS, Google und Meta. Ein neuer Schwerpunkt liegt auf „agentischer KI“, also autonomen Agenten, die mit Mitarbeitenden zusammenarbeiten. Offene Standards wie das Agent-to-Agent-Protokoll (A2A) sind entscheidend, damit Lösungen verschiedener Anbieter nahtlos zusammenspielen.
Wie helfen Partnerschaften dabei, Ziele schneller zu erreichen?
Eines habe ich früh in meiner Karriere gelernt: Wer schnell sein will, muss Partnerschaften eingehen. Das gilt besonders im Bereich KI. Dank enger Partnerschaften mit führenden Unternehmen wie Google, Nvidia oder OpenAI haben wir frühzeitigen Zugang zu neuen Technologien und können diese zügig in Projekten einsetzen. Das verschafft unseren Kunden einen klaren Vorteil. In Kombination mit unserer Erfahrung aus hunderten KI-Projekten setzen wir neue Lösungen schneller und zielgerichteter um.
Welchen Rat würden Sie CEOs geben, die eine KI-Transformation vorantreiben?
KI ist keine reine Technologiefrage, sondern eine Aufgabe für das gesamte Unternehmen. Erfolgreiche CEOs konzentrieren sich auf Prozesse mit dem größten Einfluss auf Umsatz und Wachstum, insbesondere in Vertrieb und Marketing, wo KI die Conversion Rate steigern und Ergebnisse messbar verbessern kann. Gleichzeitig müssen Leitplanken für verantwortungsvolle KI und Datenschutz gesetzt werden. Die Entwicklung beschleunigt sich spürbar. CEOs sollten jetzt handeln und KI zum Kern ihrer Unternehmensstrategie machen.
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Das Agentic Age of AI
Herr Würtz, Fsas Technologies Private GPT ermöglicht es generative KI sicher in Unternehmen zu nutzen. Was unterscheidet es von Diensten wie ChatGPT?
Der zentrale Unterschied zu Diensten wie ChatGPT ist das Prinzip der Souveränen KI. Es umfasst technologische, operative, Daten- und normative Souveränität – also die Fähigkeit, eigene ethische und rechtliche Regeln für KI durchzusetzen. Für Unternehmen ist besonders die Datenhoheit entscheidend: Während bei öffentlichen Diensten Dritte Daten extern verarbeiten, erfolgt bei Private GPT die gesamte Verarbeitung in der IT-Infrastruktur des Kunden. So verlassen sensible Informationen nie das Unternehmen – ein entscheidender Faktor im datensensiblen europäischen Markt.
Sprechen wir vom „Agentic Age of AI“. Was verbirgt sich dahinter?
Das „Agentic Age of AI“ beschreibt die Entwicklung von Sprachmodellen zu einer Architektur, in der spezialisierte KI-Agenten intelligent zusammenarbeiten, um komplexe Aufgaben autonom zu lösen. Im Kundenservice können Agenten etwa eine Reklamation in Minuten bearbeiten: Ein Dialog-Agent erfasst das Problem, ein Diagnose-Agent prüft Garantie und Fehlerursache, ein Logistik-Agent organisiert Abholung und Ersatzteil, während ein Kommunikations-Agent den Kunden informiert. Diese Arbeitsteilung auf Basis spezifischen Domänenwissens erhöht die Präzision und minimiert „Halluzinationen“.
Wie profitieren Unternehmen konkret?
Sie profitieren vor allem durch deutliche Effizienzsteigerung. KI-Agenten entlasten Mitarbeiter von repetitiven Analysen, indem sie z. B. IoT-Daten auswerten oder Informationen bei der RPA-Integration validieren. So können sich Angestellte auf höherwertige Aufgaben konzentrieren. Zudem sind Kosten planbar, da nicht pro Abfrage abgerechnet wird. Und im Fehlerfall können Agenten den Regelbetrieb schneller wiederherstellen als ein Mensch.
Wie gewährleisten Sie die Sicherheit?
Sicherheit hat oberste Priorität. Wir gewährleisten sie durch robuste Frameworks, starke End-to-End-Verschlüsselung und, wichtig, granulare Datenzugriffsrechte bis auf Benutzerebene. Dieser präzise Zugriff macht das Training von Modellen mit Unternehmensdaten überflüssig und erhöht zugleich die Energieeffizienz. Da die Verarbeitung ausschließlich lokal auf angepassten Modellen erfolgt, sichern wir nicht nur die Compliance, sondern stärken auch das Vertrauen in die KI-Ergebnisse.
