
Mobile Device Security: Das größte Sicherheitsrisiko sitzt in der Hosentasche
Dennoch konzentrieren sich viele Unternehmen bei ihrer IT-Sicherheit noch immer auf Server, Notebooks oder Netzwerke. Mobile Endgeräte werden häufig unterschätzt – obwohl sie Zugriff auf sensible Unternehmensdaten ermöglichen und bei Verlust oder unzureichender Absicherung erhebliche Risiken bergen.
Im accompio-Experteninterview erklärt Silas Weißmann, warum Mobile Device Security heute ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Cybersecurity ist, welche Rolle Mobile Device Management (MDM) dabei spielt und mit welchen Maßnahmen Unternehmen ihre mobilen Geräte wirksam absichern können.
Das Wichtigste in Kürze
- Smartphones und Tablets sind heute geschäftskritische Arbeitsgeräte mit Zugriff auf sensible Unternehmensdaten.
- Mobile Endgeräte erweitern die Angriffsfläche von Unternehmen und müssen deshalb genauso geschützt werden wie Notebooks oder Server.
- Zu den größten Risiken zählen verlorene Geräte, schwache Passcodes und fehlende Sicherheitsrichtlinien.
- Ein professionelles Mobile Device Management (MDM) ermöglicht die zentrale Verwaltung, Absicherung und Aktualisierung mobiler Endgeräte.
- Bereits einfache Maßnahmen wie starke Authentifizierung, Verschlüsselung und zentrale Richtlinien erhöhen die Sicherheit deutlich.
- Mobile Device Security ist ein wichtiger Baustein einer ganzheitlichen Zero-Trust- und Cybersecurity-Strategie.
Mobile Device Security beginnt dort, wo Unternehmen heute arbeiten
Die Arbeitswelt ist mobil. E-Mails werden auf dem Smartphone beantwortet, Termine unterwegs koordiniert und Dokumente über Cloud-Dienste oder Collaboration-Plattformen wie Microsoft Teams aufgerufen. Für viele Mitarbeitende ist das Smartphone inzwischen das Gerät, das sie am häufigsten nutzen.
Diese Entwicklung bringt enorme Vorteile für Produktivität und Flexibilität mit sich – verändert aber gleichzeitig die Anforderungen an die IT-Sicherheit. Denn jedes mobile Endgerät, das auf Unternehmensressourcen zugreift, erweitert die potenzielle Angriffsfläche.
Im Interview beschreibt Silas Weißmann diese Entwicklung als eine der größten Veränderungen der vergangenen Jahre. Smartphones seien heute fester Bestandteil nahezu jedes Arbeitsplatzes und müssten deshalb genauso professionell verwaltet und abgesichert werden wie Notebooks oder Desktop-PCs.
„Das Smartphone ist heute eines der wichtigsten Arbeitsgeräte. Trotzdem wird seine Bedeutung für die IT-Sicherheit häufig noch unterschätzt.„
— Silas Weißmann, IT-Systemberater bei accompio
Warum Smartphones für Unternehmen ein attraktives Angriffsziel sind
Cyberkriminelle suchen nicht zwangsläufig nach dem technisch schwächsten System – sie suchen nach dem einfachsten Einstieg. Mobile Endgeräte bieten hierfür häufig günstige Voraussetzungen, wenn sie nicht zentral verwaltet oder ausreichend abgesichert werden.
Besonders kritisch ist dabei, dass Smartphones heute auf zahlreiche Unternehmensdienste zugreifen können. Dazu gehören unter anderem:
- Microsoft 365 und Exchange
- Microsoft Teams
- Unternehmenskontakte und Kalender
- Cloud-Speicher
- Geschäftliche Dokumente
- Authentifizierungs-Apps und Multi-Faktor-Authentifizierung
Geht ein Gerät verloren oder wird kompromittiert, können Angreifer unter Umständen auf sensible Unternehmensinformationen zugreifen. Umso wichtiger ist es, mobile Endgeräte nicht als isolierte Geräte zu betrachten, sondern als integralen Bestandteil der Unternehmens-IT.
Die größten Risiken liegen oft im Alltag
Entgegen der verbreiteten Annahme entstehen viele Sicherheitsvorfälle nicht durch hochkomplexe Hackerangriffe, sondern durch alltägliche Situationen.
Im Interview nennt Silas Weißmann insbesondere den Verlust mobiler Geräte als eines der größten Risiken. Gelangt ein Smartphone ohne ausreichenden Schutz in falsche Hände, kann dies erhebliche Folgen haben – insbesondere dann, wenn schwache Passcodes verwendet werden oder keine zentralen Sicherheitsrichtlinien existieren.
Zu den häufigsten Risiken zählen:
- verlorene oder gestohlene Smartphones
- schwache oder leicht zu erratende Gerätecodes
- fehlende Bildschirmsperren
- veraltete Betriebssysteme
- unkontrollierte App-Installationen
- fehlende zentrale Geräteverwaltung
Gerade diese Risiken lassen sich jedoch mit vergleichsweise geringem Aufwand deutlich reduzieren.
Mobile Device Management schafft Transparenz und Kontrolle
Eine wirksame Mobile Device Security beginnt mit Transparenz. Unternehmen müssen wissen, welche mobilen Endgeräte auf Unternehmensressourcen zugreifen, welchen Sicherheitsstatus sie besitzen und ob definierte Richtlinien eingehalten werden.
Hier setzt ein Mobile Device Management (MDM) an. Es ermöglicht der IT, Smartphones und Tablets zentral zu verwalten und Sicherheitsstandards unternehmensweit umzusetzen.
Über eine MDM-Lösung können beispielsweise:
- Sicherheitsrichtlinien automatisiert ausgerollt,
- Geräte verschlüsselt,
- Mindestanforderungen an Passcodes definiert,
- Betriebssysteme aktuell gehalten,
- Unternehmensdaten geschützt und
- verlorene Geräte bei Bedarf aus der Ferne gesperrt oder zurückgesetzt werden.
Dadurch entsteht eine einheitliche Sicherheitsbasis – unabhängig davon, ob wenige oder mehrere hundert mobile Endgeräte im Einsatz sind.
„Die Technik sollte den Nutzer unterstützen – nicht ausbremsen. Gute Mobile Device Security funktioniert im Idealfall, ohne dass Mitarbeitende sie im Alltag überhaupt wahrnehmen.„
— Silas Weißmann, IT-Systemberater bei accompio
Mobile Device Security ist mehr als eine technische Lösung
Technologie allein reicht jedoch nicht aus. Mobile Device Security ist dann besonders wirksam, wenn technische Maßnahmen, klare Prozesse und ein entsprechendes Sicherheitsbewusstsein zusammenkommen.
Mitarbeitende sollten wissen,
- warum sichere Passcodes wichtig sind,
- weshalb Unternehmensdaten ausschließlich über freigegebene Apps verarbeitet werden sollten,
- wie sie Phishing-Nachrichten auf mobilen Geräten erkennen und
- welche Schritte bei Verlust eines Smartphones unmittelbar erforderlich sind.
Eine moderne Sicherheitsstrategie verbindet deshalb technische Schutzmechanismen mit klaren Richtlinien und regelmäßiger Sensibilisierung der Beschäftigten.
„Mobile Device Management ist kein Selbstzweck. Es schafft die Grundlage dafür, mobile Geräte sicher, effizient und nachvollziehbar in die Unternehmens-IT zu integrieren.„
— Silas Weißmann, IT-Systemberater bei accompio
Mobile Device Security mit accompio umsetzen
Sie möchten mobile Endgeräte sicher verwalten? accompio entwickelt Sicherheitsstrategien und -lösungen für Mobile Device Management, die zu Ihren Anforderungen passen.
Quick Wins: So verbessern Unternehmen ihre Mobile Device Security
Bereits mit wenigen Maßnahmen lässt sich das Sicherheitsniveau mobiler Endgeräte deutlich erhöhen.
Unternehmen sollten insbesondere:
1. Mobile Device Management zentral einführen
2. sichere Passcode- und Sperrbildschirmrichtlinien definieren bzw. biometrische Authentifizierung nutzen
3. Geräte konsequent verschlüsseln und Sicherheitsupdates überwachen und aktiv steuern
4. ausschließlich vertrauenswürdige App-Quellen zulassen
5. Unternehmens- und Privatdaten sauber voneinander trennen
6. verlorene Geräte per Remote-Wipe absichern
7. Mitarbeitende regelmäßig für mobile Sicherheitsrisiken sensibilisieren
Diese Maßnahmen bilden eine solide Grundlage für eine nachhaltige Mobile Device Security und lassen sich unabhängig von der Unternehmensgröße umsetzen.
Fazit
Mobile Endgeräte sind heute fester Bestandteil nahezu jeder Unternehmens-IT. Gleichzeitig gehören sie zu den am häufigsten unterschätzten Angriffsflächen.
Wer Smartphones und Tablets nicht konsequent absichert, riskiert den unbefugten Zugriff auf sensible Unternehmensdaten. Ein professionelles Mobile Device Management schafft die notwendige Transparenz, automatisiert Sicherheitsrichtlinien und reduziert den administrativen Aufwand erheblich.
Mobile Device Security sollte deshalb nicht isoliert betrachtet werden, sondern als wichtiger Bestandteil einer ganzheitlichen Cybersecurity- und Zero-Trust-Strategie. Unternehmen, die mobile Endgeräte konsequent verwalten und absichern, schaffen nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch effizientere Prozesse und eine bessere Nutzererfahrung.
Über den Experten
Silas Weißmann ist IT-Systemberater bei accompio und begleitet Unternehmen bei der Einführung und dem Betrieb moderner Mobile Device Management-Lösungen.
FAQ zu Mobile Device Security und Mobile Device Management
Was ist Mobile Device Security?
Mobile Device Security umfasst alle technischen und organisatorischen Maßnahmen zum Schutz von Smartphones und Tablets vor Datenverlust, unbefugtem Zugriff, Malware und anderen Cyberbedrohungen.
Was versteht man unter Mobile Device Management (MDM)?
Mobile Device Management (MDM) ist eine Lösung zur zentralen Verwaltung mobiler Endgeräte. Unternehmen können damit Sicherheitsrichtlinien umsetzen, Geräte konfigurieren, Apps verwalten und verlorene Geräte aus der Ferne sperren oder löschen.
Warum ist Mobile Device Security für Unternehmen so wichtig?
Mobile Endgeräte greifen auf E-Mails, Cloud-Anwendungen und Unternehmensdaten zu. Ohne geeignete Sicherheitsmaßnahmen können verlorene oder kompromittierte Geräte erhebliche Risiken für die Informationssicherheit darstellen.
Welche Vorteile bietet Mobile Device Management?
MDM ermöglicht eine zentrale Verwaltung aller mobilen Geräte, automatisiert Sicherheitsrichtlinien, reduziert den Administrationsaufwand und verbessert die Compliance.
Können private Smartphones sicher im Unternehmen genutzt werden?
Ja. Sofern geeignete Sicherheitsrichtlinien und MDM-Lösungen eingesetzt werden. Diese ermöglichen unter anderem die Trennung privater und geschäftlicher Daten sowie die zentrale Verwaltung geschäftlicher Anwendungen.
Welche Rolle spielen Apple Business Manager und Android Enterprise?
Beide Plattformen unterstützen Unternehmen dabei, mobile Endgeräte automatisiert bereitzustellen, zentral zu verwalten und Sicherheitsrichtlinien bereits während der Einrichtung umzusetzen.
Welche ersten Maßnahmen verbessern die Mobile Device Security?
Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen starke Passcodes, biometrische Authentifizierung, Geräteverschlüsselung, regelmäßige Updates, Mobile Device Management und die Sensibilisierung der Mitarbeitenden.
Ist Mobile Device Management auch für mittelständische Unternehmen sinnvoll?
Ja. Gerade mittelständische Unternehmen profitieren von standardisierten Sicherheitsprozessen, einer geringeren Administrationslast und einem besseren Schutz sensibler Unternehmensdaten.
accompio GmbH
Grimsehlstraße 23
37574 Einbeck
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Backup Monitoring: Wann ist ein Backup wirklich sicher?
Das Wichtigste in Kürze
- Backup Monitoring prüft laufend, ob Backups vollständig, funktionsfähig und im Ernstfall wiederherstellbar sind, unabhängig davon, ob ein Backup Job als erfolgreich markiert ist.
- Ein grünes Symbol beim Backup Job bestätigt nur, dass ein Prozess ohne Absturz durchlief. Über die tatsächliche Vollständigkeit sagt es nichts aus.
- Silent Failures entstehen, wenn Tools Fehlermeldungen unterdrücken oder neue Systeme gar nicht erst ins Backup aufnehmen.
- Snapshots ersetzen laut Stefan Schröder, Geschäftsführer von BACKUP EAGLE®, kein Backup. Sie ergänzen eine Backup-Strategie, gehen aber im Ernstfall mit den Originaldaten verloren.
- Immutable Speicher und Air Gapping schützen Backups zusätzlich vor Ransomware Angriffen, da Angreifer die Daten dort weder verschlüsseln noch löschen.
- RPO (Recovery Point Objective) und RTO (Recovery Time Objective) legen fest, wie viele Daten ein Unternehmen maximal verliert und wie schnell ein System wieder läuft.
- BACKUP EAGLE® empfiehlt Restore Tests mindestens halbjährlich, idealerweise monatlich.
