Bonitätsprüfung im Bewerbungsprozess: Wann Betreibungsregisterauszüge zulässig sind

Bonitätsprüfung im Bewerbungsprozess: Wann Betreibungsregisterauszüge zulässig sind

Finanzielle Schwierigkeiten können bei Personen in exponierter Stellung ein erhöhtes Risiko für Bestechlichkeit, Interessenkonflikte oder wirtschaftliche Delikte bedeuten. Für Unternehmen mit sensiblen Finanzpositionen oder Mitarbeitenden mit Zugang zu schützenswerten Daten ist die Prüfung der finanziellen Integrität deshalb ein legitimes Risikomanagement-Instrument – sofern sie verhältnismässig eingesetzt wird.

Das Betreibungsregister: Der Standard-Baustein

Der Betreibungsregisterauszug dokumentiert laufende und abgeschlossene Betreibungsverfahren, Verlustscheine und Pfändungen. Im Bewerbungsprozess wird er typischerweise beim Betreibungsamt des aktuellen Wohnsitzes eingeholt, bei längeren Laufbahnen auch bei früheren Wohnsitzen – üblicherweise für die letzten zwei bis fünf Jahre.

Wann ist eine Bonitätsprüfung verhältnismässig?

Das Verhältnismässigkeitsprinzip ist auch hier zentral. Eine Prüfung der finanziellen Integrität ist regelmässig zulässig bei Positionen im Finanzsektor, bei Funktionen mit Budgetverantwortung oder Zeichnungsbefugnis, bei Mitarbeitenden mit Zugang zu besonders schützenswerten Daten sowie bei Führungspositionen mit weitreichenden unternehmerischen Entscheidungskompetenzen. Für eine Sachbearbeitungsstelle ohne Finanzbezug hingegen ist ein Betreibungsregisterauszug in der Regel unverhältnismässig.

Ergänzende Bonitätsauskunft bei High-Risk-Positionen

Bei Positionen mit besonders hohem Risikoprofil – etwa CFO-Stellen oder Positionen mit weitgehenden Zeichnungsbefugnissen – kann ergänzend eine tiefergehende Bonitätsauskunft eingeholt werden. Diese liefert ein umfassenderes Bild der finanziellen Situation und geht über die reine Betreibungshistorie hinaus.

Faire Bewertung und Einwilligung

Betreibungsregisterauszüge und Bonitätsauskünfte dürfen nur mit ausdrücklicher Einwilligung des Kandidaten eingeholt werden. Ergebnisse sind zudem fair und im Kontext zu bewerten: Ein einzelner, alter Verlustschein ist anders zu werten als eine Häufung aktueller Betreibungen. Der Kandidat sollte die Möglichkeit haben, sich zu Ergebnissen zu äussern, bevor daraus Konsequenzen für das Bewerbungsverfahren gezogen werden.

Über die Validato AG

Validato ist ein führender Schweizer Anbieter für zuverlässige Background Checks und Human Risk Management mit Sitz in Zürich. Die Plattform unterstützt Unternehmen dabei, Bewerberinnen sowie bestehende Mitarbeitende strukturiert und effizient auf Integrität, Interessenskonflikte und potenzielle Risiken zu prüfen – datenschutzkonform, modular und skalierbar.

Validato ist speziell auf die Anforderungen in der Schweiz ausgerichtet, verzichtet auf Set-up-Gebühren, Jahresgebühren oder Mindestanzahl an Screenings und lässt sich flexibel in bestehende HR- oder Recruiting-Prozesse integrieren.

Mehr unter: www.validato.com

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