Welchen strategischen Vorteil sehen Sie für europäische Unternehmen?
Private GPT ist ein strategischer Schritt, der Unternehmen ermöglicht, generative KI zu nutzen, ohne Datenhoheit aufzugeben. Es ist der Schlüssel, um digitale Transformation und Wettbewerbsfähigkeit voranzutreiben und dabei höchste Datenschutz- und Compliance-Standards zu erfüllen. Unternehmen können das „Agentic Age of AI“ sicher und datenschutzkonform in der eigenen Infrastruktur gestalten.
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Mit KI die Zukunft der Luftfahrt gestalten
Im Gespräch mit Christian Ritter, Head of Product und Manuel van Esch, Geschäftsführer bei zeroG. Die Tochtergesellschaft der Lufthansa Systems entwickelt datengetriebene, KI- und maschinelle Lernlösungen in der Luftfahrt, die Airlines Wettbewerbsvorteile bringen, Kosten senken und Prozesse optimieren.
Herr van Esch, Herr Ritter, wo sehen Sie aktuell den größten Hebel, um die Bodenprozesse am Flughafen besser zu gestalten?
Van Esch: Viele Flughafenprozesse sind noch analog, vorhandene digitale Lösungen oft isoliert und nicht vernetzt. Der entscheidende Hebel liegt in der datengetriebenen Transparenz. Dazu kommt die KI, die Datenströme zusammenführt, Muster bzw. Musterabweichungen erkennt und so den Turnaround proaktiv steuern kann. Genau darauf baut unser Projekt „seer“ auf, lokal und einzigartig hier in Hessen entwickelt.
Ritter: Die seer Airport Intelligence Suite, die wir als Lösung zusammen mit dem Flughafen Frankfurt und der Lufthansa-Gruppe entwickelt haben, ist eine kamerabasierte Computer-Vision-Lösung, die KI nutzt, um Echtzeitdaten voll automatisiert von Flugzeugpositionen zu erfassen und zu analysieren. Jeder Schritt der Flugzeugabfertigung, vom Andocken der Fluggastbrücke bis zur Gepäckverladung und Betankung, wird von Kameras erfasst. Die KI versieht die Abläufe automatisiert mit Zeitstempeln, sodass ein einheitliches transparentes Lagebild aller Bodenprozesse entsteht. Digitale Assistenten ersetzen fehleranfällige Telefonketten, Ausnahmesituationen werden vorhergesagt und die Prozesssicherheit wird maßgeblich erhöht. Am Flughafen Frankfurt haben wir seer erfolgreich eingeführt und erwarten eine Einsparung von bis zu fünf Minuten pro Turnaround. Durch seer sind Flughäfen der Zukunft nicht mehr auf reaktive Lösungen angewiesen, sondern können operative Herausforderungen proaktiv behandeln und abmindern. Unsere Technologie erlaubt es, dass diese für jeden Flughafen, der seinen Turnaround-Prozess filmen kann – selbst unter suboptimalen Bedingungen, wie niedrig stehende Sonne, Nebel, Vereisungen, Schneefall und Starkregen, funktioniert.
Welche weiteren KI-Initiativen treiben Sie bei zeroG voran, um den Luftverkehr zukunftsfähiger zu machen?
Ritter: Neben Computer-Vision gibt es bei uns weitere Projekte, die sich mit dem Einsatz von KI in der Luftfahrt beschäftigen, wie im Ressourcenmanagement oder in der Netzwerkplanung zur besseren Auslastung der Flotte. Über moderne Technologien, wie Reinforcement-Learning-Modelle, schaffen wir Lösungen, um beispielsweise Bodenfahrzeuge, Crews oder Gate-Zuweisungen effizienter zu disponieren.
