SAP BTP einfach erklärt

SAP BTP einfach erklärt

SAP Business Technology Platform (kurz: BTP) ist in vielen IT-Strategien gesetzt, doch was genau sich hinter dem Begriff verbirgt, bleibt oft abstrakt. Dieser Beitrag ordnet Architektur, Kernfunktionen und konkreten Nutzen so ein, dass strategische Entscheidungen auf einem soliden Wissens-Fundament entstehen können.

Was SAP BTP ist und warum die Plattform an Bedeutung gewinnt

SAP Business Technology Platform ist die zentrale Cloud-Plattform von SAP für Erweiterungen, Integrationen, Datenanalysen und Anwendungsentwicklung. Sie ergänzt die bestehenden SAP-Kernsysteme um eine Schicht, auf der individuelle Lösungen entstehen können, ohne das Kernsystem selbst zu verändern. In einer Zeit, in der SAP den Clean-Core-Ansatz für S/4HANA konsequent verfolgt, ist SAP BTP der vorgesehene Ort für kundenspezifische Logik und Prozesserweiterungen. Für Unternehmen, die vor der Einführung von Services der BTP stehen, ist ein klares Verständnis der Plattform deshalb die Voraussetzung für fundierte Investitionsentscheidungen.

(Grafik 1)

Die Architektur im Überblick: Global Account, Subaccounts und Runtimes

SAP BTP ist in einer mehrstufigen Hierarchie organisiert. Am Anfang steht das Global Account. Es bildet den vertraglichen Rahmen und enthält alle lizenzierten Services und Kontingente. Innerhalb des Global Accounts lassen sich Subaccounts anlegen. Jeder Subaccount ist einer Cloud-Region zugeordnet und verfügt über eigene Berechtigungen, Service-Instanzen und Konfigurationen. Optional bieten sogenannte Directories eine Zwischenebene, um Subaccounts thematisch oder organisatorisch zu gruppieren.

Auf technischer Ebene stellt SAP BTP zwei zentrale Laufzeitumgebungen bereit:

  1. Die Cloud Foundry Runtime eignet sich für die Entwicklung mit dem Cloud Application Programming Model (CAP), Node.js oder Java.
  2. Die Kyma Runtime basiert auf Kubernetes und ist die Wahl für containerbasierte Workloads und Microservice-Architekturen.

Zusätzlich existiert mit dem ABAP Environment eine Laufzeitumgebung für ABAP-basierte Cloud-Entwicklung. Welche Runtime zum Einsatz kommt, hängt vom konkreten Anwendungsfall und den vorhandenen Kompetenzen ab.

Vier Säulen in einem Plattformgedanken

SAP strukturiert die Funktionen von BTP in vier Bereiche, die sich in der Praxis ergänzen:

  1. Application Development and Automation:

Werkzeuge für die Erstellung eigener Anwendungen, von Low-Code-Lösungen mit SAP Build Apps bis hin zu professioneller Entwicklung mit dem SAP Business Application Studio (BAS) und CAP. Auch Prozessautomatisierung mit SAP Build Process Automation gehört in diesen Bereich.

  • Data and Analytics:

Services für Datenmodellierung, Data Warehousing mit SAP Datasphere und analytische Dashboards mit SAP Analytics Cloud (SAC). Hier werden Daten aus verschiedenen Quellen zusammengeführt und auswertbar gemacht.

  • Integration:

SAP Integration Suite verbindet SAP-Systeme untereinander sowie mit Drittsystemen. Cloud- Integration, API-Management und Event Mesh (eine technologische Infrastruktur, die Ereignisse in Echtzeit zwischen Apps, Cloud-Diensten und IoT-Geräten vermittelt) ermöglichen den Datenaustausch in Echtzeit.

  • Künstliche Intelligenz:

Mit SAP AI Core und SAP AI Launchpad stellt die Plattform Infrastruktur für Machine-Learning-Szenarien bereit. Vortrainierte Modelle und eigene Trainingsumgebungen sind gleichermaßen nutzbar.

Diese vier Säulen bilden kein starres Produktpaket. Unternehmen lizenzieren und aktivieren gezielt die Services, die zum jeweiligen Bedarf passen. Unser Beratungsalltag zeigt, dass eine schrittweise Aktivierung sinnvoller ist als der Versuch, alle Bereiche gleichzeitig einzuführen.

Welchen konkreten Nutzen SAP BTP in der Praxis stiftet

Der zentrale Mehrwert von SAP BTP liegt in der Entkopplung kundenspezifischer Entwicklungen vom SAP-Kernsystem. Im Clean-Core-Konzept bleiben S/4HANA-Systeme upgradefähig, weil individuelle Logik auf BTP ausgelagert wird. Gleichzeitig bietet die Plattform eine einheitliche Umgebung für Integrationsszenarien, die in gewachsenen Landschaften sonst über verschiedenste Middleware-Produkte verteilt wären.

Für IT-Verantwortliche ergibt sich daraus ein klarer Governance-Vorteil. Erweiterungen, Integrationen und Analyseanwendungen laufen in einer verwalteten Plattform mit einheitlichem Identity Management, zentralem Monitoring und transparenter Kostenzuordnung. Die Alternative, nämlich ein Nebeneinander aus verschiedenen Cloud-Diensten und selbst betriebenen Integrationsschichten, ist langfristig aufwändiger zu betreiben und schwerer abzusichern.