- Ein Backup ersetzt keine Sicherheitsarchitektur. Es ist die letzte Verteidigungslinie, wenn Firewall, Virenscanner und EDR Systeme versagen.
Warum ist ein erfolgreicher Backup Job keine Garantie für Sicherheit?
Ein Backup Job gilt technisch als erfolgreich, sobald der Prozess ohne Fehlermeldung endet. Über die inhaltliche Vollständigkeit sagt dieser Status nichts aus. Fehlt eine Einstellung, ein Ordner oder ein neu eingerichtetes System, sichert das Tool trotzdem weiter Daten, meldet aber weiterhin „erfolgreich“. Genau an dieser Stelle entstehen Silent Failures, also Sicherheitslücken im Backup, die niemand bemerkt, bis eine Wiederherstellung ansteht.
„Das Backup ist Teil der Sicherheitsarchitektur, man könnte es auch „Last line of defense“ nennen. Wenn nichts mehr geht, dann ist hoffentlich das Backup noch da.„
— Stefan Schröder, Geschäftsführer BACKUP EAGLE®
Häufige Ursachen für Silent Failures sind unterdrückte Fehlermeldungen, neu hinzugekommene Systeme, die nie ins Backup aufgenommen wurden und eine fehlende Alarmierung, weil diese Aufgabe außerhalb der eigentlichen Backup Lösung liegt. Backup Monitoring deckt genau diese Lücken auf, bevor eine echte Wiederherstellung ansteht.
Snapshot vs. Backup: Welche Rolle spielen Snapshots wirklich?
Ein Snapshot bildet den Zustand eines Systems zu einem bestimmten Zeitpunkt ab und stellt Daten meistens sehr schnell wieder her. In der Backup Branche gilt deshalb der Grundsatz: Ein Snapshot ist kein Backup. Der entscheidende Unterschied liegt in der Unabhängigkeit der Speicherung. Ein Snapshot liegt oft auf demselben System wie die Originaldaten und geht bei einem Ausfall oder Angriff mit ihnen verloren.
Snapshots bleiben trotzdem ein wichtiger Teil einer Backup Strategie, da sie eine schnelle Wiederherstellung im Alltag ermöglichen. Bei einem schweren Angriff oder einem zerstörten Snapshot bleibt jedoch ausschließlich das unabhängig gespeicherte Backup als Rettung übrig.
Wie schützen Immutable Backup und Air Gap Backup vor Ransomware?
Moderne Ransomware Angriffe stammen selten von Einzeltätern, sondern von organisierten, spezialisierten Gruppierungen, die gezielt Backup Systeme angreifen.
„Da sitzt nicht irgendwo jemand in einer Garage und versucht sich irgendwo einzuhacken, das sind ganze Gruppierungen, professionelle IT-Teams, die eigene spezialisierte Administratoren haben.„
— Stefan Schröder, Geschäftsführer BACKUP EAGLE®
Diese Teams zerstören gezielt Backup Tools oder die Speicherorte, auf denen Backups liegen. Immutable Backup und Air Gap Backup begegnen genau diesem Risiko. Immutable Speicher schützen gespeicherte Daten dauerhaft vor nachträglichem Überschreiben und Löschen, unabhängig von Administratorrechten. Air Gapping lagert Kopien der Daten an einem getrennten Standort mit einer echten Unterbrechung zur Produktivumgebung. Beide Maßnahmen zählen laut BACKUP EAGLE® zu den wichtigsten technischen Bausteinen für ein sicheres Backup Monitoring gegen Ransomware.
Managed Backup Monitoring für Ihr Unternehmen
accompio richtet Backup Monitoring für Unternehmen und öffentliche Auftraggeber ein, deckt Silent Failures auf und dokumentiert Restore Tests nachvollziehbar.
RPO und RTO im Backup Monitoring
RPO (Recovery Point Objective) legt fest, wie weit ein Unternehmen im Ernstfall zeitlich zurückgeht und wie viele Daten dabei maximal verloren gehen.
RTO (Recovery Time Objective) legt fest, wie schnell ein System nach einem Ausfall wieder läuft. Beide Werte definieren Unternehmen individuell pro System, da nicht jede Anwendung dieselbe Priorität besitzt.
Backup Monitoring Software wie BACKUP EAGLE® misst konkret, wie lange ein Restore Test tatsächlich dauert, und dokumentiert, wie weit ein Wiederherstellungspunkt zurückreicht. Ohne diese Messung bleibt nur die technische Erfolgsmeldung eines Tools, nicht das tatsächliche Risiko für das Unternehmen.
Wie oft sollten Restore Tests stattfinden?
BACKUP EAGLE® empfiehlt Restore Tests mindestens halbjährlich, idealerweise monatlich. Ein vollständiger Test der gesamten Umgebung ist dafür nicht notwendig, punktuelle Stichproben genügen meistens. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit, dokumentiert über feste Testpläne, die einem Unternehmen jederzeit den Nachweis liefern, dass eine Wiederherstellung tatsächlich funktioniert.
Fazit
Ein Backup gilt erst dann als sicher, wenn eine Wiederherstellung nachweislich funktioniert, nicht schon, wenn ein Tool „erfolgreich“ meldet. Backup Monitoring deckt genau diesen Unterschied auf, durch laufende Prüfung, regelmäßige Restore Tests und den Schutz über Immutable Speicher sowie Air Gapping. Unternehmen, die ihr aktuelles Backup Setup überprüfen, finden Details zur Leistung Backup, Reporting, Monitoring & Audit bei accompio.
Über den Experten
Stefan Schröder ist Geschäftsführer von BACKUP EAGLE® und ist Experte für On-premise & Cloud Backup-Strukturen sowie deren Sicherung.
FAQ zu Backup Monitoring
Was ist der Unterschied zwischen Backup Monitoring und Backup Reporting?
Backup Monitoring zeigt den aktuellen technischen Zustand von Backups, meistens über ein Dashboard. Backup Reporting dokumentiert diesen Zustand über einen längeren Zeitraum, vor allem für Compliance Nachweise gegenüber Prüfern oder Kunden.
Ist ein Snapshot dasselbe wie ein Backup?
Nein, ein Snapshot ergänzt ein Backup, ersetzt es aber nicht. Ein Snapshot liegt häufig auf demselben System wie die Originaldaten und geht bei einem Systemausfall oder Angriff mit ihnen verloren.
Worauf sollten Unternehmen bei einer Backup Monitoring Software achten?
Eine geeignete Backup Monitoring Software erkennt Schwankungen in Datenmenge und Laufzeit eines Backups, findet leere oder unvollständige Sicherungen und meldet ungewöhnliche Veränderungen an Metadaten oder Aufbewahrungsfristen. Diese Auffälligkeiten deuten häufig auf Ransomware, Fehlkonfigurationen oder übersehene Systeme hin. Zusätzlich unterscheidet eine gute Lösung klar zwischen Monitoring (aktueller Zustand auf einen Blick), Logging (sicherheitsrelevante Protokollierung) und Reporting (Nachweis für Compliance Zwecke), da diese drei Bereiche unterschiedliche Aufgaben erfüllen.
Was sind Silent Failures beim Backup?
Silent Failures sind unentdeckte Lücken in einem Backup, etwa nicht gesicherte Dateien oder neue Systeme, die nie ins Backup aufgenommen wurden. Der Backup Job meldet trotzdem „erfolgreich“, da das Tool die Lücke selbst nicht erkennt.
Schützt ein Backup automatisch vor Ransomware?
Ein Backup allein reicht nicht aus. Firewalls, Virenscanner und EDR Systeme greifen vor einem Angriff. Das Backup bildet die letzte Verteidigungslinie, falls diese Mechanismen versagen.
Wie oft sollte ein Unternehmen seine Backups testen?
BACKUP EAGLE® empfiehlt Restore Tests mindestens alle sechs Monate, idealerweise monatlich, dokumentiert über einen festen Testplan.
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Confidential Computing macht KI für Unternehmen geschäftsfähig
Leonard Püttmann, Solutions Architect AI bei accompio, ordnet im Gespräch ein, wie die Technologie funktioniert, für welche Anwendungsfälle sie sich eignet und wo ihre Grenzen liegen. Dieser Artikel erklärt die Funktionsweise von Confidential Computing und Confidential AI, grenzt beide Begriffe voneinander ab und zeigt konkrete erste Schritte für den Einsatz im Unternehmen.
Das Wichtigste in Kürze
- Confidential Computing verschlüsselt Daten zusätzlich während der aktiven Verarbeitung, nicht nur bei Übertragung und Speicherung.
- Die technische Basis bildet eine Trusted Execution Environment (TEE) direkt auf Prozessorebene.
- Selbst der Betreiber des KI-Modells hat keinen Zugriff auf die verarbeiteten Daten.
- Der Performance-Unterschied zu klassischer KI-Nutzung liegt laut accompio bei 5 bis 10 Prozent.
- Die Technologie deckt aktuell Open-Source-KI-Modelle ab, ausreichend für 90 bis 95 Prozent der Anwendungsfälle.
Was ist Confidential Computing?
Confidential Computing ist eine Sicherheitstechnologie, die Daten auch während der aktiven Verarbeitung auf Hardware-Ebene verschlüsselt hält. Klassische Verschlüsselung schützt Daten bei der Übertragung zwischen Systemen und bei der Speicherung auf einem Server. Sobald ein Programm oder ein KI-Modell mit den Daten arbeitet, liegen sie bei klassischen Systemen üblicherweise unverschlüsselt vor und sind damit für den Betreiber der Infrastruktur einsehbar.
Confidential Computing schließt genau diese Lücke über eine Trusted Execution Environment (TEE), eine isolierte, verschlüsselte Umgebung direkt auf dem Prozessor. Leonard Püttmann beschreibt das Prinzip im Gespräch als Tresor, bei dem selbst der Betreiber der Infrastruktur keinen Zugriff auf den Inhalt hat.
Kerndefinition: Confidential Computing verschlüsselt Daten während der aktiven Verarbeitung zusätzlich zur Verschlüsselung bei Übertragung und Speicherung. Die technische Basis bildet eine Trusted Execution Environment auf Prozessorebene.
Warum bleiben sensible Unternehmensdaten heute ungenutzt für KI?
Viele KI-Modelle laufen in der Cloud, teilweise auf Servern außerhalb der Europäischen Union. Für Unternehmen mit Patenten, internen Dokumenten oder anderen sensiblen Informationen ist die Eingabe dieser Daten in ein solches Modell riskant, denn die Daten liegen während der Verarbeitung offen für den Betreiber der Infrastruktur vor.
Ohne zusätzlichen Schutz bleiben Unternehmen deshalb häufig bei ihren KI-Use-Cases stehen, weil relevante Daten aus Datenschutzgründen gar nicht erst zum Einsatz kommen. Passiert es doch, drohen Datenlecks. Sensible Informationen fließen in das Training weiterer Modelle ein, gelangen an Dritte oder geraten ins Visier von Hackerangriffen.
Wie funktioniert Confidential Computing technisch?
Der Zugriff auf ein Confidential-AI-Modell startet mit einer Remote Attestation, einer Prüfung, ob der Zugriff überhaupt zulässig ist. Anschließend übermittelt das System die Daten verschlüsselt bis auf Prozessorebene an das Modell. Das KI-Modell arbeitet innerhalb dieser geschützten Umgebung ganz normal mit den Daten, vergleichbar mit anderen KI-Modellen. Die Ausgabe geht verschlüsselt zurück an die Nutzerin oder den Nutzer und liegt erst dort wieder entschlüsselt vor.
„Es ist wirklich wie ein kleiner Tresor. Selbst wenn ich physischen Zugang zu dem KI-Modell habe, kann sich da niemand irgendwelche Daten herausziehen.“
— Leonard Püttmann, Solution Architect bei accompio AI
Die Verschlüsselung sitzt dabei auf Hardware-Ebene, nicht in einer zusätzlichen Software-Schicht. Genau das macht laut Leonard Püttmann den entscheidenden Sicherheitsunterschied aus.
Confidential Computing und Confidential AI: Wo liegt der Unterschied?
Confidential Computing beschreibt die zugrunde liegende Hardware-Technologie zur Verschlüsselung während der Verarbeitung, unabhängig von der konkreten Anwendung. Confidential AI ist die Anwendung dieser Technologie speziell auf KI-Modelle und KI-Prozesse. Ein Unternehmen setzt Confidential Computing als technisches Fundament ein, um darauf aufbauend Confidential AI für konkrete KI-Anwendungsfälle zu nutzen.
Confidential AI im Vergleich zu Data Masking und Anonymisierung
Data Masking und Anonymisierung versuchen, sensible Informationen vor der Verarbeitung aus Dokumenten zu entfernen. Ein Restrisiko bleibt dabei bestehen: Rutschen einzelne sensible Datenpunkte durch den Filter, entsteht trotzdem ein Datenschutzproblem. Confidential AI verfolgt einen anderen Ansatz und schützt die Daten direkt während der Verarbeitung auf Hardware-Ebene, unabhängig davon, ob vorher eine Anonymisierung stattgefunden hat.
Integration, Performance und Grenzen der Technologie
Die Einbindung von Confidential AI in bestehende Systeme läuft über eine externe Schnittstelle, vergleichbar mit einem gewöhnlichen Cloud-KI-Modell. Neue Hardware oder größere Systemumstellungen sind dafür nicht notwendig, auch bestehende Cloud-Anbieter benötigen dafür keine gesonderten Voraussetzungen.