Van Esch: Heute arbeiten wir mit Observing AI, die Daten sammelt sowie Generative AI, die nicht nur beobachtet, sondern aus diesen Datenergebnissen neues Wissen zu schafft. Aktuell entwickeln wir eine Agentic AI System Intelligence, die den Menschen als Sparring-Partner unterstützt: Sie spielt Szenarien durch, bewertet Handlungsoptionen und setzt im Rahmen klarer Leitplanken eigenständig Entscheidungen um. Der Mensch behält jederzeit die Kontrolle – er kann eingreifen, Aufgaben delegieren oder bei komplexen Fällen gezielt Feedback geben. Mir ist wichtig zu betonen: KI bedeutet mehr als Kostensenkung. Ihr eigentliches Potenzial liegt darin, völlig neue Abläufe und Prozesse zu schaffen, die den Luftverkehr nachhaltig verändern können. Investitionen sollten daher nicht nur am ROI gemessen, sondern als langfristiger Gewinn für Kunden und Mitarbeitende verstanden werden.
Weitere Informationen unter: www.zerog.aero
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Deutschland braucht ein neues Mindset – Go-Live vor Powerpoint
Deutschland glänzt im Labor – und verliert im Markt.
Als CEO eines führenden europäischen Technologieunternehmens sehe ich es jeden Tag: Wir sind Weltmeister im Erfinden, in Forschung und Prototypen. Aber wir scheitern viel zu oft daran, daraus marktfähige Produkte und echte Scaleups zu machen. Exzellente Wissenschaft und starke Startups sind vorhanden – doch es fehlt die Marktdurchdringung.
Die KI-Entwicklung legt diese Schwäche schonungslos offen: Deutschland und Europa leiden an einer Skalierungslücke. Und die ist kein Technologie-, sondern ein Kultur- und Strukturproblem. Zu viele Silos zwischen Forschung, Wirtschaft und Regulierung verhindern das Zusammenspiel. Ideen versanden, weil Übersetzer fehlen, die Innovationen in Geschäftsmodelle und Märkte überführen. Und weil Wagniskapital und echte Wachstumsbereitschaft nach wie vor rar sind.
AI als Brennglas für Deutschlands Skalierungsschwäche
Während Deutschland bei Wachstumsfinanzierung, Cloud-Nutzung und KI-Diffusion stockt – nur rund 45 Prozent der Unternehmen nutzen Cloud, gerade einmal 13,5 Prozent setzen KI ein – treiben USA und China die Skalierung konsequent voran.
• USA: Customer-First-Mentalität, hohe Cloud-Reife und der Staat als „First Customer“ sorgen dafür, dass Prototypen rasch in Produktion gehen.
• China: verzeichnet die stärksten GenAI-Nutzungszuwächse, beschleunigt mit standardisierten Workflows und mas-siver Industriepolitik die Verbreitung neuer Technologien.
Europa dagegen:
• Spätphasen-Finanzierungen für AI-Start-ups fehlen, während die USA Milliarden in Series B und C investieren.
• Die Compute-Infrastruktur wächst zu langsam; Projekte wie EuroHPC sind ambitioniert, aber noch nicht breit verfügbar.
• Im Enablement klafft eine Lücke: In jedem dritten Unternehmen nutzen Mitarbeitende GenAI mit privaten Accounts außerhalb der Firmen-IT – ein Indiz für fehlende Tools und Governance.
• Nur 41 Prozent berichten von positivem AI-ROI; Compliance wird oft als Bremse genannt.
• Viele setzen aus Datenschutz- und Kostengründen auf On-Premise-Lösungen –langsam, teuer, innovationsfeindlich.
• Das Ergebnis: Innovationen bleiben in der Warteschleife.
Von Projekten zu Produkten – Führungskräfte müssen vorangehen
Deutschland braucht den Wechsel vom Projekt- zum Produktdenken. AI darf kein Insellabor bleiben, sondern muss industrialisiert werden – mit MLOps, Wiederverwendungsplattformen und souveräner Cloud.
• Outcome statt Aufwand: Unternehmen müssen Ergebnisse liefern, keine Stundenzettel. Beschaffung sollte an messbaren Outcomes ausgerichtet sein.
• Mindset & Verantwortung: Firmen brauchen klare Go-Live-Quoten und P&L-Verantwortung für AI-Lösungen. Risiko wird mit Standards gemanagt – nicht durch Vermeidung blockiert.
• BizTech-Squads als Standard: Gemischte Teams aus AI-Engineers, Product Ownern und Branchenexperten bringen Innovation in die Skalierung.
• Kompetenz & Vertrauen: Bürgerinnen und Bürger sowie Beschäftigte müssen befähigt und ermutigt werden, vertrauenswürdige AI-Lösungen aktiv nachzufragen. Adoption entsteht durch Skills, Transparenz und Kennzeichnung.
