Digitaler Produktpass: CIO und CDO müssen jetzt die Datenbasis schaffen
Mit den am 3. November 2026 startenden Lehrgängen zum Chief Information Officer (CIO) und Chief Digital Officer (CDO) bereitet pörtner consulting Führungskräfte darauf vor, die dafür erforderlichen technischen und organisatorischen Strukturen aufzubauen. Ergänzt werden die Lehrgänge durch den CIO VISION DAY am 20. April 2027.
Der Digitale Produktpass wird zur digitalen Identitätskarte eines Produkts
Die seit dem 18. Juli 2024 geltende europäische Ecodesign for Sustainable Products Regulation – kurz ESPR – schafft den rechtlichen Rahmen für neue Ökodesign- und Informationsanforderungen. Die Verordnung erfasst grundsätzlich nahezu alle physischen Waren auf dem europäischen Markt, wobei einzelne Produktbereiche ausgenommen sind.
Ein wesentlicher Bestandteil ist der Digitale Produktpass. Die Europäische Kommission beschreibt ihn als digitale Identitätskarte für Produkte, Komponenten und Materialien. Abhängig von der jeweiligen Produktgruppe kann er Informationen zur technischen Leistung, zu verwendeten Materialien und deren Herkunft, zu Reparaturen, Recyclingmöglichkeiten und Umweltauswirkungen enthalten.
Verbraucher, Unternehmen und Behörden sollen dadurch fundiertere Entscheidungen treffen können. Auch Zoll- und Marktüberwachungsbehörden sollen künftig automatisiert prüfen können, ob ein Digitaler Produktpass vorhanden und authentisch ist.
Die konkreten Anforderungen werden schrittweise für einzelne Produktgruppen festgelegt. Der erste Arbeitsplan für die Jahre 2025 bis 2030 wurde im April 2025 verabschiedet. Nach Angaben der Europäischen Kommission laufen bereits vorbereitende Arbeiten, unter anderem für Textilien und Stahl. Parallel werden technische Vorgaben zu Identifikatoren, Datenträgern, Zugriffsrechten, einem Register und einem Webportal entwickelt.
Kein reines Nachhaltigkeits- oder Compliance-Projekt
Der Digitale Produktpass wird häufig zunächst als Aufgabe für Nachhaltigkeit, Qualitätsmanagement oder Compliance betrachtet. Seine Umsetzung betrifft jedoch die gesamte digitale Unternehmensarchitektur.
Benötigte Informationen liegen typischerweise in unterschiedlichen Systemen: Stammdaten im ERP, technische Merkmale im Product-Lifecycle-Management, Produktbeschreibungen im PIM, Dokumente und Bilder im DAM oder DMS sowie Material- und Herkunftsdaten bei Lieferanten. Diese Informationen müssen zusammengeführt, eindeutig einem Produkt zugeordnet und über dessen Lebenszyklus hinweg gepflegt werden.
CIO-Lehrgang: Datenarchitektur und Sicherheit für den Produktpass
Der CIO-Lehrgang von pörtner consulting vermittelt Führungskräften die notwendigen Kompetenzen, um eine sichere, flexible und zukunftsfähige IT-Landschaft zu gestalten.
Für den Digitalen Produktpass sind insbesondere IT-Strategie, Unternehmensarchitektur, Cloud- und Hybrid-Infrastrukturen sowie die Integration verschiedener Datenquellen relevant. CIOs müssen entscheiden, welche Systeme die führenden Produktinformationen bereitstellen, wie Daten ausgetauscht werden und wie sich bestehende ERP-, PIM-, PLM-, DAM- und Dokumentenmanagementlösungen in eine übergreifende Architektur einbinden lassen.
Weitere zentrale Themen sind IT-Security, Datenschutz, Governance und Compliance. Nicht alle Informationen eines Digitalen Produktpasses sollen zwangsläufig für jede Zielgruppe gleichermaßen zugänglich sein. Unternehmen benötigen deshalb differenzierte Rollen- und Berechtigungskonzepte sowie nachvollziehbare Regeln für die Freigabe und Änderung von Produktdaten.
Auch das Management externer Anbieter und Plattformen spielt eine wichtige Rolle. Der CIO-Lehrgang behandelt Softwareauswahl, Outsourcing, Vertragsmanagement, Service Level Agreements und Risikomanagement. Damit erhalten die Teilnehmer eine Grundlage, um Technologiepartner strukturiert auszuwählen und Abhängigkeiten frühzeitig zu bewerten.