Der Performance-Unterschied liegt laut accompio bei 5 bis 10 Prozent gegenüber klassischer KI-Nutzung, die Interaktion bleibt weiterhin in Echtzeit möglich. Eine Einschränkung betrifft die Modellauswahl: Confidential AI funktioniert aktuell ausschließlich mit Open-Source-KI-Modellen, proprietäre Modelle wie ChatGPT oder Claude sind dafür technisch nicht einsetzbar. Laut accompio deckt diese Auswahl an Open-Source-Modellen bereits 90 bis 95 Prozent der KI-Use-Cases von Unternehmen ab.
Vertrauen durch unabhängige Prüfung
Vertragliche Zusicherungen allein reichen für viele Unternehmen im Umgang mit sensiblen Daten nicht aus. accompio setzt deshalb zusätzlich auf technische und unabhängige Nachweise auf Hardware-Ebene.
„Das Ganze wurde zum Beispiel auch durch den TÜV IT geprüft und einmal gecheckt, ob das auch wirklich so ist. Ernst & Young hat zum Beispiel auch einen großen Audit für diese Technologie gemacht.“
— Leonard Püttmann, Solution Architect bei accompio AI
Confidential AI mit accompio umsetzen
Sie planen konkrete KI-Use-Cases mit sensiblen Unternehmensdaten und suchen eine sichere technische Basis dafür? accompio unterstützt bei der Bestandsaufnahme, Auswahl der passenden Open-Source-Modelle und technischen Integration von Confidential AI in Ihre bestehende Infrastruktur.
Erste Schritte: So starten Unternehmen mit Confidential AI
Laut Leonard Püttmann steht der Reifegrad von Confidential Computing in Deutschland aktuell sehr unterschiedlich da. Einzelne Unternehmen setzen die Technologie bereits produktiv ein, für viele andere ist sie dagegen noch neu, teilweise sogar unbekannt als tatsächliche Alternative zur klassischen Cloud-KI.
Der erste konkrete Schritt ist unabhängig vom eigenen Reifegrad immer der gleiche: eine Bestandsaufnahme der eigenen Prozesse im Tagesgeschäft.
Dabei stehen zwei Fragen im Mittelpunkt:
1. Wo entstehen im Tagesgeschäft Pain Points, die sich mit KI-Unterstützung lösen lassen?
2. Sind in diesen Prozessen sensible Daten involviert, etwa Patente, interne Dokumente oder personenbezogene Informationen?
Fällt die Antwort auf die zweite Frage mit Ja aus, ist Confidential AI laut accompio häufig der passende nächste Schritt für die technische Umsetzung. Die anschließende Integration selbst braucht keine neue Hardware und keine grundlegende Systemumstellung. Sie läuft über eine externe Schnittstelle, vergleichbar mit einem gewöhnlichen Cloud-KI-Modell.
Fazit
Confidential Computing schließt die letzte offene Lücke in der Datenverschlüsselung: den Moment der aktiven Verarbeitung. Für Unternehmen mit sensiblen Daten eröffnet Confidential AI dadurch KI-Use-Cases, die vorher aus Gründen des Datenschutzes nicht umsetzbar waren.
Über den Experten
Leonard Püttmann arbeitet als Solutions Architect AI bei accompio und beschäftigt sich im Tagesgeschäft mit dem sicheren Einsatz von KI-Technologie bei Unternehmenskundinnen und -kunden.
Häufige Fragen zu Confidential Computing und Confidential AI
Was ist der Unterschied zwischen Confidential Computing und normaler Verschlüsselung?
Normale Verschlüsselung schützt Daten bei Übertragung und Speicherung. Confidential Computing verschlüsselt Daten zusätzlich während der aktiven Verarbeitung durch ein Programm oder KI-Modell, über eine Trusted Execution Environment auf Prozessorebene.
Ist Confidential AI mit Modellen wie ChatGPT oder Claude nutzbar?
Nein, ChatGPT und Claude sind proprietäre Modelle und dafür technisch nicht einsetzbar. Confidential AI funktioniert aktuell mit Open-Source-KI-Modellen, die laut accompio bereits 90 bis 95 Prozent der Unternehmens-Use-Cases abdecken.
Für welche Branchen eignet sich Confidential AI besonders?
Grundsätzlich profitiert jede Branche mit sensiblen Daten von Confidential AI. Besonders relevant ist die Technologie laut accompio für das Finanzwesen und das Gesundheitswesen, da dort häufig hochsensible personenbezogene oder unternehmenskritische Informationen im Spiel sind, etwa Untersuchungsergebnisse oder Finanzdaten, die nicht an Dritte gelangen dürfen.
Wie stark sinkt die Performance durch Confidential AI?
Laut accompio liegt der Performance-Unterschied bei 5 bis 10 Prozent gegenüber klassischer KI-Nutzung. Die Interaktion mit dem Modell bleibt dabei weiterhin in Echtzeit möglich.
Wie startet ein Unternehmen mit Confidential AI?
Der erste Schritt ist eine Bestandsaufnahme der eigenen Prozesse und Pain Points, verbunden mit der Frage, wo dabei sensible Daten involviert sind. Auf dieser Basis lässt sich die passende technische Umsetzung ableiten.
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DENWERIT wird Teil der accompio-Gruppe
Die accompio Gruppe hat zum 30. Juni 2026 die DENWERIT GmbH vollständig erworben. Mit der Akquisition stärkt accompio ihre Kompetenzen in Managed Services und IT-Carve-outs und erweitert ihr Leistungsspektrum entlang der gesamten IT-Wertschöpfungskette – von der Transaktion bis zum laufenden IT-Betrieb. Das 2022 gegründete Unternehmen wird künftig als Teil der accompio MidMarket Business Unit geführt. Denis Werner gestaltet gemeinsam mit accompio die weitere Entwicklung innerhalb der Gruppe mit.
„Mit DENWERIT gewinnen wir ein hochspezialisiertes Team, das komplexe IT-Transformationen und Carve-outs souverän umsetzt und anschließend den laufenden IT Betrieb verantwortet. Diese Kompetenz ergänzt unsere Managed-Service-Stärke ideal. Es ermöglicht uns, Kunden ein durchgängiges Leistungsspektrum von der Transaktion bis zum dauerhaften IT-Betrieb aus einer Hand zu bieten. Zugleich verstärkt DENWERIT unser Team am Standort München spürbar – ein wichtiger Schritt für unser weiteres Wachstum," erklärt Tim Körner, CEO der accompio MidMarket.
Denis Werner, (Gründer und CEO, DENWERIT) fügt hinzu: „Seit der Gründung 2022 haben wir DENWERIT zu einem verlässlichen Partner für anspruchsvolle IT-Transformationen entwickelt. Als Teil von accompio können wir dieses Modell deutlich schneller skalieren und unseren Kunden ein erweitertes Portfolio – von Cybersecurity bis Künstliche Intelligenz – anbieten. Für unser Team eröffnet die Einbindung in eine wachsende Unternehmensgruppe neue Perspektiven, während unsere Kunden ihre vertrauten Ansprechpartner behalten."
Die Integration von DENWERIT ist ein weiterer gezielter Schritt in der strategischen Wachstumsagenda von accompio: Mit dem hochspezialisierten Wissen im Bereich Consulting und Transformationsprojekte im IT-Carve-out-Umfeld verstärkt die Gruppe ihr Portfolio um entscheidende Kompetenzen.
Über DENWERIT GmbH
Die DENWERIT GmbH ist ein 2022 gegründeter IT-Dienstleister mit Sitz in München. Das Unternehmen ist auf komplexe IT-Transformationen, IT-Carve-outs und Managed Services spezialisiert und unterstützt mittelständische Unternehmen bei anspruchsvollen Veränderungsprozessen. Seit Juli 2026 ist die DENWERIT GmbH Teil der accompio Gruppe.
accompio vereint eine wachsende Anzahl etablierter IT-Dienstleister unter einer starken Marke. Als führender Managed Security Service Provider im DACH-Raum bietet accompio ein breites Serviceportfolio mit Schwerpunkten in IT-Sicherheit, Cloud-Lösungen, digitaler Transformation und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Optimierung von Geschäftsprozessen. Durch die Bündelung von Kompetenzen innerhalb der Gruppe schafft accompio eine größere Schlagkraft im IT-Markt und erweitert kontinuierlich ihr Leistungsspektrum. Mit etwa 900 IT-Expertinnen und Experten ist accompio an insgesamt 22 Standorten in Deutschland, Österreich, Ungarn und Bulgarien aktiv.
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Schwachstellenmanagement: Erkennung, Priorisierung und Behebung von Sicherheitslücken
Im Interview erklärt Stefan Kappey, Service Owner Schwachstellenmanagement bei accompio, wie der Prozess in der Praxis abläuft, welche Fehler Unternehmen vermeiden sollten und welche Rolle Künstliche Intelligenz bei der Priorisierung übernimmt.
Das Wichtigste in Kürze
- Schwachstellenmanagement ist ein kontinuierlicher Prozess aus Erkennung, Bewertung, Priorisierung und Behebung von Sicherheitslücken, kein einmaliger Scan.
- CVSS (Common Vulnerability Scoring System) liefert eine international anerkannte Bewertungsgrundlage. Die endgültige Priorisierung entscheidet sich jedoch über den jeweiligen Unternehmenskontext.
- Automatisiertes Scanning deckt auch Schwachstellen auf, die im rein manuellen Prozess unbemerkt bleiben, etwa bei einem fehlgeschlagenen Update.
- Fehlende Kommunikation zwischen IT und Operational Technology (OT) zählt zu den häufigsten Ursachen für dauerhaft offene Sicherheitslücken.
- KI unterstützt bei der Datenanalyse und Mustererkennung von Sicherheitslücken im Unternehmen. Die Priorisierung im jeweiligen Unternehmenskontext bleibt Aufgabe erfahrener IT-Fachkräfte.
Was ist Schwachstellenmanagement?
Schwachstellenmanagement bezeichnet den kontinuierlichen Prozess der Identifizierung, Bewertung, Priorisierung und Behebung von Sicherheitslücken in IT-Systemen. Ziel ist die Reduzierung der Angriffsfläche eines Unternehmens, bevor Angreifer eine Schwachstelle ausnutzen.
Der Prozess unterscheidet grundsätzlich zwei Kategorien von Schwachstellen:
- Sicherheitslücken, die sich über Updates und Patches schließen lassen
- Konfigurationsschwachstellen wie unsichere Zugänge oder Standardpasswörter.
Letztere erfordern eine manuelle Bearbeitung, da kein Patch sie automatisch behebt.
Schwachstellenmanagement beginnt dort, wo Vermutungen enden
Viele Unternehmen verlassen sich auf das Bauchgefühl ihrer Administratoren, um Risiken einzuschätzen. Dieses Vorgehen liefert selten ein vollständiges Bild der tatsächlichen Angriffsfläche.
„Ohne meine Angriffsfläche zu kennen, kann ich sie nicht schützen“
— Stefan Kappey, Service Owner bei accompio
bringt es Stefan Kappey im Interview auf den Punkt. Erst ein systematischer Scan der gesamten IT-Umgebung schafft die Grundlage für fundierte Entscheidungen über Priorisierung und Behebung.
Schwachstellenmanagement in vier Phasen erklärt
Schwachstellenmanagement folgt vier aufeinanderfolgenden Phasen, die sich nach jeder Behebung wiederholen.
- Erkennung: Ein Schwachstellenscanner prüft IT-Systeme, Cloud-Umgebungen, Webapplikationen und OT-Systeme auf bekannte Sicherheitslücken.
- Bewertung: Jede gefundene Schwachstelle erhält eine Einstufung nach Schweregrad, meist über das Common Vulnerability Scoring System (CVSS).
- Priorisierung: Der Unternehmenskontext entscheidet über die Reihenfolge der Behebung, etwa ob ein System aus dem Internet erreichbar ist oder mehrfach abgesichert im Rechenzentrum liegt.
- Behebung: Patches, Konfigurationsänderungen oder andere Gegenmaßnahmen schließen die Schwachstelle. Ein erneuter Scan bestätigt den Erfolg der Maßnahme.
Manuelle Prüfung oder automatisierter Scan?
Eine rein manuelle Prüfung stößt in IT-Umgebungen mit hunderten Systemen schnell an ihre Grenzen. Automatisierte Schwachstellenscanner testen ganze Netzwerke täglich und liefern eine aktuelle Übersicht zum Sicherheitszustand.
Der manuelle Ansatz zeigt zudem eine praktische Schwäche: Administratoren, die ein Update anstoßen und eine erfolgreiche Installation sehen, gehen von einem sicheren System aus. Updates funktionieren jedoch nicht immer zuverlässig im Hintergrund. Ein Schwachstellenmanagement-Tool deckt solche stillen Fehler auf, die im rein manuellen Prozess oft unbemerkt bleiben.
Ein Praxisbeispiel aus dem Interview verdeutlicht diesen Punkt: Bei einem Kunden zeigte das eingesetzte Tool eine WannaCry-Schwachstelle auf einem System, obwohl diese im gesamten Unternehmen längst behoben war. Ursache war ein altes, wiederhergestelltes Systemabbild. Ohne kontinuierliches Scanning wäre diese Schwachstelle unentdeckt geblieben.