• Politik als Enabler: Ein starkes Digitalministerium kann mit mittelstandstauglicher Infrastruktur, moderner Beschaffung und einem öffentlichen KPI-Board Tempo geben. Aber: Die Verantwortung liegt zuerst bei uns Unternehmen – nicht in Berlin oder Brüssel.
Europa wird nicht an Ideen scheitern, sondern an Konsequenz.
Wenn wir die Skalierungslücke schließen wollen, brauchen wir weniger Leuchttürme und mehr „AI als Produkt“.
Meine Erwartung:
• In 100 Tagen zählen Go-Lives statt Power-Points.
• In 12 Monaten skaliert mindestens ein AI-Produkt pro Kernbereich.
• In zwei Jahren ist Ergebnisverantwortung für AI so selbstverständlich wie Budgetverantwortung.
Das ist machbar. Und es ist überfällig.
Mehr Informationen: www.soprasteria.de
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PPWR-Konformität leicht gemacht Klarheit, Kosten- und Zeitersparnis
Herr Bagri, was bedeutet die PPWR für Hersteller und Produzenten und wie unterstützt PackIntelx dabei?
Gerade sind viele Unternehmen dabei, die PPWR überhaupt zu verstehen und zu prüfen, ob oder inwieweit ihre Verpackungen betroffen sind. Doch im zweiten Schritt müssen sie sich darum kümmern, konkrete Lösungen dazu zu implementieren. Um genau diese Prozesse zu erleichtern und die enormen Umstellungs- und Beratungskosten zu senken, haben wir PackIntelx gegründet. Mit unserem digitalen Tool kann man zum einen das gesamte Verpa-ckungsportfolio einfach und schnell nach PPWR prüfen und Compliance-Lücken erkennen, zum anderen direkt in die Umsetzung gehen, mit Hilfe unseres Fachwissens und unseres umfassenden Netzwerks in der Kreislaufwirtschaft. Über unsere Plattform können auch die nötigen Konformitätserklärungen und Dokumentationen für alle Verpackungen erstellt werden.
Wie sieht die operative Unterstützung konkret aus?
Unser Angebot reicht von Sortier- und Recyclingtests sowie Pilotprojekten in großtechnischen Anlagen gemeinsam mit Industriepartnern, über die Analyse und Zertifizierung der Wiederverwertbarkeit bis hin zur Beschaffung recycelter Inhalte und der Entwicklung innovativer Recyclinglösungen. Wir sind europaweit aktiv, wenn es darum geht, Rezyklate und recyclingfähige Materialien zwischen Recyclern, Verarbeitern und Markeninhabern zu vermitteln. Daher wissen wir von der Basis, was PPWR-konforme Verpackungen tatsächlich erfüllen müssen. Und damit bilden wir die ambitionierten Ziele der PPWR genau ab: nachhaltige Lösungen im großen Maßstab zu ermöglichen.
Was würden Sie betroffenen Unternehmen jetzt raten?
Selbst, wenn die PPWR verschoben wird, sollten sich Unternehmen heute schon konkret vorbereiten, vor allem bei der Digitalisierung ihrer Daten, um Kosten zu reduzieren und Zeit zu sparen.
Das Team von PackIntelX vereint digitale Innovationskraft mit tiefgreifender Expertise in der Recycling- und Verpackungsbranche – mit einer Mission: Eine All-in-One-Plattform, die regulatorische Anforderungen in effiziente Prozesse übersetzt – für maximale Kosten- und Zeitersparnis und messbare Fortschritte in der Kreislaufwirtschaft. www.packintelx.com
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Verteidigung ist der beste Angriff
In den vergangenen Jahrzehnten haben sich asymmetrische Konflikte als prägende Form der Kriegsführung etabliert. Schon Clausewitz sagte: "Die Verteidigung ist eine stärkere Form des Kampfes als der Angriff."
Gerade im digitalen Raum zeigt sich jedoch ein entscheidender Unterschied: Cyberangriffe lassen sich vergleichsweise einfach durchführen, während ihre Abwehr weitaus komplexer und ressourcenintensiver ist. Diese Asymmetrie macht deutlich, dass souveräne Lösungen und eine strategische Vorbereitung nicht nur wünschenswert, sondern notwendig sind, um Sicherheit und Handlungsfähigkeit zu gewährleisten.
