
Erst vergessen, dann rückwärts: Was aus dem Barrierefreiheitsgesetz wurde, als alle wegschauten
Genau das ist das Problem. Der Index für digitale Barrierefreiheit (IfDB) hat über die vergangenen Monate die Startseiten von 7.085 deutschen Unternehmen verfolgt. Das Ergebnis: In dem Moment, in dem die Aufmerksamkeit verschwand, verschwand auch der Fortschritt. Der Durchschnitt steht nahezu still. Und mehrere Hundert Websites sind sogar schlechter geworden, eine davon um 25 Punkte, von nahezu vorbildlich auf klar mangelhaft.
Der 30-Sekunden-Test
Ob das die eigene Einkaufswelt betrifft, lässt sich in einer halben Minute herausfinden. Auf barrierefreiheitsindex.org genügt es, die Adresse einer Website einzugeben. Der Test prüft sie gegen die zentralen Kriterien der WCAG 2.2 und liefert sofort einen Wert zwischen 0 und 100.
„Tippen Sie die Adresse Ihres Lieblingsshops ein", sagt Thomas Huhn, Gründer von accessibleAI. „Wenn das Ergebnis unter 80 liegt, würden Sie als blinder Mensch dort sehr wahrscheinlich nicht durch den Kaufprozess kommen. Das ist dann keine Statistik mehr. Das ist Ihr Samstagvormittag."
Wer hinsieht, liefert
Eine Gruppe bildet die Ausnahme: Branchen, die ohnehin unter regulatorischer Beobachtung stehen, ziehen davon. Der Gesundheitssektor und die Apotheken führen das Ranking mit je 87,4 Punkten an, gefolgt von Bildung (86,9), Finanzen und Versicherungen (je 86,8) sowie dem öffentlichen Sektor (86,7). Am unteren Ende stehen die verbrauchernahen Online-Shops: Mode und Möbel (je 82,2), Beauty (83,1) und der klassische E-Commerce (83,6).
„Ein Gesetz wirkt nicht, weil es in Kraft tritt, sondern weil jemand hinschaut", so Huhn. „Wo eine Aufsicht existiert, bewegt sich etwas. Wo die öffentliche Aufmerksamkeit weg ist, kommt der Stillstand, und manchmal der Rückschritt. Die eigentliche Nachricht nach einem Jahr BFSG ist nicht, dass das Gesetz versagt hätte. Sondern dass unsere Aufmerksamkeit es getan hat."
Im Jahr 2027 soll die Marktüberwachung der Länder ihre systematischen Prüfungen aufnehmen. Bis dahin bleibt die Frage, ob ein Online-Angebot zugänglich ist oder nicht, vor allem eine Sache derer, die es täglich erleben: der rund 13 Millionen Menschen mit einer anerkannten Behinderung in Deutschland. Sie suchen nicht nach dem Gesetz. Sie stoßen jeden Tag an seine ungelösten Lücken.
Über den Index für digitale Barrierefreiheit
Der IfDB analysiert aktuell 7.085 Unternehmenswebsites aus 30 Branchen anhand automatisierter WCAG-2.2-AA-Konformitätsprüfungen. Geprüft wird die jeweilige Startseite. Die Bewertung erfolgt auf einer Skala von 0 bis 100 und wird monatlich aktualisiert. Eine vollständige Aussage zur BFSG-Konformität eines gesamten Online-Angebots ist damit nicht verbunden. Methodik und Branchenergebnisse sind unter barrierefreiheitsindex.org öffentlich einsehbar.
Über accessibleAI
accessibleAI prüft, überwacht und verbessert die digitale Barrierefreiheit von Websites. Alle Daten werden DSGVO-konform auf deutschen Servern verarbeitet. Der Index für digitale Barrierefreiheit (IfDB) ist das erste unabhängige, datenbasierte Ranking der digitalen Barrierefreiheit deutscher Websites und umfasst über 7.000 Unternehmen aus 30 Branchen. Sitz: München, gegründet 2024.