Häufige Herausforderungen im Schwachstellenmanagement
Der häufigste Fehler im Schwachstellenmanagement bleibt ausbleibendes Patchen. Ein zuverlässiger Patchprozess reduziert den Aufwand erheblich, da er die meisten Schwachstellen bereits im Vorfeld schließt.
Eine zweite Herausforderung betrifft die Kommunikation zwischen Abteilungen. Besonders an der Schnittstelle zwischen klassischer IT und Operational Technology (OT) gelten unterschiedliche Prioritäten. Während in der IT die Sicherheit im Vordergrund steht, zählt in der OT vor allem die Verfügbarkeit von Anlagen. Fehlender Austausch zwischen beiden Bereichen führt regelmäßig zu Sicherheitslücken, die niemand behebt, da die Verantwortung unklar bleibt.
Nicht zuletzt erfordert die Priorisierung selbst Erfahrung: Eine kritisch eingestufte Schwachstelle auf einem unkritischen System bindet mitunter mehr Ressourcen, als ihr tatsächliches Risiko rechtfertigt.
Welche Rolle spielen KI und Automatisierung?
Künstliche Intelligenz unterstützt Schwachstellenmanagement zunehmend bei der Auswertung großer Datenmengen und beim Erkennen relevanter Muster.
Die eigentliche Priorisierung bleibt jedoch auch künftig eine Aufgabe erfahrener Fachkräfte.
„Ich brauche trotz KI im Schwachstellenmanagement immer noch meine eigene Erfahrung, meine Expertise und mein Bauchgefühl, um aus den Daten in der Priorisierung die richtigen Schritte abzuleiten.“
— Stefan Kappey, Service Owner bei accompio
Komplexe Priorisierungsentscheidungen erfordern Kontextwissen über das jeweilige Unternehmen, das die KI oder ein Tool allein nicht liefert.
Mit Schwachstellenmanagement erhalten Sie Klarheit über Ihre Angriffsfläche
accompio identifiziert Schwachstellen in Ihrer IT-Infrastruktur und leitet priorisierte Maßnahmen zur Behebung ab.
Fazit: Wer seine Angriffsfläche kennt, schließt sie gezielt
Schwachstellenmanagement schützt Unternehmen nur dann wirksam, wenn Erkennung, Priorisierung nach Unternehmenskontext und ein zuverlässiger Patchprozess ineinandergreifen. Ein durchdachtes Vulnerability Management reduziert die Angriffsfläche nachhaltig und schafft die Grundlage für weitere Maßnahmen im Bereich Cyber Security.
Über den Autor
Stefan Kappey ist Service Owner Schwachstellenmanagement bei accompio und begleitet Unternehmen beim Aufbau strukturierter Schwachstellenmanagement-Prozesse.
FAQ: Häufige Fragen zum Schwachstellenmanagement
Was ist Schwachstellenmanagement?
Schwachstellenmanagement ist der kontinuierliche Prozess der Identifizierung, Bewertung, Priorisierung und Behebung von Sicherheitslücken in IT-Systemen. Ziel ist die Reduzierung der Angriffsfläche eines Unternehmens.
Was unterscheidet Schwachstellenmanagement von einem einzelnen Schwachstellenscan?
Ein Schwachstellenscan liefert eine Momentaufnahme zu einem bestimmten Zeitpunkt. Schwachstellenmanagement bildet den gesamten fortlaufenden Prozess aus Erkennung, Bewertung, Priorisierung und Behebung ab.
Wie oft sollten Unternehmen Schwachstellenscans durchführen?
Kontinuierliches, automatisiertes Scanning gilt als Standard. Kritische Systeme profitieren von häufigeren Scans, da neue Schwachstellen täglich bekannt werden.
Reicht Patchen allein für ein sicheres Unternehmen aus?
Patchen schließt einen großen Teil der Schwachstellen, adressiert aber keine Konfigurationsschwachstellen wie unsichere Passwörter oder offene Zugänge. Diese erfordern zusätzliche manuelle Maßnahmen.
Welche Systeme benötigen Schwachstellenmanagement?
Klassische IT-Systeme, Cloud-Umgebungen, Webapplikationen und zunehmend auch Operational-Technology-Systeme (OT) in der Produktion benötigen ein strukturiertes Schwachstellenmanagement.
Kann Künstliche Intelligenz die Priorisierung im Schwachstellenmanagement ersetzen?
Nein. KI analysiert große Datenmengen und unterstützt bei der Mustererkennung. Die endgültige Priorisierung im jeweiligen Unternehmenskontext bleibt Aufgabe erfahrener Fachkräfte.
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Grimsehlstraße 23
37574 Einbeck
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Digitale Forensik im Incident Response: Spuren sichern, Angriffe verstehen, Maßnahmen ableiten
Die Antworten liefert die digitale Forensik. Sie ist ein zentraler Bestandteil eines professionellen Incident Response und hilft dabei, Angriffe systematisch zu rekonstruieren, Beweise zu sichern und wirksame Maßnahmen für die Zukunft abzuleiten.
Im Interview erklärt Thomas Ringhof, wie forensische Analysen in der Praxis ablaufen, welche Fehler Unternehmen im Ernstfall vermeiden sollten und warum eine erfolgreiche Incident Response weit über die reine Schadensbegrenzung hinausgeht.
Das Wichtigste in Kürze
- Digitale Forensik ist ein zentraler Bestandteil des Incident Response. Sie hilft dabei, Angriffe nicht nur einzudämmen, sondern deren Ursache, Verlauf und Auswirkungen vollständig nachzuvollziehen.
- Sicherheitsvorfälle nehmen spürbar zu. r-tec, Teil der accompio Unternehmensgruppe, bearbeitete 2024 rund 80 Sicherheitsvorfälle. 2025 lag die Zahl bereits bei über 130 Fällen im Jahr.
- Je besser die Spurenlage, desto fundierter die Analyse. Logs, Speicherabbilder, Netzwerkdaten und Endpunkte liefern die Grundlage, um den Angriffsverlauf zu rekonstruieren und belastbare Entscheidungen zu treffen.
- Forensische Erkenntnisse bilden die Basis für nachhaltige Sicherheitsmaßnahmen. Erst wenn Initial Access, Ausbreitung und Persistenzmechanismen verstanden sind, lassen sich wirksame Gegenmaßnahmen ableiten.
- Zeitdruck darf die Beweissicherung nicht gefährden. Eine strukturierte Vorgehensweise stellt sicher, dass wichtige Informationen erhalten bleiben und sich auch später noch auswerten lassen.
- Cyber Kill Chain und MITRE ATT&CK® Framework helfen Incident-Response-Teams, Angriffe systematisch einzuordnen, Taktiken und Techniken von Angreifern besser zu verstehen und die eigenen Detection-Mechanismen gezielt weiterzuentwickeln.
Was ist digitale Forensik?
Digitale Forensik bezeichnet die systematische Untersuchung digitaler Spuren nach einem Sicherheitsvorfall. Forensiker sichern Logdateien, Speicherabbilder, Netzwerkdaten und weitere Artefakte, um den Ablauf eines Angriffs lückenlos zu rekonstruieren.
Im Unterschied zu einem klassischen Schwachstellenscan untersucht digitale Forensik einen bereits eingetretenen Vorfall: Wie ist der Angreifer eingedrungen, welche Systeme hat er kompromittiert und welche Daten waren betroffen?
Digitale Forensik liefert damit die belastbare Faktenbasis für jede weitere Entscheidung im Incident Response, von der Eindämmung bis zur Meldung an Behörden oder Versicherungen.
Forensik beginnt dort, wo Vermutungen enden
Nach einem Sicherheitsvorfall steht zunächst die Eindämmung des Angriffs im Fokus. Mindestens genauso wichtig ist jedoch die Frage, wie es überhaupt zu dem Incident kommen konnte.
Genau an diesem Punkt setzt die digitale Forensik an. Sie rekonstruiert den Ablauf eines Angriffs, identifiziert den Einstiegspunkt und macht nachvollziehbar, welche Systeme betroffen waren und welche Aktivitäten der Angreifer durchgeführt hat.
Damit liefert sie die Grundlage für fundierte Entscheidungen sowohl während der Incident Response als auch für die langfristige Verbesserung der Sicherheitsstrategie.
Spuren sichern, bevor sie verloren gehen
Jeder Cyberangriff hinterlässt digitale Spuren. Dazu gehören unter anderem Logdateien, Speicherabbilder (Memory Dumps), Netzwerkdaten oder Artefakte auf Endgeräten.
Je früher Verantwortliche diese Informationen sichern, desto vollständiger lässt sich der Angriffsverlauf rekonstruieren. Gleichzeitig ist eine saubere Beweissicherung entscheidend, um Daten nicht unbeabsichtigt zu verändern oder wichtige Hinweise zu verlieren.
Eine strukturierte Datensicherung gehört deshalb zu den wichtigsten Aufgaben in den ersten Stunden eines Incidents.
Den Angriffsverlauf systematisch rekonstruieren
Ein einzelnes Logfile beantwortet selten alle Fragen. Erst die Kombination verschiedener Datenquellen ermöglicht es, den gesamten Angriffsweg vom Initial Access über die laterale Bewegung bis hin zu Persistenzmechanismen oder einer möglichen Datenexfiltration nachzuvollziehen .
Methodische Modelle und Frameworks wie die Cyber Kill Chain oder das MITRE ATT&CK® Framework unterstützen dabei, einzelne Aktivitäten in einen Gesamtzusammenhang einzuordnen und typische Angriffsmuster zu erkennen.
Von der Analyse zu konkreten Maßnahmen
Die gewonnenen Erkenntnisse aus der digitalen Forensik fließen direkt in technische und organisatorische Verbesserungen ein. Dazu gehören beispielsweise die Anpassung von Detection-Regeln, die Härtung betroffener Systeme, Verbesserungen im Identitäts- und Berechtigungsmanagement oder Optimierungen bestehender Incident-Response-Prozesse.
Ziel ist es, den aktuellen Vorfall zu bewältigen und ähnliche Angriffe künftig frühzeitig zu erkennen oder ganz zu verhindern.
„Ein Incident ist erst dann wirklich abgeschlossen, wenn wir nachvollziehen können, wie der Angreifer vorgegangen ist – alles andere bleibt Spekulation.“
— Thomas Ringhof, digitaler Forensiker bei r-tec (Teil der accompio-Gruppe)
Die größten Herausforderungen in der Praxis
In vielen Incident-Response-Einsätzen fehlen genau die Informationen, die eine vollständige Analyse braucht.
Nicht aktivierte Protokollierungen, zu kurze Aufbewahrungszeiten oder unvollständige Daten erschweren die Rekonstruktion erheblich. Gleichzeitig müssen Incident-Response-Teams unter hohem Zeitdruck arbeiten und zwischen schneller Reaktion und sorgfältiger Analyse abwägen.
Eine gute Vorbereitung entscheidet deshalb oft darüber, wie erfolgreich eine spätere forensische Untersuchung verläuft.
Welche Rolle spielen KI und Automatisierung?
Automatisierung und künstliche Intelligenz unterstützen forensische Analysen zunehmend bei der Auswertung großer Datenmengen und beim Erkennen auffälliger Muster.
Die eigentliche Bewertung eines Angriffs bleibt jedoch auch künftig eine Aufgabe erfahrener Experten. Gerade komplexe Angriffsszenarien erfordern Kontextwissen, Erfahrung und die Fähigkeit, technische Erkenntnisse in konkrete Handlungsempfehlungen zu übersetzen.
Mit digitaler Forensik erhalten Sie Klarheit nach einem Cyberangriff
accompio analysiert die Angriffsmuster und Schwachstellen in Ihrer IT-Infrastruktur, damit sich ein Vorfall nicht wiederholt.
Fazit: Wer den Angriff versteht, verhindert ihn dauerhaft
Incident Response endet nicht mit der Wiederherstellung des Geschäftsbetriebs. Erst wenn Unternehmen nachvollziehen, wie ein Angreifer vorgegangen ist, welche Schwachstellen er ausgenutzt hat und welche Spuren der Angriff hinterlassen hat, lassen sich wirksame Schutzmaßnahmen ableiten.
Digitale Forensik liefert genau dieses Verständnis und schafft damit die Grundlage für eine resilientere Sicherheitsstrategie.
Über den Autor
Thomas Ringhof ist Incident Responder und digitaler Forensiker bei r-tec (Teil der accompio Gruppe) und begleitet Unternehmen bei der forensischen Aufklärung von Sicherheitsvorfällen.
FAQ: Häufige Fragen zur digitalen Forensik im Incident Response
Was ist digitale Forensik im Incident Response?
Digitale Forensik ist die systematische Analyse eines Cyberangriffs. Ziel ist es, digitale Spuren zu sichern, den Angriffsverlauf zu rekonstruieren und belastbare Erkenntnisse über Ursache, Auswirkungen und Vorgehensweise des Angreifers zu gewinnen. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil eines professionellen Incident Response.
Was ist der Unterschied zwischen Incident Response und digitaler Forensik?
Incident Response umfasst alle Maßnahmen zur Erkennung, Eindämmung und Behebung eines Sicherheitsvorfalls. Die digitale Forensik konzentriert sich darauf, Beweise zu sichern, den Angriff technisch zu analysieren und den Ablauf vollständig nachzuvollziehen. Beide Disziplinen ergänzen sich und sind eng miteinander verbunden.
Welche Daten sollten nach einem Cyberangriff gesichert werden?