Herr Geese, was bedeuten asymmetrische Konflikte in Bezug auf Cybersicherheit?
Cyberangriffe werden maßgeblich durch Asymmetrie, Kosten und Entdeckbarkeit begünstigt: Angreifer müssen lediglich eine einzelne Schwachstelle ausnutzen, während Verteidiger alle potenziellen Lücken schließen müssen, was die Angreifenden klar im Vorteil sieht. Gleichzeitig sind Angriffe deutlich kostengünstiger durchzuführen als eine umfassende Verteidigung. Hinzu kommt, dass Angriffe oft aus dem Hinterhalt erfolgen: Selbst, wenn Angreifer lokalisiert werden, ist ein direktes Eingreifen meist schwierig. In einem Umfeld, in dem Angriffe einfach und günstig sind, verschiebt sich das Kräfteverhältnis stark zugunsten der Angreifer, und durch den Einsatz von KI als Angriffswerkzeug wird diese Bedrohung noch verstärkt.
Was können wir dagegen tun?
Zunächst die gute Nachricht: Die meisten Sicherheitslücken sind bekannt, und wer sie schließt, ist schon gut geschützt. Ein aktuelles Beispiel: Westliche Sicherheitsbehörden warnten gemeinsam per Brandbrief vor der chinesischen Angreifergruppe „Salt Typhoon“, die weltweit Organisationen gefährdete. Der Angriff nutzte jedoch nur eine Kombination seit Jahren bekannter Schwachstellen. Unsere Kunden waren geschützt, weil wir rechtzeitig vor genau diesen Lücken warnen konnten.
Die oft zitierten Zero-Day-Schwachstellen sind dagegen extrem selten und teuer zu entwickeln. Auch hier gilt: Ein gut geprüftes und sicher konfiguriertes System ist nicht leicht zu kompromittieren. Was wir tun können, ist daher klar: Systeme regelmäßig prüfen und sicher konfigurieren.
Wird die Lage durch KI sicherer oder gefährlicher?
KI ist keine Science-Fiction. Sie findet sowohl in der Gegenwart statt und ist gleichzeitig nur konventionelle Hardware und Software – von Menschen entwickelt, zumindest heute noch. Daher müssen wir die Frage nach Sicherheit heute mit „beides“ beantworten. Ein großes Problem ist, dass heutige KI-Systeme ohne Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten entwickelt wurden. Sie können sowohl mit KI-gesteuerten als auch konventionellen Methoden angegriffen werden und sind nicht in der Lage, sich ausreichend selbst zu schützen. Die Verteidigung von KI muss daher derzeit größtenteils auf herkömmlichen Methoden beruhen.
Anders verhält es sich im Verteidigungsbereich: So nutzt das Luftabwehrsystem Iron Dome seit etwa 2014 KI-Funktionen, die mittlerweile entscheidend dazu beitragen, über 90 Prozent der anfliegenden Raketen abzufangen. In der Informationstechnologie ist dies noch nicht möglich und wird es vielleicht auch nicht werden. Deshalb müssen wir uns bei der Sicherheit stark auf Nicht-KI-Systeme verlassen. KI kann jedoch unterstützen, indem sie Routineaufgaben übernimmt, Sicherheitslösungen effizienter macht und Agenten bei ihrer Arbeit entlastet.
Wie unterstützt Greenbone Unternehmen hinsichtlich ihrer Verteidigung?
Wir finden die Schwachstellen, bevor sie von Angreifern ausgenutzt werden können. Einerseits gilt das für die direkten Angriffe, aber auch für die, die zum Beispiel über Phishing ins Netzwerk der Kunden getragen werden. Jeder Angriff nutzt bestehende und bekannte Schwachstellen aus. Wir unterstützen bei der Priorisierung und bei der Behebung, und das auch in sehr großen Netzen mit einigen zehntausend Geräten. Das können wir sowohl im Unternehmen, in der Industrie, aber auch in Bereichen mit besonders hohen Sicherheitsanforderungen. Im europäischen Markt hilft besonders, das wir Unterstützung auch in der jeweiligen Landessprache anbieten können, durch unsere Tochterunternehmen in Italien, Benelux und Großbritannien.