accessibleAI ist eine KI-gestützte Compliance-Plattform für digitale Barrierefreiheit mit Sitz in München. Die Software erkennt, repariert und überwacht WCAG-Konformität automatisiert — ohne Eingriff in den Quellcode bestehender Websites. Alle Daten werden DSGVO-konform auf deutschen Servern (Frankfurt, ISO 27001) verarbeitet. Das Unternehmen wurde 2025 gegründet und betreibt mit dem Index für digitale Barrierefreiheit (IfDB) das erste unabhängige, datenbasierte Ranking der digitalen Barrierefreiheit deutscher Websites.
accessibleAI SmartCompliance GmbH
Altheimer Eck 5
80331 München
Telefon: +49 (89) 41434227
http://www.accessibleai.eu
Geschäftsführer
Telefon: 08941434227
E-Mail: th@accessibleai.eu
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„Zwei Klicks, dann scheitert man.“ — Was 5.588 deutsche Online-Auftritte über digitale Teilhabe verraten
So sieht digitale Teilhabe in Deutschland im Mai 2026 aus, fast ein Jahr nach Inkrafttreten des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes.
Das Gesetz
Seit dem 28. Juni 2025 gilt in Deutschland das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Unternehmen müssen ihre digitalen Angebote so gestalten, dass auch Menschen mit Behinderungen sie selbstständig nutzen können. Das betrifft Menschen, die blind sind, eine Sehbehinderung haben, gehörlos sind oder nur eingeschränkt motorisch arbeiten können. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 100.000 Euro. In Deutschland leben rund 13 Millionen Menschen mit einer anerkannten Behinderung.
Der Index
Der Index für digitale Barrierefreiheit (IfDB) der Münchner accessibleAI SmartCompliance GmbH prüft automatisiert, wie zugänglich deutsche Unternehmenswebsites sind. Geprüft wird gegen den internationalen Standard WCAG 2.2 AA. Das ist eine Sammlung von 55 Regeln, auf die auch das BFSG verweist. Sie betreffen unter anderem Bildbeschreibungen, Tastaturbedienbarkeit, Farbkontraste und verständliche Formulare. Jede Website erhält einen Score zwischen 0 und 100.
Der Befund
In der zweiten Auswertung sind 5.588 Unternehmenshomepages geprüft. Der Durchschnitt liegt bei 85 Punkten. Jede vierte Homepage im Online-Handel erreicht weniger als 80 Punkte. Auf diesem Niveau scheitern Menschen mit Behinderungen ohne Hilfe regelmäßig.
Eine Branche zeigt aber: Es geht. Die Apothekenbranche, im April-Bericht noch unter den Problemfällen, liegt im Mai bei 86,2 Punkten und damit über dem Gesamtschnitt. Der Online-Marktführer der Versandapotheken erreicht 96 Punkte.
Am unteren Ende: Mode (Ø 81,9), Möbel (Ø 82,2), Beauty (Ø 83,0). Auch in diesen Bottom-Branchen liegen die Spitzenwerte bei rund 95 Punkten, die Tiefstwerte bei rund 65. Diese Spannweite zeigt: Hohe Werte sind innerhalb derselben Branche erreichbar.
„Apotheken haben Rezept-Upload, Beipackzettel und Versandlogistik. Technisch nicht einfacher als ein Mode-Shop", sagt Thomas Huhn, Gründer von accessibleAI. „Die Apothekenbranche hat sich gefragt, wie ein blinder Patient seine Medikamente bestellt. Shops in anderen Branchen stellen sich diese Frage offenbar nicht mit der gleichen Ernsthaftigkeit."
Was der Index nicht beantwortet
Geprüft wird nur die Startseite, also die digitale Eingangstür. Eine vollständige BFSG-Bewertung würde auch Produktseiten, Warenkorb, Login und Bezahlung umfassen. Diese Bereiche prüft der Index nicht. Wer auf der Startseite scheitert, hat ein offensichtliches Problem. Wer dort gut abschneidet, hat noch keinen Beweis für den Rest seiner Website erbracht.