Besonders wichtig sind Logdateien, Speicherabbilder (Memory Dumps), Netzwerkdaten, Endpunktinformationen, Authentifizierungsprotokolle sowie Artefakte auf betroffenen Systemen. Je vollständiger diese Daten vorliegen, desto besser lässt sich der Angriff rekonstruieren.
Warum ist eine schnelle Beweissicherung so wichtig?
Viele digitale Spuren verändern sich innerhalb kurzer Zeit oder gehen durch Neustarts, Systemänderungen oder Bereinigungsmaßnahmen verloren. Eine frühzeitige Sicherung relevanter Daten erhöht die Wahrscheinlichkeit, den Angriffsverlauf vollständig nachzuvollziehen.
Wie wird ein Cyberangriff forensisch analysiert?
Die Analyse beginnt mit der Sicherung relevanter Datenquellen. Anschließend ordnen Forensiker Ereignisse zeitlich ein, identifizieren Angriffstechniken und rekonstruieren den gesamten Angriffsweg. Frameworks wie die Cyber Kill Chain oder das MITRE ATT&CK® Framework helfen dabei, die beobachteten Aktivitäten systematisch zu klassifizieren.
Was ist ein Memory Dump und warum ist er wichtig?
Ein Memory Dump ist eine Momentaufnahme des Arbeitsspeichers eines Systems. Er enthält häufig Hinweise auf laufende Prozesse, Schadsoftware, Netzwerkverbindungen oder Verschlüsselungsschlüssel und liefert oft Informationen, die in Logdateien nicht mehr vorhanden sind.
Wie erkennt man, ob sich Angreifer noch im Netzwerk befinden?
Forensische Analysten prüfen unter anderem aktive Prozesse, Netzwerkverbindungen, Persistenzmechanismen, Benutzerkonten und ungewöhnliche Aktivitäten. Ziel ist es festzustellen, ob der Angreifer weiterhin Zugriff auf Systeme besitzt oder das Team ihn bereits vollständig entfernt hat.
Welche Rolle spielt das MITRE ATT&CK® Framework?
MITRE ATT&CK beschreibt bekannte Angriffstechniken und Taktiken in einem strukturierten Modell. Incident-Response- und Forensik-Teams nutzen das Framework, um Angriffe systematisch einzuordnen, Detection-Regeln zu verbessern und Sicherheitsmaßnahmen gezielt weiterzuentwickeln.
Kann künstliche Intelligenz die digitale Forensik ersetzen?
Nein. KI analysiert große Datenmengen, erkennt Auffälligkeiten und unterstützt Experten bei der Auswertung. Die Bewertung komplexer Angriffsszenarien sowie die Ableitung geeigneter Maßnahmen erfordern jedoch weiterhin die Erfahrung spezialisierter Incident-Response- und Forensik-Experten.
Wie können sich Unternehmen auf einen forensischen Ernstfall vorbereiten?
Unternehmen sollten eine umfassende Protokollierung sicherstellen, Logdaten ausreichend lange aufbewahren, Incident-Response-Prozesse definieren, Verantwortlichkeiten festlegen und regelmäßig Übungen oder Angriffssimulationen durchführen. Eine gute Vorbereitung verbessert die Qualität forensischer Analysen erheblich und verkürzt die Reaktionszeit im Ernstfall.
accompio GmbH
Grimsehlstraße 23
37574 Einbeck
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techbold wird Teil der europäischen accompio Gruppe
Die accompio Gruppe aus Deutschland übernimmt 100% der Aktien der techbold technology group AG. Die Verträge wurden am 30.07.26 unterzeichnet, der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die Wettbewerbsbehörde.
Mit diesem Schritt gewinnt techbold einen strategischen Partner, um die nächste Wachstumsphase aktiv zu gestalten, die Marktposition in Österreich weiter auszubauen und gemeinsam eine starke Plattform für IT-Lösungen und Cybersecurity für den DACH-Raum zu schaffen. Für Kunden und Partner ändert sich im Tagesgeschäft nichts: Bestehende Ansprechpartner, laufende Projekte, Services und Verträge bleiben unverändert aufrecht. Das techbold Team wird nun Teil eines stärkeren Verbundes und wird vom Know-how der accompio Gruppe aus dem DACH-Raum profitieren.
Strategischer Partner für die nächste Wachstumsphase
„Wir haben in den vergangenen Monaten gewissenhaft geprüft, welcher strategische Partner techbold in der nächsten Entwicklungsphase am besten stärken kann“, sagt Gerald Reitmayr, Co-CEO von techbold. „Mit accompio gewinnen wir einen Partner, der unser Geschäftsmodell, unsere Kundenbeziehungen und unsere starke Position im österreichischen Mittelstand versteht. Für unsere Kunden bedeutet das Kontinuität in der Betreuung vor Ort und zusätzliche Schlagkraft durch ein erweitertes Leistungs- und Kompetenzspektrum.“
Prof. Dr. Christian Böing, CEO der accompio Gruppe: „Mit techbold gewinnen wir einen herausragenden und kompetenten Partner, der unsere Präsenz im DACH-Raum auf ein neues Niveau hebt. Gemeinsam werden wir unsere Position als eine der führenden IT- und Sicherheitsgruppen im deutschsprachigen Raum weiter ausbauen.“
Starke Position im österreichischen Mittelstand
techbold wurde 2015 von Damian Izdebski gegründet und hat sich zu einem der führenden IT-Dienstleister für kleine und mittelständische Unternehmen in Österreich entwickelt. Mit Standorten in Wien, Oberösterreich und Burgenland betreut techbold rund 1.400 Kunden. Mit mehr als 170 IT-Spezialistinnen und -Spezialisten erwirtschaftet das Unternehmen einen Jahresumsatz von rund 28 Mio. Euro. Es verbindet Managed Services, Cloud- und Infrastrukturlösungen sowie Cybersecurity-Leistungen mit einem eigenen Cyber Security Operations Center. Damit bietet techbold dem Mittelstand laufende IT-Betreuung und hohe Cybersecurity-Kompetenz aus einer Hand.
Neue Perspektiven für die Zukunft
„techbold steht für eine hochdigitalisierte und skalierbare IT-Betriebsplattform“, ergänzt Matthias Stieber, Co-CEO von techbold. „Mit dieser Partnerschaft können wir diese Stärke gezielt nutzen, um unsere Wachstumsstrategie im österreichischen Markt fortzuführen und weiter zu wachsen. Die Partnerschaft gibt uns den Rückhalt, neue Chancen schneller und konsequenter zu ergreifen.“
Auch Damian Izdebski, Gründer und Hauptaktionär von techbold, sieht in der geplanten Übernahme einen wichtigen nächsten Schritt: „Seit der Gründung im Jahr 2015 haben wir techbold mit viel Herzblut zu einem der erfolgreichsten IT-Dienstleister für den österreichischen Mittelstand aufgebaut. techbold war von Beginn an ein Wachstumsunternehmen. Dass wir nun einen strategischen Partner gefunden haben, der unsere Entwicklung unterstützt und uns neue Perspektiven eröffnet, macht mich stolz. Ich bin überzeugt, dass techbold im Verbund mit accompio seine Erfolgsgeschichte auf einer noch größeren Bühne fortschreiben wird."
„Die Übernahme von techbold ist ein weiterer konsequenter Schritt in unserer Buy-and-Build-Strategie: Wir bauen systematisch die führende IT-Services-Plattform im DACH-Raum auf“, sagt Georg Willig, CFO der accompio Gruppe. „techbold zeigt genau, wonach wir suchen: unternehmergeführte IT-Dienstleister mit starker Marktposition, treuen Kunden und einem Team, das brennt. Jedes Unternehmen stärkt die Gruppe – und umgekehrt. Und kommt für weitere Unternehmen wie techbold der richtige Moment, lernen wir uns kennen.“
Über techbold
techbold ist ein österreichischer IT-Dienstleister für den Mittelstand mit Schwerpunkt Cybersecurity. Das Unternehmen unterstützt seine Kunden beim sicheren, stabilen und zukunftsfähigen Betrieb ihrer IT und verbindet laufende IT-Betreuung mit Managed Services, IT-Outsourcing, modernen Microsoft Cloud Lösungen, leistungsfähiger Infrastruktur und umfassender IT-Sicherheit.
Rund 170 IT-Spezialistinnen und IT-Spezialisten betreuen bei techbold mehr als 1.400 Unternehmen aus 60 Branchen an den Standorten Wien, Oberösterreich und Burgenland. Zertifizierungen wie ISO 27001:2022, ISO 9001:2015 und das Cyber Trust Austria Silver Label unterstreichen den Anspruch an Informationssicherheit, Qualität und verlässliche IT-Services.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.techbold.at
accompio vereint eine wachsende Anzahl etablierter IT-Dienstleister unter einer starken Mar-ke. Als führender Managed Security Service Provider im DACH-Raum bietet accompio ein breites Serviceportfolio mit Schwerpunkten in IT-Sicherheit, Cloud-Lösungen, digitaler Trans-formation und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Optimierung von Geschäftsprozes-sen. Durch die Bündelung von Kompetenzen innerhalb der Gruppe schafft accompio eine größere Schlagkraft im IT-Markt und erweitert kontinuierlich ihr Leistungsspektrum. Mit etwa 900 IT-Expertinnen und Experten ist accompio an insgesamt 22 Standorten in Deutschland, Österreich, Ungarn und Bulgarien aktiv.
Weitere Informationen: www.accompio.com
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Die häufigsten Angriffswege in Unternehmen: Erkenntnisse aus Offensive Security und echten Kundenszenarien
Genau diese Realität erlebt Fabian Mosch, Head of Offensive Services bei r-tec als Teil der accompio Unternehmensgruppe, täglich in Penetrationstests und Angriffssimulationen. Im Interview gibt er Einblicke in typische Angriffswege, wiederkehrende Schwachstellen und erklärt, warum viele Sicherheitsmaßnahmen zwar sinnvoll, allein aber nicht ausreichend sind.
Das Wichtigste in Kürze
- Die meisten erfolgreichen Angriffe beginnen nicht mit hochkomplexen Exploits, sondern mit bekannten Schwachstellen. Phishing, schwache Passwörter oder fehlende Multifaktor-Authentifizierung gehören nach wie vor zu den häufigsten Einstiegspunkten für Angreifer.
- Angreifer betrachten immer den gesamten Angriffsweg. Während Unternehmen häufig einzelne Systeme absichern, kombinieren Angreifer mehrere kleine Schwachstellen, um schrittweise ihre Berechtigungen auszuweiten.
- Viele kritische Risiken entstehen durch alltägliche Fehlkonfigurationen. Historisch gewachsene Berechtigungen, Standardkonfigurationen oder unzureichend geschützte Identitäten sind in der Praxis oft gefährlicher als einzelne Software-Schwachstellen.
- Einzelne Security-Produkte verhindern keine erfolgreichen Angriffe. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Technik, Prozessen, Identitätsmanagement und regelmäßiger Überprüfung der tatsächlichen Angriffswege.
- Offensive Security macht reale Risiken sichtbar. Angriffssimulationen zeigen nicht nur einzelne Schwachstellen, sondern decken auf, wie ein echter Angreifer diese miteinander kombinieren würde.
Die häufigsten Angriffswege in Unternehmen: Experteninterview mit Fabian Mosch, Head of Offensive Services bei r-tec (Teil der accompio-Gruppe)
Welche Angriffswege Fabian Mosch in Penetrationstests immer wieder beobachtet, welche Schwachstellen Unternehmen häufig unterschätzen und wie sich Risiken mit Offensive Security gezielt reduzieren lassen, erfahren Sie im vollständigen Video-Interview.
Cyberangriffe beginnen meist einfacher als erwartet
Viele Unternehmen gehen davon aus, dass erfolgreiche Angriffe hochkomplexe Sicherheitslücken oder bislang unbekannte Schwachstellen voraussetzen. Die Realität sieht deutlich unspektakulärer aus.
In Offensive-Security-Projekten zeigt sich immer wieder, dass Phishing-Kampagnen, schwache Passwörter oder fehlende Multifaktor-Authentifizierung häufig den ersten Schritt eines erfolgreichen Angriffs bilden. Gleichzeitig konzentrieren sich viele Unternehmen auf einzelne Risikobereiche und verlieren andere potenzielle Angriffswege aus dem Blick.
Der gefährlichste Fehler: Nur einzelne Schwachstellen betrachten
Ein Angreifer sucht selten nach einer einzigen kritischen Schwachstelle. Stattdessen kombiniert er mehrere kleinere Schwächen miteinander.
Ein unsicheres Passwort, eine unzureichend geschützte VPN-Verbindung oder eine unauffällige Fehlkonfiguration reichen oft aus, um sich schrittweise weiter im Unternehmensnetzwerk auszubreiten. Genau diese Verkettung verschiedener Schwachstellen macht viele Angriffe so erfolgreich.
Deshalb reicht es nicht aus, einzelne Systeme regelmäßig zu prüfen. Entscheidend ist die Frage, welche Angriffspfade sich über verschiedene Systeme hinweg ergeben.
Warum Identitäten heute das wichtigste Angriffsziel sind
Ein großer Teil moderner Angriffe richtet sich nicht mehr gegen einzelne Server, sondern gegen Benutzerkonten und Berechtigungen.