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Europas Weg zur digitalen Unabhängigkeit
Europa hat mit Regularien wie DSGVO, NIS2 oder DORA bereits wichtige Schritte gesetzt. Doch Vorschriften allein reichen nicht aus, um Abhängigkeiten zu überwinden. Stormshields Botschaft an Politik und Wirtschaft ist daher eindeutig: Digitale Souveränität darf nicht länger nur diskutiert, sondern muss konsequent umgesetzt werden. Investitionen in eigene Technologien, die Förde-rung von Start-ups und die Bindung von Talenten an Europa sind entscheidend. Nur, wenn bei sensiblen Infrastrukturen ausschließlich zertifizierte europäische Lösungen genutzt werden, kann Europa verhindern, zum Spielball fremder Interessen zu werden.
Genau hier setzt Stormshield an. Das europäische Unternehmen, eine 100-prozentige Tochter des Airbus-Konzerns, entwickelt seit über 20 Jahren Lösungen für Netzwerksicherheit, Endpoint-Schutz und Datenverschlüsselung. Mit 500 Mitarbeitenden in Forschung, Ent-wicklung und Support ist Stormshield heute einer der führenden europäischen Anbieter von Cybersicherheitslösungen, die in zahlreichen Behörden, kritischen Infrastrukturen sowie Unternehmen aus Industrie und Verteidigung im Einsatz sind.
Das Besondere: Stormshield kombiniert Leistungsfähigkeit mit zertifizierter Sicherheit. Produkte wie Firewalls, Endpoint-Schutz oder Verschlüsselungslösungen durchlaufen Prüfverfahren führender Behörden wie ANSSI, CCN, ENISA oder BSI. In Deutschland profitieren Kunden zudem vom Abkommen zwischen BSI und ANSSI, das die gegenseitige Anerkennung von Sicherheitszertifizierungen sicherstellt. Damit erhalten Organisationen Vertrauen und können sich auf geprüfte Technologien verlassen, die frei von Backdoors sind. Eine zweistufige Firewall-Architektur, volle Transparenz des Quellcodes und regelmäßige Robustheitstests garantieren, dass Sicherheit nicht einmalig überprüft, sondern über den gesamten Lebenszyklus gewährleistet wird.
Stormshield versteht digitale Souveränität als ganzheitliches Konzept. Daten bleiben innerhalb europäischer Rechtsräume, Abhängigkeiten von außereuropäischen Anbietern sinken, und Schutzmechanismen sichern Systeme vom ersten Roll-out bis zum letzten Update. Gleichzeitig arbeitet Stormshield aktiv in europäischen Cybernetzwerken mit, um Standards, Zertifizierungen und Innovation voranzutreiben. Dieser Ansatz zeigt: Unternehmen und Behörden müssen sich nicht zwischen Performance und Kontrolle entscheiden – beides lässt sich vereinen.
Damit positioniert sich Stormshield als Partner für staatliche Institutionen, kritische Infrastrukturen oder privatwirt-schaftliche Akteure, denn digitale Souveränität ist kein abstraktes Ziel, sondern ein zentrales Geschäftskriterium: Sie entscheidet darüber, ob Organisationen auch in Zeiten geopolitischer Unsicherheit flexibel, sicher und unabhängig handeln können. Stormshield liefert da-für nicht nur Technologie, sondern auch Haltung – europäisch, werteorientiert und zukunftsgerichtet.
Als zuverlässiger Akteur in Sachen Cybersicherheit bietet Stormshield Unternehmen auf der ganzen Welt eine seriöse europäische Alternative, wenn es um den Schutz von kritischen Infrastrukturen, sensiblen Daten und Betriebsumgebungen geht. www.stormshield.com
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SAP-Security: Die unterschätzte Blackbox in der IT-Sicherheitsarchitektur
Besonders unterschätzt werden Schwachstellen im Berechtigungsmanagement, unzureichende Nut-zer-Sensibilisierung sowie eine fehlende durchgängige Sicherheitsarchitektur, die vom Security Design über sichere Konfiguration bis hin zu Code Security und Monitoring reicht. Um SAP-Systeme effektiv abzusichern, braucht es einen ganzheitlichen, proaktiven Ansatz und ein Umdenken in der Sicherheitsstrategie aller Unternehmen. Denn die Hersteller und Betreiber von Systemen und Appli-kationen sind NICHT für die IT-Sicher-heit der Unternehmen verantwortlich.