Der Index ist auf barrierefreiheitsindex.org öffentlich einsehbar. Unternehmen, die nicht erfasst sind, können dort eine kostenlose Erstanalyse starten.
accessibleAI ist eine KI-gestützte Compliance-Plattform für digitale Barrierefreiheit mit Sitz in München. Die Software erkennt, repariert und überwacht WCAG-Konformität automatisiert — ohne Eingriff in den Quellcode bestehender Websites. Alle Daten werden DSGVO-konform auf deutschen Servern (Frankfurt, ISO 27001) verarbeitet. Das Unternehmen wurde 2025 gegründet und betreibt mit dem Index für digitale Barrierefreiheit (IfDB) das erste unabhängige, datenbasierte Ranking der digitalen Barrierefreiheit deutscher Websites.
accessibleAI SmartCompliance GmbH
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0 Prozent Compliance: Große KI-Analyse deckt das Barrierefreiheits-Desaster im deutschen Web auf
Die Kernergebnisse:
- 5.432 Websites aus 30 Branchen wurden anhand der vom Gesetzgeber definierten 55 WCAG-2.2-AA-Kriterien automatisiert geprüft.
- Keine einzige der 5.432 Websites (0 %) erreicht die gesetzlich geforderte volle Punktzahl von 100 – der gemessene Bestwert liegt bei 98 Punkten.
- 4.231 Websites (78 %) liegen unterhalb der 90-Punkte-Marke und verfehlen die gesetzlichen Mindestanforderungen fundamental.
- Der Durchschnitts-Score über alle Branchen hinweg liegt bei lediglich 85 Punkten.
Hohes rechtliches und finanzielles Risiko
Dieser flächendeckende Verstoß ist kein Kavaliersdelikt: Unternehmen riskieren nach dem aktuellen BFSG nicht nur Bußgelder von bis zu 100.000 Euro, sondern sehen sich durch ein neues Verbandsklagerecht zunehmend der Gefahr von Abmahnungen ausgesetzt. Gleichzeitig schließen sie rund 13 Millionen Menschen mit Behinderungen in Deutschland vom digitalen Konsum aus.
Branchenunterschiede: Ausgerechnet der Handel versagt
Ausgerechnet die verbrauchernahen Branchen, auf die das Gesetz explizit abzielt, bilden das Schlusslicht: Der E-Commerce (insbesondere Mode und Lebensmittel), die Reise- und Tourismusbranche sowie der Gesundheitssektor liegen am unteren Ende des Rankings. Deutlich besser aufgestellt sind Kultureinrichtungen, Versicherungen und der Bildungssektor – also Bereiche, die traditionell stark reguliert sind oder aus dem öffentlichen Sektor stammen.
Methodik
Der IfDB basiert auf der Tranco-Liste, einer anerkannten, quelloffenen Rangliste der meistbesuchten Websites weltweit. Die identifizierten deutschen Domains werden vollautomatisch geprüft und nach Branchen klassifiziert.
„Unsere Daten zeigen eindeutig: Die deutsche Wirtschaft verschläft die digitale Inklusion auf breiter Front", sagt Thomas Huhn, Gründer und Geschäftsführer von accessibleAI. „Viele Unternehmen hoffen offenbar, dass das neue Gesetz nicht streng kontrolliert wird. Das ist ein fataler und teurer Irrtum."
Kostenloser Zugang und Live-Test
Der Index wird monatlich aktualisiert und ist öffentlich einsehbar unter barrierefreiheitsindex.org. Unternehmen können dort nicht nur den aktuellen Status und den zeitlichen Verlauf ihres eigenen Barrierefreiheits-Scores abrufen, sondern auch in Echtzeit eine kostenlose Erstanalyse ihrer Website durchführen lassen, falls sie noch nicht im Ranking erfasst sind.
accessibleAI ist eine KI-gestützte Compliance-Plattform für digitale Barrierefreiheit mit Sitz in München. Die Software erkennt, repariert und überwacht WCAG-Konformität automatisiert — ohne Eingriff in den Quellcode bestehender Websites. Alle Daten werden DSGVO-konform auf deutschen Servern (Frankfurt, ISO 27001) verarbeitet. Das Unternehmen wurde 2025 gegründet und betreibt mit dem Index für digitale Barrierefreiheit (IfDB) das erste unabhängige, datenbasierte Ranking der digitalen Barrierefreiheit deutscher Websites.
accessibleAI SmartCompliance GmbH
Altheimer Eck 5
80331 München
Telefon: +49 (89) 41434227
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