Schwache Passwörter, fehlende Multifaktor-Authentifizierung oder zu weitreichende Berechtigungen ermöglichen es Angreifern häufig, sich innerhalb kurzer Zeit weitreichenden Zugriff auf Unternehmensressourcen zu verschaffen. Gerade Cloud-Dienste, VPN-Zugänge oder Kollaborationsplattformen bieten dabei attraktive Einstiegspunkte.
Identitäten sind damit zu einem der wichtigsten Schutzgüter moderner IT-Sicherheit geworden.
Kleine Schwachstellen mit großer Wirkung
Viele Unternehmen investieren erhebliche Summen in moderne Sicherheitslösungen und übersehen dabei alltägliche Risiken.
Historisch gewachsene Konfigurationen, Standardberechtigungen, unzureichend gepflegte Systeme oder veraltete Softwareversionen eröffnen Angreifern häufig deutlich einfachere Wege als spektakuläre Sicherheitslücken. Besonders kritisch wird es dann, wenn mehrere dieser Schwachstellen zusammenwirken.
Offensive Security zeigt den tatsächlichen Angriffsweg
Klassische Schwachstellenscans liefern wertvolle Hinweise auf technische Risiken. Sie zeigen jedoch meist nur einzelne Schwachstellen.
Ein Penetrationstest oder eine realistische Angriffssimulation geht deutlich weiter: Hier wird untersucht, welche Auswirkungen verschiedene Schwachstellen im Zusammenspiel haben und ob sich daraus tatsächlich ein erfolgreicher Angriff entwickeln lässt.
Genau diese Perspektive ermöglicht es Unternehmen, ihre Sicherheitsmaßnahmen nach tatsächlichem Risiko statt nach Einzelbefunden zu priorisieren.
„In unseren Angriffssimulationen denken und handeln wir wie echte Angreifer. Genau dadurch finden wir die Schwachstellen, die klassische Prüfungen häufig übersehen.“
— Fabian Mosch, Head of Offensive Services bei r-tec (Teil der accompio-Gruppe)
Nicht jedes Security-Produkt reduziert automatisch das Risiko
Immer wieder begegnet Fabian Mosch der Annahme, dass der Einsatz eines bestimmten Herstellers oder einer modernen Security-Lösung automatisch zu einem hohen Sicherheitsniveau führt.
In der Praxis hängt die Wirksamkeit jedoch wesentlich davon ab, wie Lösungen konfiguriert, integriert und betrieben werden. Auch moderne Endpoint-Detection- oder Antivirus-Lösungen können umgangen werden, wenn grundlegende Sicherheitsmaßnahmen fehlen oder Angriffswege nicht ganzheitlich betrachtet werden.
Technologie ist deshalb immer nur ein Baustein einer wirksamen Sicherheitsstrategie.
Angriffswege verändern sich kontinuierlich
Cloud-Plattformen, Remote Work und der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz verändern die Angriffsmöglichkeiten kontinuierlich.
Während Unternehmen ihre Infrastruktur modernisieren, entstehen gleichzeitig neue Angriffsflächen. Hinzu kommt, dass Angreifer KI zunehmend nutzen, um Schwachstellen schneller zu identifizieren oder Angriffe effizienter vorzubereiten. Umso wichtiger wird es, Sicherheitsmaßnahmen regelmäßig an die tatsächliche Bedrohungslage anzupassen.
Offensive Security für Ihre IT-Infrastruktur
accompio unterstützt Unternehmen dabei, Ihre Sicherheitsstrukturen zu analysieren und zu bewerten. Wir erkennen Schwachstellen, bevor Sie genutzt werden.
Fazit: Wer Angriffswege versteht, kann Risiken gezielt reduzieren
Sicherheitslücken entstehen selten durch einzelne spektakuläre Fehler. Entscheidend ist vielmehr die Kombination aus technischen Schwachstellen, organisatorischen Versäumnissen und menschlichen Faktoren.
Unternehmen, die ihre Sicherheitsstrategie konsequent an realistischen Angriffswegen ausrichten und diese regelmäßig überprüfen, schaffen die Grundlage für eine wirksame Cyberabwehr. Offensive Security liefert dafür wertvolle Erkenntnisse – nicht erst nach einem Sicherheitsvorfall, sondern präventiv.
Fabian Mosch
Head of Offensive Services, r-tec
Über den Autor
Fabian ist Security-Experte und kennt Verhaltensweisen von Hackern sowie die Sicherheitslücken, die sie nutzen, genau.
FAQ: Häufige Fragen zu Angriffswegen in Unternehmen
Wie gelangen Hacker am häufigsten in Unternehmen?
Die häufigsten Einstiegspunkte sind Phishing, schwache oder wiederverwendete Passwörter, fehlende Multifaktor-Authentifizierung sowie öffentlich erreichbare Systeme mit bekannten Schwachstellen. In vielen Fällen kombinieren Angreifer mehrere dieser Faktoren, anstatt nur eine einzelne Sicherheitslücke auszunutzen.
Was ist der häufigste Angriffsweg bei Cyberangriffen?
Phishing gehört nach wie vor zu den erfolgreichsten Angriffswegen. Daneben spielen kompromittierte Benutzerkonten, falsch konfigurierte Cloud-Dienste und unzureichend geschützte Remote-Zugänge eine zentrale Rolle. Welcher Weg tatsächlich genutzt wird, hängt jedoch immer von der jeweiligen Unternehmensumgebung ab.
Was passiert nach einem erfolgreichen Erstzugriff?
Nach dem Initial Access versuchen Angreifer in der Regel, ihre Berechtigungen zu erweitern, weitere Systeme zu kompromittieren und sensible Daten oder Administratorkonten zu erreichen. Ziel ist es, sich möglichst unbemerkt innerhalb der Infrastruktur auszubreiten.
Warum reichen Schwachstellenscans allein nicht aus?
Schwachstellenscanner erkennen bekannte technische Schwachstellen. Sie zeigen jedoch meist nicht, wie sich mehrere kleine Schwachstellen miteinander kombinieren lassen. Genau diese Angriffspfade werden in Penetrationstests oder realistischen Angriffssimulationen untersucht.
Welche Rolle spielen Passwörter und Multifaktor-Authentifizierung?
Identitäten gehören heute zu den wichtigsten Angriffszielen. Schwache Passwörter oder fehlende Multifaktor-Authentifizierung ermöglichen Angreifern häufig einen direkten Einstieg in Unternehmensnetzwerke oder Cloud-Dienste. Ein wirksames Identitätsmanagement zählt deshalb zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen.
Warum sind Penetrationstests so wichtig?
Penetrationstests simulieren das Vorgehen realer Angreifer. Sie zeigen nicht nur einzelne Schwachstellen, sondern machen sichtbar, welche Angriffswege tatsächlich erfolgreich wären und welche Auswirkungen diese auf das Unternehmen hätten.
Welche Sicherheitsmaßnahmen reduzieren das Risiko am stärksten?
Besonders wirksam sind ein konsequentes Patch-Management, starke Authentifizierung mit Multifaktor-Authentifizierung, regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen, ein durchdachtes Rollen- und Berechtigungskonzept sowie die Sensibilisierung der Mitarbeitenden gegenüber Phishing und Social Engineering.
Kann moderne Sicherheitssoftware Cyberangriffe vollständig verhindern?
Nein. Endpoint Protection, EDR oder Antivirus-Lösungen sind wichtige Bausteine einer Sicherheitsstrategie, bieten jedoch keinen vollständigen Schutz. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Technologie, sicheren Prozessen, Identitätsmanagement und regelmäßigen Angriffssimulationen.
Welche Auswirkungen haben Cloud und Remote Work auf Angriffswege?
Cloud-Plattformen und mobiles Arbeiten schaffen zusätzliche Einstiegspunkte, wenn Identitäten, Zugänge oder Konfigurationen nicht ausreichend geschützt sind. Gleichzeitig gewinnen Identitäts- und Zugriffsmanagement sowie kontinuierliche Sicherheitsüberprüfungen weiter an Bedeutung.
Wie können Unternehmen ihre tatsächlichen Angriffswege erkennen?
Am zuverlässigsten gelingt dies durch Offensive-Security-Ansätze wie Penetrationstests oder Red-Teaming. Dabei werden reale Angriffsszenarien simuliert, um Schwachstellen, Fehlkonfigurationen und mögliche Angriffspfade frühzeitig zu identifizieren und gezielt zu schließen.
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KI im SOC: Mehrwert, Grenzen und wie Unternehmen den richtigen Anbieter wählen
KI im SOC liefert heute messbaren Mehrwert, aber in klar begrenzten Bereichen. Das vollautonome Security Operations Center ohne Menschen bleibt ein Herstellerversprechen, das in der Betriebsrealität nicht standhält. Sebastian Bittig, Director of Cyber Defense bei r-tec als Teil der accompio Gruppe, betreibt täglich Managed SOC Services für Unternehmen und erklärt, was KI bereits heute leistet, wo die Grenzen liegen und wie Entscheider den passenden Anbieter finden.
Das Wichtigste in Kürze
- KI verändert die Arbeit im Security Operations Center bereits heute. Besonders bei der Analyse großer Datenmengen, der Priorisierung von Alerts und der Aufbereitung von Informationen unterstützt sie Security-Teams spürbar und entlastet sie bei zeitaufwändigen Routineaufgaben.
- Die größten Potenziale liegen in der Unterstützung, nicht im Ersatz von Analysten. KI kann Zusammenhänge schneller erkennen und Informationen effizient aufbereiten, ersetzt jedoch weder Erfahrung noch sicherheitskritische Entscheidungen durch Menschen.
- Marketingversprechen und tatsächliche Fähigkeiten unterscheiden sich häufig deutlich. Nicht jede Lösung, die mit KI wirbt, liefert automatisch einen messbaren Mehrwert. Unternehmen sollten daher genau prüfen, welche Funktionen tatsächlich KI-basiert sind und welchen konkreten Nutzen sie im SOC-Alltag bieten.
- KI im SOC ist nicht dasselbe wie ein vollautonomes SOC. Die meisten Lösungen, die heute als „AI SOC“ vermarktet werden, sind Plattformen mit KI-gestützter Triage, keine autonomen Systeme.
- Autonome Alarmentscheidungen ohne menschliche Kontrolle sind noch zu riskant. KI kann halluzinieren, Fehler machen und echte Bedrohungen übersehen.
- Schlechte SOC-Prozesse werden durch KI nicht besser. Wer organisatorische Defizite mit Technologie überbrücken will, wird enttäuscht.
- Die Rolle des SOC-Analysten verändert sich fundamental: weniger manuelle und repetitive Aufgaben, mehr Kontrolle und Bewertung von KI-Ausgaben.
KI im SOC: Experteninterview mit Sebastian Bittig, Director of Cyber Defense bei r-tec (Teil der accompio-Gruppe)
Welche Einsatzmöglichkeiten für KI im SOC bereits funktionieren, wo künstliche Intelligenz an ihre Grenzen stößt und wie Unternehmen Marketingversprechen von echtem Nutzen unterscheiden können, erklärt Sebastian Bittig im vollständigen Video-Interview.
Was bedeutet KI im SOC konkret?
Ein Security Operations Center, kurz SOC, überwacht die IT-Infrastruktur eines Unternehmens rund um die Uhr, erkennt Sicherheitsvorfälle und koordiniert die Reaktion darauf. KI im SOC bezeichnet den gezielten Einsatz von Machine Learning, automatisierten Analysewerkzeugen und Large Language Models, um Analysten bei diesen Aufgaben zu unterstützen.
Das Ausgangsproblem: Alert-Flut überfordert SOC-Teams
SOC-Teams sind heute nicht durch fehlende Daten limitiert, sondern durch deren Überfluss. Laut PwC erhalten SOCs täglich bis zu 50.000 Alarme, von denen 30 bis 40 Prozent unbearbeitet bleiben. Angriffe werden schneller, automatisierter und gezielter. Gleichzeitig fehlt qualifiziertes Personal: 71 Prozent der SOC-Analysten berichten laut PwC von Burnout.
Klassische regelbasierte Systeme lösen dieses Problem nicht, weil sie statisch reagieren und nur erkennen, was zuvor definiert wurde. KI setzt genau hier an, durch anomaliebasierte Erkennung und kontextbasierte Priorisierung.
Wo KI im SOC heute echten Mehrwert liefert
Sebastian Bittig, Director of Cyber Defense, beschreibt aus der täglichen Betriebsrealität bei r-tec vier Bereiche, in denen KI heute zuverlässig funktioniert:
Detektion
Machine Learning erkennt Angriffe seit Jahren anomaliebasiert. Das bedeutet: Ein SOC-Team muss im Vorfeld nicht wissen, wie ein Angriff im Detail aussieht. Das Modell lernt, was normales Verhalten in einer Umgebung bedeutet und schlägt Alarm, wenn etwas davon abweicht. Das ist ein struktureller Vorteil gegenüber regelbasierten Systemen, die nur bekannte Muster erfassen.
Priorisierung
In einem Managed SOC kommen täglich sehr viele Alarme gleichzeitig rein. KI kann dabei erheblich mehr Kontext einbeziehen als regelbasierte Systeme: Verhaltenskontext, Bedrohungsinformationen, Asset-Kritikalität und historische Muster fließen gleichzeitig in die Bewertung ein. Das Ergebnis ist eine deutlich präzisere Priorisierung, die Analysten auf die wirklich relevanten Alarme fokussiert.