Oliver Villwock, Consulting Director mit Schwerpunkt auf SAP-Security bei cbs Corporate Business Solutions, und Robert Stricker, Abteilungsleiter Security Consulting der MATERNA, sprechen im Interview über die Dringlichkeit, die unternehmenseigenen Kronjuwelen besser abzusichern – und sich um die SAP-Sicherheit zu kümmern.
Herr Villwock, Herr Stricker, SAP- Systeme gelten vielen als Blackbox. Wie könnte man Licht in diese Blackbox bringen?
Villwock: Für effektive SAP-Sicherheit braucht es drei Dinge: Transparenz durch spezialisierte Tools, fundiertes SAP-Know-how zur Einordnung von Risiken und daraus abgeleitete wirksame Schutzmaßnahmen.
Stricker: Zusätzlich muss geklärt sein, wer für SAP-Security eigentlich verantwortlich ist. Dann muss das Management SAP als sicherheitskritisch anerkennen, denn kritische Geschäftsprozesse hängen oft direkt von SAP ab, werden sicherheitstechnisch aber unzureichend berücksichtigt.
Wie lässt sich die SAP-Security in bestehende Strukturen integrieren?
Villwock: SAP-Security muss auf Governance-Ebene starten, verankert in der IT-Security-Policy mit klaren Zuständigkeiten und Kommunikationswegen. Operativ braucht es Transparenz, um Altlasten in Konfiguration und Design schrittweise zu beheben. Eine realistische, extern begleitete Roadmap sorgt für nachhaltige Sicherheit ohne Überforderung von Budget und Organisation.
Stricker: Unternehmen sollten SAP konsequent in bestehende Security-Prozesse integrieren, mit klaren Verantwortlichkeiten, fundierter Risikoanalyse und Einbindung unter anderem in Patch-, Change- und Incident-Management. SAP-Security ist Teil der Gesamtstrategie, kein Sonderfall.
Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten ersten Schritte für Unternehmen, die SAP-Security ernst nehmen wollen?
Villwock: Ein klares Assessment ist der erste Schritt: Wo stehen wir? Was haben
wir? Wer ist wofür verantwortlich? Ohne Bestandsaufnahme fehlt die Grundlage für jede sinnvolle Planung. Durch S/4-Transformation, Cloud-Migration und neue Architekturen entsteht die Chance, Security von Anfang an neu zu denken. Wer jetzt richtig handelt, verhindert den nächsten Security-Stau.
Wie sehen Sie denn die Entwicklung in den nächsten Jahren? Wird SAP-Security jetzt endlich zur Priorität werden?
Stricker: Es muss! Laut NIS2-Richtlinie müssen kritische Geschäftsprozesse geschützt werden, und da führt (fast) kein Weg an SAP vorbei. SAP steuert zentrale Abläufe, teils nicht nur in der IT, sondern auch in OT-Bereichen.
Villwock: SAP beinhaltet die Kronjuwelen von Unternehmen. Wer SAP-Security nicht ernst nimmt, gefährdet die Resilienz seines Unternehmens. Jetzt zu handeln ist unerlässlich, sonst wird es in Zukunft teuer und riskant.
Was ist Ihre Mission in diesem Bereich?
Stricker: Berührungsängste abbauen. SAP wird in Sachen Informationssicherheit oft wie eine Blackbox behandelt, die keiner versteht. Das führt zu Unsicherheit und Stillstand. Unsere Mission ist es, genau hier anzusetzen: SAP darf kein blinder Fleck bleiben, denn die Risiken sind aufgrund der Kritikalität der verarbeiteten Daten hoch. SAP abzusichern und zu überwachen ist jedoch keine Raketenwissenschaft.
Villwock: Unsere Mission ist klar: Kunden helfen, Transparenz zu schaffen und SAP-Security nachhaltig, effizient, vorausschauend und zukunftssicher umzusetzen. Der Markt ist überladen mit Tools, aber es fehlt fundierte Beratung, die Tools, Prozesse und Menschen sinnvoll verbindet. Genau da setzen wir an.
cbs | Corporate Business Solutions ermöglicht globalen Marktführern, ihren Vorsprung durch erstklassige, innovative Unternehmenslösungen auszubauen. www.cbs-consulting.com
Materna entwickelt digitale Lösungen, die intuitive Technologien wie smarte Benutzeroberflächen und Automatisierung nutzen, um Prozesse zu optimieren und den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. www.materna.de
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Cyberabwehr auf realer Bedrohungsbasis
Im Gespräch: Marc Lenze, IT-Security Business Development Lead und Timo Sablowski, Principal IT- Security Consultant vom Individualsoftware-Entwickler codecentric AG. Der Hidden Champion aus Solingen ist in den vergangenen 20 Jahren zu einem Beratungshaus mit 650 Beschäftigten an 13 Standorten deutschlandweit gewachsen und hilft Unternehmen, ihre IT- und OT-Infrastrukturen effektiv vor aktuellen Cyberbedrohungen zu schützen.