Drei typische Einsatzszenarien für den Einstieg

SAP BTP entfaltet seinen Nutzen am schnellsten dort, wo bestehende Prozesse gezielt erweitert werden. Drei Szenarien empfehlen wir aus unserer täglichen Beratungs- und Entwicklungspraxis heraus:

Szenario 1: Side-by-Side-Erweiterung für S/4HANA.

Ein Unternehmen benötigt eine Genehmigungslogik, die über die Standardfunktionen von S/4HANA hinausgeht. Oder häufige Alternative: Eine Möglichkeit Informationen von Kunden oder Lieferanten zu erfragen, mit Anwendern, die nicht zum Unternehmen gehören, aber dennoch authentifiziert arbeiten können.
Statt das Kernsystem zu modifizieren, entwickelt man in der BTP eine CAP-Anwendung, die per API auf S/4HANA-Daten zugreift und die erweiterte Logik abbildet. Das Kernsystem bleibt dadurch clean und die Erweiterung ist unabhängig einsetzbar sowie testbar.

Szenario 2: Integration heterogener Systemlandschaften.

In vielen Unternehmen existieren neben SAP auch Salesforce, ServiceNow oder branchenspezifische Fachsysteme. Mit der SAP Integration Suite lassen sich diese Systeme über vordefinierte Integrationsflows verbinden. Event Mesh ermöglicht dabei eine ereignisgesteuerte Kommunikation, bei der Systeme nicht mehr zyklisch abgefragt werden, sondern in Echtzeit auf Änderungen reagieren. Über CAP basierte Services können Informationen über eine gesicherte und definierte API an Dritte gegeben werden, ohne dass fremde Organisationen Zugriff auf interne Systeme oder Daten erlangen können.

Szenario 3: Self-Service-Reporting jenseits des SAP-Standards.

Fachbereiche benötigen oft Auswertungen, die im SAP-Standard nicht vorgesehen sind oder Daten aus mehreren Quellen kombinieren. Über SAP Datasphere werden die relevanten Datenquellen angebunden. In SAP Analytics Cloud entstehen interaktive Dashboards, die Fachanwenderinnen und Fachanwender eigenständig nutzen und anpassen können.

Typische Beispiele sind ein Vertriebsdashboard, das Auftragsbestand aus SAP S/4HANA mit CRM-Pipeline-Daten zusammenführt, ein Einkaufsreport zur Liefertermintreue je Lieferant auf Basis von MM-Daten und externen Qualitätskennzahlen sowie ein Service-Cockpit, das Ticketvolumen, Reaktionszeiten und Ersatzteilverfügbarkeit in einer Sicht bündelt. Auch bereichsübergreifende Auswertungen zu Deckungsbeiträgen, Lagerreichweiten oder Forecast-Abweichungen lassen sich auf dieser Basis deutlich schneller bereitstellen.

Von der Orientierung zur strukturierten Einführung

SAP BTP ist keine einzelne Anwendung, sondern ein Plattformökosystem!

Die Architektur mit Global Account, Subaccounts und verschiedenen Laufzeitumgebungen bietet viel Gestaltungsspielraum. Gleichzeitig erfordert genau dieser Spielraum eine klare Strategie, damit die Einführung nicht in einer fragmentierten Landschaft oder chaotischen Service-Bindings mündet. Ein typisches Beispiel ist der parallele Aufbau mehrerer Subaccounts ohne einheitliches Berechtigungsmodell, wodurch Integrationen später doppelt aufgebaut und Governance-Prozesse unnötig komplex werden.

Inwerken unterstützt beim strukturierten BTP-Aufbau

Wer die ersten Schritte auf SAP BTP strukturiert angehen möchte, findet bei der Inwerken AG erfahrene Ansprechpersonen. Von der Architekturberatung über die Auswahl passender Services bis zur Umsetzung erster Pilotszenarien begleitet Sie das Team über den gesamten Einführungsprozess. Das Ziel ist dabei stets, den Arbeitsalltag der beteiligten Fachbereiche und IT-Teams durch passende Lösungen zu vereinfachen.

Sie haben Fragen? Melden Sie sich gern an sapentwicklung@inwerken.de oder vereinbaren Sie einen Termin. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

Über die Inwerken AG

Seit 2000 beraten wir Unternehmen dabei SAP-Prozesse effizienter zu gestalten und IT-Lösungen wirkungsvoll einzusetzen. Als erfahrener Partner für SAP-Beratung und -Entwicklung, S/4HANA-Conversions, IT-Services und allgemeine Unternehmensaufgaben im Kontext der digitalen Prozess-Transformation begleiten wir unsere Kunden branchenübergreifend und auf internationaler Bühne: onsite und remote.
Mit 6 deutschlandweiten Standorten und rund 70 Fachkräften passen wir Standardprozesse passgenau an, schulen Key-User, unterstützen das Projektmanagement und bieten zuverlässigen First- und Second-Level-Support. Als SAP-Silver-Partner liefern wir sowohl praxistaugliche Lösungen als auch eigene Produkte, die den Arbeitsalltag wirklich vereinfachen.
„… einfach beraten“: Zuhören. Wissen. Lösen. Entwickeln. Unternehmen profitieren von unserer praxisnahen Beratung auf Augenhöhe sowie unseren zusätzlichen IT- und SAP-Basis-Leistungen für eine starke systemische Grundlage. Kunden vertrauen auf unsere Kernwerte: Partnerschaft, Offenheit, Exzellenz und Kompetenz.

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