Zusammenfassung und Kontextualisierung bei Incidents
Wenn ein Analyst einen Alarm bekommt, muss er ihn untersuchen, bewerten und einordnen. KI liefert dafür in kurzer Zeit eine strukturierte Zusammenfassung des Alarms inklusive relevanter Zusammenhänge. Was früher stundenlange manuelle Recherche bedeutete, lässt sich so auf eine fundierte Ersteinschätzung in Minuten komprimieren.
Natürlichsprachliche Suche
SOC-Analysten arbeiten mit vielen verschiedenen Tools, jedes mit eigener Abfragesyntax. KI ermöglicht es heute, in natürlicher Sprache zu suchen, statt systemspezifische Abfragesprachen beherrschen zu müssen. Die Frage „Hat sich Benutzer X an System Y zu einem bestimmten Zeitpunkt angemeldet?“ lässt sich direkt stellen, ohne die Syntax des jeweiligen SIEM-Systems zu kennen. Dieser Effizienzgewinn ist im täglichen Betrieb erheblich.
Wo KI im SOC an Grenzen stößt
Das vollautonome SOC bleibt ein Versprechen. Sebastian Bittig benennt die Grenze klar:
„Das ist überall dort der Fall, wo KI komplett eigenständige Entscheidungen treffen soll. Ich kann die KI nicht komplett alleine nutzen, um Alarme eigenständig abzuschließen, denn dadurch besteht die Gefahr, dass etwas übersehen wird.“
— Sebastian Bittig, Director of Cyber Defense bei r-tec (Teil der accompio-Gruppe)
Drei Grenzen sind besonders relevant:
Halluzinationen der KI
Auch wenn keine Fehler in den Eingangsdaten erkennbar sind, können KI-Systeme falsche Ergebnisse produzieren. Ein Modell, das mit lückenhafter Datenbasis arbeitet, füllt diese Lücken mitunter mit plausibel klingenden, aber falschen Schlussfolgerungen. Im SOC-Kontext bedeutet das, dass KI-Ausgaben kontinuierlich von Analysten überprüft werden müssen. Wer KI-Ergebnisse unkritisch übernimmt, riskiert ein falsches Sicherheitsgefühl.
Fehlende Datengrundlage
Die Zuverlässigkeit von KI-Systemen hängt maßgeblich von den Daten ab, auf denen sie operieren. Unstrukturierte, unvollständige oder nicht an die eigene Umgebung angepasste Daten führen nicht zu besseren Ergebnissen, sondern zu schnelleren Fehlern. Genau daran scheitern viele KI-Projekte im SOC. Das System wird eingeführt, aber nicht auf die spezifische Infrastruktur und Bedrohungslage kalibriert.
Schlechte Prozesse werden mit KI nicht automatisch besser
Ein SOC mit unklaren Verantwortlichkeiten, fehlenden Playbooks oder unzureichend qualifiziertem Personal profitiert kaum vom KI-Einsatz. KI verstärkt, was bereits vorhanden ist. Wer hofft, organisatorische Defizite mit Technologie zu überbrücken, wird enttäuscht. Die Grundlage muss stimmen, bevor KI ihren Mehrwert entfalten kann.
KI sinnvoll in bestehende SOC-Prozesse integrieren
Der größte Erfolg entsteht selten durch den Einsatz einer einzelnen KI-Lösung.
Viel wichtiger ist die Integration in bestehende Prozesse. KI sollte bestehende Workflows ergänzen, nicht ersetzen. Unternehmen profitieren insbesondere dann, wenn klare Verantwortlichkeiten bestehen und KI nachvollziehbar in Analyse-, Eskalations- und Entscheidungsprozesse eingebunden wird.
„AI ist ein Hilfsmittel, das unterstützt, aber es ersetzt auf keinen Fall bestehende SOC-Prozesse. AI muss in vorhandene Prozesse integriert werden. Nach jetzigem Stand sind wir noch weit von einem vollautonomen SOC entfernt.“
— Sebastian Bittig, Director of Cyber Defense bei r-tec (Teil der accompio-Gruppe)
Woran Unternehmen seriöse KI-Lösungen erkennen
Nicht jede Lösung, die mit KI wirbt, bietet automatisch einen echten Mehrwert. Vor einer Investition sollten Unternehmen deshalb unter anderem folgende Fragen stellen:
- Welche Aufgaben übernimmt die KI tatsächlich? Viele Lösungen werben mit KI, ohne klar zu benennen, welche Funktionen wirklich KI-basiert sind und welche klassische Regelautomatisierung.
- Wie werden Entscheidungen nachvollziehbar erklärt? Transparente Modelle sind Voraussetzung für Vertrauen.
- Welche Datenbasis wird verwendet? KI ist nur so gut wie die Daten, auf denen sie basiert. Fehlende oder schlechte Trainingsdaten führen zu unzuverlässigen Ergebnissen.
- Welche messbaren Verbesserungen wurden in Kundenprojekten erzielt? Allgemeine Versprechen ohne belegbare Anwendungsfälle sind ein Warnsignal.
- Welche Aufgaben verbleiben bewusst beim Analysten? Seriöse Anbieter benennen genau, wo ihr System an Grenzen stößt.
Für die technische Bewertung empfiehlt sich die Messung von drei Metriken: Genauigkeitsquote (wie oft trifft die KI die richtige Einschätzung?), Halluzinationsrate (wie oft erfindet das Modell Informationen?) und Output-Latenz (wie schnell liefert die KI verwertbare Ergebnisse?). Nur wer diese Kennzahlen kennt, kann den tatsächlichen Mehrwert beurteilen. Wer KI-Lösungen für das Security Operations Center bewerten möchte, sollte sich nicht von Marketingversprechen leiten lassen, sondern auf nachvollziehbare Einsatzszenarien und messbaren Mehrwert achten.
Unsere Leistungen im Bereich Cyber Security und AI as a Service unterstützen Unternehmen dabei, passende Lösungen einzuordnen und KI sinnvoll in bestehende Security-Prozesse zu integrieren.
KI-Lösungen für Ihre SOC-Strategien
accompio unterstützt Unternehmen dabei, KI-Technologien objektiv zu bewerten und passgenau in bestehende SOC-Strategien einzubinden.
Wie sich die Rolle des SOC-Analysten verändert
Der fundamentale Wandel betrifft nicht die Technologie, sondern die Menschen. Der Job des SOC-Analysten verändert sich mit KI grundlegend. In Zukunft wird die Fähigkeit immer wichtiger, KI-Ausgaben kritisch zu bewerten, komplexe Angriffsmuster zu interpretieren und Entscheidungen zu treffen, die ein Modell alleine nicht treffen kann. Laut PwC steigt die Analysten-Produktivität in KI-gestützten SOCs um Faktor 3 bis 5, was bedeutet: derselbe Analyst deckt mehr ab, nicht dass weniger Analysten gebraucht werden.
KI im SOC im deutschsprachigen Kontext
Der Einsatz von KI im SOC wirft im DACH-Raum ein zusätzliches Spannungsfeld auf: Je mehr KI im SOC operiert, desto mehr wird die KI selbst zur potenziellen Angriffsfläche. Angreifer nutzen zunehmend KI-Schwachstellen, um Detektionssysteme zu täuschen oder Modelle gezielt mit falschen Daten zu beeinflussen.
Für Unternehmen in Deutschland kommt der regulatorische Kontext hinzu: NIS-2 und DORA erhöhen die Anforderungen an Nachweisbarkeit und Transparenz in Security-Prozessen. KI-Entscheidungen müssen revisionssicher nachvollziehbar sein, was Blackbox-Ansätze strukturell problematisch macht. Wer KI im SOC einsetzt, muss erklären können, wie eine Entscheidung zustande gekommen ist, und zwar nicht nur intern, sondern im Zweifel auch gegenüber Aufsichtsbehörden.
Ausblick und Fazit
Die Entwicklung im SOC geht klar in eine Richtung: KI-Agenten werden zunehmend enger in bestehende Produkte integriert. Viele Hersteller haben damit bereits begonnen, die Qualität dieser Integration variiert jedoch stark. Das vollautonome SOC ist ein realistisches Ziel für die Zukunft, aber kein Zustand, der demnächst erreicht wird. Der Weg dorthin verläuft schrittweise, über immer mehr automatisierte Teilbereiche bei gleichzeitig menschlicher Kontrolle.
Aufgrund der sich stetig verändernden Angriffslage ist der Einsatz von KI im SOC aber schon heute unverzichtbar. Angreifer nutzen zunehmend selbst KI, um Angriffe zu automatisieren, Detektionssysteme zu umgehen und neue Schwachstellen schneller zu finden. Wer auf der Verteidigungsseite auf KI verzichtet, arbeitet mit einem strukturellen Nachteil.
KI wird das Security Operations Center nachhaltig verändern. Sie beschleunigt Analysen, reduziert manuellen Aufwand und unterstützt Analysten bei immer komplexeren Angriffsszenarien. Der entscheidende Erfolgsfaktor bleibt jedoch die Kombination aus leistungsfähiger Technologie, etablierten Prozessen und erfahrenen Security-Experten. Wer KI gezielt als Unterstützung versteht und nicht als Allheilmittel, kann bereits heute einen echten Mehrwert für sein SOC schaffen. r-tec und accompio begleiten Unternehmen bei genau diesem Schritt.
Sebastian Bittig
Director of Cyber Defense, r-tec
Über den Autor
Sebastian ist Security-Experte und hat im Bereich Managed SOC Services für Unternehmen Lösungen und Trends im Blick.
FAQ: Häufige Fragen zu KI im SOC
Was ist der Unterschied zwischen KI im SOC und einem vollautonomen SOC?
KI im SOC bezeichnet den unterstützenden Einsatz von Machine Learning und KI-Werkzeugen für Aufgaben wie Detektion, Priorisierung und Zusammenfassung. Ein vollautonomes SOC würde ohne menschliche Eingriffe eigenständige Sicherheitsentscheidungen treffen. Das ist heute technisch nicht reif und operativ zu riskant, weil die Gefahr besteht, dass echte Bedrohungen übersehen werden.
Wo bringt KI im SOC heute den größten Mehrwert?
Der größte Nutzen entsteht dort, wo Security-Teams täglich große Mengen an Ereignissen analysieren müssen. KI hilft dabei, Alerts zu priorisieren, sicherheitsrelevante Informationen zu kontextualisieren, Incident Investigations zu beschleunigen und wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren. Dadurch können sich Analysten stärker auf komplexe Sicherheitsvorfälle und strategische Entscheidungen konzentrieren.
Kann KI die Zahl der Security-Alerts reduzieren?
Nicht direkt. KI erzeugt keine geringere Anzahl an Sicherheitsereignissen, kann jedoch dabei helfen, diese effizienter zu bewerten. Moderne KI-Lösungen unterstützen dabei, Fehlalarme schneller zu erkennen, ähnliche Ereignisse zusammenzufassen und kritische Vorfälle besser zu priorisieren. Dadurch sinkt der manuelle Aufwand für Security-Teams, auch wenn die Anzahl der eingehenden Alerts häufig gleich bleibt.
Welche Grenzen hat KI im Security Operations Center?
KI arbeitet auf Basis vorhandener Daten und Modelle. Bei völlig neuen Angriffsmethoden, unternehmensspezifischen Besonderheiten oder strategischen Sicherheitsentscheidungen stößt sie an ihre Grenzen. Auch Fehlbewertungen sind möglich, weshalb KI-Ergebnisse stets nachvollziehbar sein und von erfahrenen Analysten überprüft werden sollten.
Lohnt sich KI im SOC auch für mittelständische Unternehmen?
Ja, vorausgesetzt die grundlegenden Security-Prozesse sind bereits etabliert. Gerade mittelständische Unternehmen profitieren davon, wenn KI wiederkehrende Analyseaufgaben übernimmt und bestehende Teams entlastet. Voraussetzung ist eine sinnvolle Integration in vorhandene Prozesse sowie eine qualitativ hochwertige Datenbasis.
Lohnt sich KI auch für mittelständische Unternehmen?
Ja. Vorausgesetzt, die grundlegenden Security-Prozesse sind bereits etabliert. Gerade mittelständische Unternehmen profitieren davon, wenn KI wiederkehrende Analyseaufgaben übernimmt und bestehende Security-Teams entlastet. Voraussetzung ist jedoch eine sinnvolle Integration in vorhandene Prozesse sowie eine qualitativ hochwertige Datenbasis.
Worauf sollten Unternehmen bei KI-Security-Lösungen achten?
Unternehmen sollten hinterfragen, welche Funktionen tatsächlich KI-gestützt sind und welchen konkreten Mehrwert sie im Alltag liefern. Wichtige Kriterien sind nachvollziehbare Entscheidungen, transparente Modelle, die Integration in bestehende SOC-Prozesse sowie messbare Verbesserungen bei Analysegeschwindigkeit, Priorisierung oder Incident Response. Allgemeine AI-Versprechen ohne belastbare Anwendungsfälle sollten kritisch bewertet werden.
Welche Aufgaben kann KI im SOC automatisieren?
KI eignet sich insbesondere für die Voranalyse von Alerts, die Anreicherung von Sicherheitsereignissen mit Kontextinformationen, die Zusammenfassung großer Datenmengen, die Unterstützung bei der Investigation sowie die Erstellung erster Handlungsempfehlungen. Vollständig autonome Sicherheitsentscheidungen sind dagegen derzeit nur in klar definierten und kontrollierten Szenarien sinnvoll.