CDO-Lehrgang: Aus Produktdaten neue Prozesse und Services entwickeln
Der CDO-Lehrgang setzt an der geschäftlichen und organisatorischen Transformation an. Er richtet sich an Geschäftsführer, Vorstände, CIOs, IT-Manager, Produkt- und Innovationsmanager sowie Digitalisierungsverantwortliche.
Zu den Lehrgangsinhalten gehören digitale Strategie, Anforderungsmanagement, Produktmanagement, Prozessoptimierung, Softwareauswahl und Innovationsmanagement. Diese Kompetenzen sind entscheidend, um aus regulatorischen Vorgaben einen funktionierenden unternehmensweiten Prozess zu entwickeln.
Der CDO muss gemeinsam mit den Fachbereichen klären, welche Informationen benötigt werden, wer sie liefert und wie ihre Qualität gesichert wird. Dabei betrifft der Digitale Produktpass nicht nur die erstmalige Bereitstellung eines Datensatzes. Änderungen an Materialien, Lieferanten, Reparaturen oder Produkteigenschaften müssen ebenfalls zuverlässig in den Datenbestand einfließen.
Gleichzeitig eröffnet der Produktpass neue Möglichkeiten für digitale Services. Dazu können Wartungs- und Reparaturangebote, Ersatzteilinformationen, Rücknahmeprozesse, Wiederverwendung oder ein besserer Kundenzugang zu technischen Produktinformationen gehören. Der Digitale Produktpass kann damit über die regulatorische Erfüllung hinaus zu einem Bestandteil der Produkt- und Serviceentwicklung werden.
Das Modul „AI & Hyperautomation“ zeigt zudem, wie künstliche Intelligenz und Automatisierung in digitale Prozesse integriert werden können. Mögliche Einsatzfelder im Umfeld des Produktpasses reichen von der Prüfung eingehender Lieferantendaten bis zur automatisierten Zuordnung, Ergänzung und Qualitätskontrolle von Produktinformationen.
CIO VISION DAY 2027: Produktdaten strategisch weiterdenken
Eine zusätzliche Plattform für Erfahrungsaustausch und Networking bietet der CIO VISION DAY am 20. April 2027. Die hybride Tageskonferenz findet im Hotel Silicium in Höhr-Grenzhausen bei Koblenz sowie online statt.
Der Strategietag richtet sich an CIOs, CDOs, IT-Leiter, Digitalisierungsverantwortliche, Geschäftsführer und Vorstände aus dem Mittelstand. Im Mittelpunkt stehen IT-Strategie, künstliche Intelligenz, Automatisierung, Cloud-Transformation, Cybersecurity und die zukünftige Rolle des CIO.
Diese Themen prägen auch die Einführung des Digitalen Produktpasses. Unternehmen müssen ihre Produktdatenarchitektur weiterentwickeln, Schnittstellen zu Lieferanten und Plattformen schaffen, Zugriffsrechte steuern und die Sicherheit sowie Verfügbarkeit der Informationen gewährleisten. Der CIO VISION DAY bietet einen Rahmen, um solche Fragestellungen mit Experten und anderen Entscheidern zu diskutieren.
Für Teilnehmer des CIO-Lehrgangs ist die Teilnahme am CIO VISION DAY bereits in der Lehrgangsgebühr enthalten.
Start der Lehrgänge am 3. November 2026
Die nächsten Online-Lehrgänge zum Chief Information Officer und Chief Digital Officer starten am 3. November 2026. Beide Programme kombinieren theoretische Grundlagen mit praktischen Übungen und Fallstudien. Der DIGITAL BUSINESS NAVIGATOR wird als zentrales Werkzeug eingesetzt, um Strategien, Anforderungen und Transformationsprojekte strukturiert zu entwickeln.
Weitere Informationen:
Anfragen und Anmeldungen sind per E-Mail an seminare@poertner-consulting.de möglich.
Pörtner Consulting unterstützt seit über 20 Jahren Unternehmen bei der digitalen Transformation: von Strategieentwicklung und Softwareauswahl über Implementierung bis hin zu Weiterbildung und Coaching. Mit Tools wie der „Digital Business Navigator“-Plattform und mehreren hundert E‑Learnings bietet das Unternehmen maßgeschneiderte Lösungen für den Mittelstand.
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