VMware-Migration: Die VM läuft, aber aktuelle Daten fehlen

VMware-Migration: Die VM läuft, aber aktuelle Daten fehlen

Wer virtuelle Maschinen von VMware auf eine andere Plattform umzieht, sollte die alte Umgebung erst freigeben, wenn der Datenstand jeder Maschine geprüft ist. Darauf weist das Leipziger Datenrettungslabor DATA REVERSE® hin. Der Wechsel beschäftigt 2026 IT-Abteilungen und Systemhäuser, seit VMware unter Broadcom auf Abonnements umgestellt wurde. Eine Maschine kann auf der neuen Plattform starten und trotzdem einen älteren Stand enthalten. Ist der alte Speicher dann schon gelöscht oder neu genutzt, kann der aktuelle Stand verloren gehen.

Eine laufende Maschine beweist noch keinen vollständigen Umzug

Eine virtuelle Maschine besteht bei VMware aus mehreren zusammengehörigen Dateien: der virtuellen Festplatte im VMDK-Format, der Konfiguration und gegebenenfalls einer Kette aus Snapshot- und Delta-Dateien. In vielen Umgebungen liegen sie auf einem VMFS-Datastore, daneben sind NFS-Freigaben und vSAN verbreitet. Entscheidend für den Umzug ist, dass der vollständige aktuelle Datenstand übertragen wird und die Konfiguration auf dem Zielsystem dazu passt.

Startet eine Maschine danach nicht, kann das an fehlenden Treibern oder Einstellungen liegen und sagt allein noch nichts über die Daten. Heikler ist der umgekehrte Fall, in dem die Maschine läuft und ihr ein Teil des Bestands fehlt.

Snapshots und Live-Import sind zwei bekannte Bruchstellen

Solange zu einer Maschine Snapshots existieren, liegen die seither geschriebenen Daten in Delta-Dateien neben der eigentlichen Festplattendatei. Broadcom beschreibt die Snapshot-Datei in der VMware-Wissensdatenbank als Änderungsprotokoll der ursprünglichen Festplatte und weist darauf hin, dass Snapshots keine Datensicherung ersetzen. Wird beim Umzug von Hand nur die Basisdatei kopiert und konvertiert, kann die Maschine mit einem älteren Datenstand laufen, dem die Änderungen aus der Snapshot-Kette fehlen. Je nach Alter der Snapshots liegt dieser Stand Wochen oder Monate zurück. Snapshots, die eine Sicherungssoftware angelegt hat, erscheinen laut Broadcom nicht in jedem Fall in der Snapshot-Verwaltung.

Die zweite Stelle ist der Live-Import, den Proxmox VE für ESXi-Maschinen anbietet. Dabei wird die Maschine auf dem Quellsystem heruntergefahren und startet auf dem Zielsystem, während ihre Festplatten im Hintergrund übertragen werden. Schlägt der Import fehl, gehen nach Angaben von Proxmox die Daten verloren, die seit Importbeginn auf dem Zielsystem geschrieben wurden. Der Hersteller empfiehlt deshalb, das Verfahren zuvor an einer Testmaschine zu erproben.

Kritisch wird die Freigabe der Altumgebung

Besonders kritisch ist eine Lücke im Projektablauf: Die Altumgebung wird abgeräumt, bevor die Abnahme steht. Der alte Host wird als neuer Knoten installiert, das RAID neu initialisiert oder der Datastore gelöscht, weil der Speicher für die neue Plattform gebraucht wird. DATA REVERSE® nennt das Formatieren eines RAID-Arrays mit Überschreiben des Datastores und das Löschen von VMFS-Volumes als Ursachen für Datenverlust in VMware-Umgebungen. Stellt sich danach heraus, dass eine Maschine unvollständig übertragen wurde, liegt der fehlende Stand allenfalls noch in gelöschten, aber noch nicht überschriebenen Bereichen des alten Speichers.

Ein mögliches Szenario: Ein Systemhaus stellt einen Mittelständler an einem Wochenende auf die neue Plattform um. Am Montag laufen alle Server, in der Woche darauf wird der alte Host neu installiert und in den Cluster aufgenommen. Zum Quartalsende fällt auf, dass im Archivserver die Belege der letzten Monate vor dem Umzug fehlen, weil die Änderungen aus der Snapshot-Kette nicht mit übertragen wurden. Bei aufbewahrungspflichtigen Belegen kann der Verlust zudem die Erfüllung gesetzlicher Pflichten gefährden.