Wird KI Cyberangriffe künftig eigenständig erkennen und stoppen?
KI verbessert die Erkennung von Bedrohungen kontinuierlich und kann automatisierte Reaktionen auf definierte Ereignisse auslösen. Dennoch gibt es aktuell keine Lösung, die alle Angriffe zuverlässig selbstständig erkennt und vollständig ohne menschliche Kontrolle abwehrt. Ein modernes Security Operations Center kombiniert deshalb KI-Unterstützung mit erfahrenen Analysten und etablierten Sicherheitsprozessen.
Wie entwickelt sich KI im SOC in den nächsten Jahren?
In den kommenden Jahren wird KI vor allem bei der Analyse, Kontextualisierung und Automatisierung weiter an Bedeutung gewinnen. Security-Analysten werden zunehmend durch intelligente Assistenten unterstützt, die Informationen schneller bereitstellen und Routineaufgaben übernehmen. Gleichzeitig bleiben menschliche Expertise, fundierte Prozesse und klare Governance zentrale Voraussetzungen für ein wirksames Security Operations Center.
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KI ohne Hype: Wie Unternehmen messbare Ergebnisse statt Pilotprojekte erreichen
Kaum ein Thema wird in Unternehmen gerade so intensiv diskutiert wie Künstliche Intelligenz. Viele Projekte scheitern dabei nicht an der Technologie, sondern an Entscheidungen, die lange vor dem ersten Piloten getroffen werden. Leonard Püttmann, Solutions Architect für KI bei accompio, erklärt aus der täglichen Projektarbeit heraus, worauf es von Anfang an ankommt.
Das Wichtigste in Kürze
- KI-Projekte scheitern am häufigsten, weil Unternehmen mit dem falschen Ausgangspunkt, häufig der Technologie, statt mit den konkreten Business-Herausforderungen beginnen.
- Laut Schätzung von Leonard Püttmann liegen in mindestens 80 Prozent der Fälle, in denen die Skalierung scheitert, Datenprobleme zugrunde.
- Erste messbare Ergebnisse von KI-Projekten sind häufig schon nach 90 Tagen sichtbar.
- Relevante KPIs für KI-Projekte sind: Genauigkeitsquote, Halluzinationsrate und Output-Latenz.
- Viele Unternehmensdokumente sind für Menschen erstellt und nicht direkt von KI-Systemen verarbeitbar. Daher muss die Datenqualität vor dem Technologieeinsatz geprüft und ggf. neu strukturiert werden.
- Eine modulare Systemarchitektur verhindert, dass neue KI-Modelle bestehende Prozesse gefährden.
- Die Akzeptanz in den Fachbereichen ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Einführung von KI.
- Eine realistische Roadmap verhindert Aktionismus und schafft die Grundlage für nachhaltige Wettbewerbsvorteile.
KI ohne Hype: Experteninterview mit Leonard Püttmann, Solution Architect bei accompio AI
Erhalten Sie interessante Einblicke in KI-Neuheiten und Trends im Interview mit unserem Solutions Architect für Künstliche Intelligenz, Leonard Püttmann. Schauen Sie jetzt kostenlos das Interview in voller Länge an!
Warum Technologie der falsche Ausgangspunkt ist
Der häufigste Denkfehler bei KI-Projekten ist laut Leonard Püttmann, dass Unternehmen die Technologie zum Ausgangspunkt machen. KI ist kein Selbstzweck, sondern ein Hebel für bestehende Prozesse, Daten und Menschen im Unternehmen.
Der richtige Einstieg beginnt mit einer Frage, die unabhängig von KI beantwortet werden muss:
Was sind die größten Pain-Points im Unternehmen?
Je nach Unternehmensbereich fällt diese Antwort unterschiedlich aus. Erst wenn das geklärt ist, folgt die Frage, welche Technologien dabei sinnvoll eingesetzt werden können und wo der Einsatz einen sinnvollen Mehrwert bringt.
Diese Reihenfolge ist entscheidend. Unternehmen, die zuerst in Technologie investieren und dann nach passenden Anwendungsfällen suchen, laufen Gefahr, nach drei Monaten mit spannenden, aber geschäftlich wirkungslosen Projekten dazustehen. Gescheiterte KI-Initiativen nähren im Unternehmen kritische Stimmen und erschweren spätere Projekte erheblich.
Wie eine belastbare KI-Strategie aufgebaut ist
Leonard Püttmann beschreibt im Interview drei aufeinanderfolgende Phasen:
Phase 1: Problem definieren
Unabhängig von Technologie identifizieren, was das größte Problem im Unternehmen ist. Dabei ist es wichtig, verschiedene Perspektiven einzuholen, weil unterschiedliche Personen im Unternehmen unterschiedliche Antworten geben.
Phase 2: Technologische Möglichkeiten prüfen
Welche Systeme und Technologien stehen zur Verfügung? Wie lassen sie sich für das definierte Problem einsetzen? Hier geht es darum, bestehende Systemlandschaften zu verstehen und zu prüfen, wo neue Komponenten sinnvoll ergänzt werden können.
Phase 3: Ausrollen
Nicht als einmaliger Rollout, sondern so konzipiert, dass das Projekt über die gesamte Organisation hinweg skalierbar ist. Das erfordert von Anfang an eine Architektur, die Blaupausen schafft, also wiederkehrende Muster identifiziert und auf andere Unternehmensteile überträgt.
Der Unterschied zu isolierten Pilotprojekten: Wer von Beginn an plant, wohin das Projekt skaliert werden soll, trifft bessere Entscheidungen bei Daten, Systemarchitektur und Ressourcen.
„Man sollte sich nicht von der Technologie als erstes leiten lassen, sondern eher von den Problemen im Unternehmen.“
— Leonard Püttmann, Solution Architect bei accompio AI
Wie KI-Projekte gemessen werden
KI-Ergebnisse sind messbar. Leonard Püttmann nennt drei KPIs, die bei accompio in KI-Projekten eingesetzt werden:
Genauigkeitsquote
Fachleute bewerten die Antworten der KI in definierten Szenarien. Dieser Wert zeigt, ob die KI zuverlässig richtige Ausgaben liefert.
Halluzinationsrate
Wie oft erfindet das Modell Informationen, die nicht in den zugrunde liegenden Daten vorhanden sind? Für Unternehmensanwendungen sollte dieser Wert im Nullkommabereich liegen.
Output-Latenz
Wie schnell liefert die KI verwertbare Ergebnisse? Besonders in Bereichen, die schnelle Antworten erfordern, ist Geschwindigkeit ein eigenständiger Qualitätsfaktor.
Der Zeitrahmen für erste Ergebnisse: nach maximal 90 Tagen sollte etwas Greifbares und Messbares vorliegen. In der Praxis liegen erste auswertbare Ergebnisse oft schon nach mehreren Wochen vor. Das ermöglicht früh zu erkennen, ob ein Projekt in die richtige Richtung geht.
Warum Skalierung so häufig scheitert
Viele KI-Projekte kommen nie über die Pilotphase hinaus. Das liegt laut Leonard Püttmann in mindestens 80 Prozent der Fälle an Datenproblemen: Ein kleiner Pilot kommt mit wenig Daten aus, aber sobald das Projekt auf weitere Unternehmensteile ausgedehnt wird, fehlen die Daten, die Datenbanken oder die Systemschnittstellen.
Die Lösung beginnt vor dem ersten Piloten: Wer von Anfang an plant, in welche Unternehmensteile und Prozesse ein KI-Projekt später ausgerollt werden soll, kann rechtzeitig klären, welche Daten dafür notwendig sind und wie der Zugang dazu gesichert wird. Dafür braucht es eine enge Zusammenarbeit mit den IT-Fachkräften des Unternehmens, die die betroffenen Systeme kennen.
Eigene Entwicklung oder externe Lösung?
Die accompio-Philosophie ist eindeutig: Unternehmen sollen sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Eigene KI-Plattformen zu entwickeln ist für die meisten Unternehmen kein sinnvoller Einsatz von Ressourcen.
Sinnvoller ist der Ansatz, eine bestehende Systemlandschaft um eine neue Plattform zu ergänzen und dabei die Schnittstellen so zu gestalten, dass Systeme reibungslos miteinander kommunizieren. Das schützt auch vor Vendor-Lock-in: Wer seinen KI-Anbieter wechseln oder ergänzen möchte, riskiert dabei keine Unterbrechung laufender Prozesse.
AI as a Service ist dabei eine Option, die verschiedene KI-Modelle zugänglich macht und in bestehende Systemlandschaften integriert werden kann.
Lassen Sie uns eine KI-Strategie entwickeln
accompio bietet umfassende Lösungen, damit Sie KI-Potenziale für sich nutzen können. Wir begleiten Sie von Beginn an.
Organisationsstruktur und Change Management
KI-Projekte verändern Rollen, Prozesse und Verantwortlichkeiten. Leonard Püttmann empfiehlt, von Anfang an eine Person zu definieren, die das Projekt begleitet. Dieser AI-Owner muss die Technologie nicht in- und auswendig kennen, aber die Organisation verstehen: Wer sind die relevanten Ansprechpartner? Wie reagieren die Mitarbeitenden auf neue Technologien?
„Man muss einkalkulieren, dass sich mit KI Rollen, Prozesse, die Verantwortlichkeiten, alles im Unternehmen ein bisschen verändert.“
— Leonard Püttmann, Solution Architect bei accompio AI
Für agilere Organisationen kann eine hybride Struktur sinnvoll sein, bei der es einen zentralen Ansprechpartner gibt, aber zusätzlich in jedem Team einen „Champion“, der KI-Fragen intern beantworten kann.
Change Management ist dabei kein optionaler Zusatz. Viele Mitarbeitende haben noch nicht mit KI gearbeitet und haben konkrete Sorgen oder unrealistische Erwartungen. Beides lässt sich durch frühzeitige Gespräche und das Zeigen konkreter Ergebnisse adressieren. Wer diese Phase überspringt, riskiert, dass eine technisch erfolgreiche Lösung intern nicht akzeptiert und damit nicht genutzt wird.
Langfristig wettbewerbsfähig bleiben: Modulare Resilienz
KI-Modelle entwickeln sich schnell weiter. Neue Architekturen und Möglichkeiten erscheinen in kurzen Abständen. Unternehmen, die ihre Systeme so aufgebaut haben, dass ein Modellwechsel die gesamte Prozesslandschaft in Mitleidenschaft zieht, stehen nach zwölf Monaten vor einem vollständigen Neustart.
Leonard Püttmann spricht hier von modularer Resilienz: Das System ist so aufgebaut, dass einzelne Bausteine ausgetauscht werden können, ohne dass der Rest der Prozesse und Systeme davon betroffen ist. Das schützt Investitionen in bestehende Infrastruktur und erlaubt es, neue Modelle zu integrieren, ohne von vorne anzufangen.
FAQ: Häufige Fragen zur Umsetzung von KI-Projekten im Unternehmen
Wie lange dauert es, bis KI erste Ergebnisse liefert?
Nach Einschätzung von Leonard Püttmann, Solutions Architect für Künstliche Intelligenz bei accompio, sollten erste messbare Ergebnisse nach maximal 90 Tagen vorliegen. In vielen Projekten sind erste auswertbare Daten bereits nach wenigen Wochen verfügbar. Vollständige Qualität ist nach 90 Tagen noch nicht zu erwarten, aber eine klare Richtungsaussage schon.
Womit sollte ein Unternehmen bei KI konkret beginnen?
Der erste Schritt ist die Identifikation des größten Problems im Unternehmen und die Klärung, welche Daten zur Lösung dieses Problems vorhanden sind. Erst dann folgt die Technologieentscheidung. Dieser Ablauf verhindert, dass Ressourcen in technisch spannende, aber geschäftlich wirkungslose Projekte fließen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Pilotprojekt und einem skalierbaren KI-Einsatz?
Ein Pilot testet eine Technologie isoliert. Skalierbare KI-Projekte sind von Anfang an so konzipiert, dass Blaupausen entstehen, also wiederkehrende Muster, die auf andere Unternehmensteile übertragen werden können. Der Unterschied liegt nicht in der Größe des Projekts, sondern in der Architekturentscheidung am Anfang.
Wann sollte ein Unternehmen KI selbst entwickeln und wann externe Lösungen nutzen?
KI-Plattformen selbst zu entwickeln ist für die meisten Unternehmen kein sinnvoller Einsatz. Zielführender ist es, bestehende Systemlandschaften durch neue Plattformen zu ergänzen und dabei Schnittstellen so zu gestalten, dass Anbieter später gewechselt werden können, ohne laufende Prozesse zu gefährden.
Welche Rolle übernimmt der AI-Owner in einem Unternehmen?
Der AI-Owner begleitet KI-Projekte organisatorisch. Diese Person muss die Technologie nicht technisch vollständig beherrschen, aber die Organisation kennen, Ansprechpartner koordinieren und Change-Management-Aufgaben übernehmen. In größeren oder agileren Unternehmen kann diese Rolle durch „Team-Champions“, also KI-Ansprechpartner pro Abteilung, ergänzt werden.
Leonard Püttmann
Solution Architect, accompio AI
Über den Autor
Leonard ist Lösungsarchitekt im Bereich KI, insbesondere mit Fokus auf intelligentes Wissensmanagement und der Nutzung von Large Language Models (LLMs).
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