Herr Lenze, Herr Sablowski, warum ist der Threat-Informed Defense-Ansatz (TID) der nächste logische Schritt in der modernen Cyberabwehr?
Marc Lenze (ML): Eine zentrale Herausforderung bei der Cyberabwehr ist die enorme Vielfalt möglicher Angriffspunkte, mit denen sich Angreifer Zugriff auf Unternehmensdaten verschaffen können. Eine vollständige Absicherung aller Szenarien ist für Mittelständler mit vertretbarem Aufwand nicht realistisch und wirtschaftlich kaum darstellbar. Unser Ansatz funktioniert daher schrittweise: Wir betrachten zunächst die Außensicht in Form einer individuellen Bedrohungsanalyse (Heatmap) basierend auf aktuellen branchenspezifischen, geschäftsmodell- und standortbe-zogenen Faktoren sowie öffentlich und nicht öffentlich verfügbaren Informationen aus der IT-Security-Forschung.
Danach folgt die Innensicht des Unternehmens. Beide Perspektiven werden zusammengeführt, um zusammen mit dem Kunden einen individuellen, sinnvoll priorisierten Maßnahmenplan zu entwickeln, der mit vertretbarem finanziellem und personellem Aufwand umsetzbar ist. Dabei unterscheiden wir klar zwischen „nice to have“ und dringend notwendigen Implementierungen – mit dem letztendlichen Ziel, ein Sicherheitsniveau zu erreichen, das sowohl das Unternehmen resilienter aufstellt als auch den möglicherweise geplanten Abschluss einer Cyberversicherung erleichtert.
Warum reicht eine Zertifizierung wie ISO allein nicht aus?
Timo Sablowski (TS): Zertifizierungen sind oft sehr papiergetrieben. Dabei werden in erster Linie umfangreiche Listen zum Abhaken einzelner Anforderungen aus Compliance-Sicht verwendet. Häufig wird dabei vergessen, die Maßnahmen im Tagesgeschäft wirklich umzusetzen und auch deren Wirksamkeit unter realen Bedingungen zu prüfen. Genau hier setzt unser Ansatz an: Wir reichern den Risikomanagementprozess um reale Bedrohungslagen an. Unser Ansatz ergänzt dabei abstrakte Anforderungen der Regularien (z. B. Schutz gegen Malware-Angriffe) um eine aktuelle und reale Sicht auf individuelle Bedrohungen. Es braucht aber beide Elemente: Standards wie eine ISO 27001 und den TID-Ansatz, der auf realen Bedrohungsszenarien basiert und unter anderem auch Erkenntnisse aus digitaler Forensik und Incident Response einfließen lässt. Präventive IT-Sicherheit muss von vielen Seiten erfolgen, damit sie wirklich funktioniert.
Gehören dazu auch die Simulationen von Angriffsszenarien?
ML: Die besten IT-Sicherheitsmaßnahmen nützen nichts, wenn sie nicht regelmäßig auf einen realen Prüfstand gestellt und aktualisiert werden. Ein Maßnahmenplan muss zwingend regel-mäßige Notfallübungen enthalten. Diese sind jedoch wenig wirksam, wenn zuvor keine grundlegenden IT-Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt wurden. Wichtig ist dabei, dass alle Mitarbei-tenden – nicht nur die IT-Abteilung – die aktuelle und zukünftige Bedrohungslage im Arbeitsalltag verankern. All diese Faktoren unterstützt TID, da es jedem Unternehmen eine Methodik zur Entwicklung eines priorisierten und kosteneffizienten Maßnahmenplans an die Hand gibt, um Schritt für Schritt die IT-Sicherheit zu erhöhen.
Mehr Informationen über codecentric unter: www.codecentric.de/…
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