Vor der Freigabe gehören fünf Punkte geprüft

Für anstehende Migrationen empfiehlt DATA REVERSE®, das Freigeben der Altumgebung als eigenen Projektschritt zu behandeln. Bis dahin bleibt der alte Datastore unverändert und vor Schreibzugriffen geschützt. Bei lokal angeschlossenem Speicher lassen sich die alten Laufwerke ausbauen und durch neue ersetzen, wenn die Hardware sofort weiterverwendet werden muss. Vor dem Löschen sollten fünf Punkte erfüllt sein:

– Vor dem Umzug liegt eine unabhängige, geprüfte Sicherung vor.
– Vorhandene Snapshots sind erfasst und nach Herstellervorgabe zusammengeführt.
– Jede Maschine ist auf Anwendungsebene geprüft, auch selten genutzte Systeme und periodische Abläufe wie der Monatsabschluss.
– Für die neue Umgebung liegen erfolgreiche Sicherungen vor, deren Wiederherstellung geprüft wurde.
– Die Freigabe zum Löschen liegt schriftlich vor, bei einem Dienstleister durch den Kunden.

Fehlen Daten, bleibt der alte Speicher unangetastet

Fällt nach dem Umzug auf, dass Daten fehlen, gelten die Regeln, die DATA REVERSE® für Datenverlust in VMware-Umgebungen nennt: betroffene Systeme kontrolliert herunterfahren, die Originaldatenträger unverändert lassen und keine älteren Sicherungen auf den Datastore zurückspielen, damit der ursprüngliche Zustand nicht überschrieben wird. Eigene Versuche sollten ausschließlich an Kopien stattfinden. Auf den Datenträgern der Altumgebung sollte nichts mehr installiert, initialisiert oder formatiert werden. Die neue, unvollständige Maschine bleibt erhalten, weil sie die Daten seit dem Umzug enthält.

Die Analyse im Labor beginnt mit den Informationen und Logdateien zur Ausgangslage. Hilfreich sind deshalb Angaben zum Werkzeug und zu den Einstellungen der Migration, zum Zeitpunkt des Umzugs und zu allen Schritten danach.

Überschriebene Bereiche setzen der Rekonstruktion eine Grenze

Auf die Sichtung der Unterlagen folgt die technische Analyse der Datenträger. Die Originaldatenträger bleiben unverändert, rekonstruiert wird auf Arbeitskopien. Bei einer VMFS-Umgebung auf RAID-Speicher wird zunächst der RAID-Verbund wieder zusammengesetzt, danach werden die Dateien und Snapshots der virtuellen Maschine rekonstruiert. Überschriebene Daten sind unwiederbringlich verloren. Eine vollständige Wiederherstellung ist deshalb nicht in jedem Fall möglich, und in welchem Umfang sie gelingt, zeigt erst die Analyse.

DATA REVERSE® ist nach ISO 9001 und ISO/IEC 27001 zertifiziert und bearbeitet neben VMware-Umgebungen auch Hyper-V und KVM-basierte Systeme.

 

Über die DATA REVERSE® Datenrettung – Bindig Media GmbH

DATA REVERSE® mit Sitz in Leipzig ist auf die professionelle Datenrettung von digitalen Speichermedien spezialisiert. Mit über 20 Jahren Erfahrung, TÜV-zertifiziertem Kundenservice und einer Erfolgsquote von über 95 % bietet das Unternehmen zuverlässige und qualitativ hochwertige Lösungen bei Datenverlusten jeglicher Art. Durch umfangreiches Know-how in Reverse Engineering und eine konsequente Datengarantie zählt DATA REVERSE® zu den führenden Anbietern der Branche.

Neben Festplatten, Flash-Speichern und RAID-Systemen werden auch komplexe logische Speicherarchitekturen wie Software Defined Storage erfolgreich wiederhergestellt. Zur optimalen Qualitätssicherung setzt DATA REVERSE® ausschließlich auf individuell entwickelte Softwarelösungen, ein eigenes Reinraumlabor sowie eine interne Forschungs- und Entwicklungsabteilung.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

DATA REVERSE® Datenrettung – Bindig Media GmbH
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04229 Leipzig
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