
In letzter Sekunde zum Deutschlandstipendium
Glück im Unglück oder besser gesagt doppeltes Glück – das hatte Kirlin Mensah. Denn auf unerklärliche Weise war ihre Zusage für das Deutschlandstipendium im Spam-Ordner gelandet. Beinahe hätte sie nicht rechtzeitig Bescheid gegeben, dass sie das Stipendium annimmt. Doch es ist alles gut gegangen und die 21-jährige Studentin am TUM Campus Heilbronn ist sehr dankbar für diese Unterstützung. Seit Oktober entlastet sie das Deutschlandstipendium bei den Lebenshaltungskosten. Mit großer Freude erfüllt Mensah, dass die Dieter Schwarz Stiftung ihr Stipendium stiftet.
Stille Busse, stimmungsvolle Weihnachtsbräuche
Kirlin Mensah stammt aus Accra in Ghana. Nach drei Semestern Informatik an der Ghana Communication Technology University absolviert sie seit September 2024 den Bachelorstudiengang Information Engineering am TUM Campus Heilbronn. Für Mensah ist es der erste Aufenthalt in Deutschland und sie erinnert sich an den ein oder anderen Kulturschock-Moment. Die Stille in den Bussen kennt sie so nicht aus Ghana. Oder die vielen Lichter zur Weihnachtszeit. „Oh my God“, sagt Mensah begeistert und lacht. Die deutschen Weihnachtsbräuche faszinieren Mensah sehr. Letztes Jahr hatte sie ihr „Best Christmas“, wie sie erzählt. Und das, obwohl sie nicht mit ihrer Familie feiern konnte. Glücklicherweise gibt es Videocalls, doch ersetzen sie natürlich nicht den persönlichen Kontakt. Das sei wohl der Preis, den man zahlen müsse, meint Kirlin Mensah.
Denn ihr Studium in Deutschland ebenso wie das Deutschlandstipendium sieht die junge Ghanaerin als große Chance. Schon als Jugendliche war sie fasziniert von Computern. In ihrem Heimatland traf sie auf den deutschen Unternehmer Christian Mehl, der den Dodoo Coding Club betreibt. Eine Stiftung, die insbesondere Teenager im Programmieren fördert und die Beschäftigungsrate für Menschen aus Ghana verbessern möchte. Im Dodoo Coding Club unterrichtet Mensah mittlerweile selbst ehrenamtlich 30 Jugendliche. Zunächst hat sie ihnen Programmierkonzepte, wie Python, MYSQL oder Git, beigebracht. Später kam auch Deutschunterricht hinzu, denn Mehrsprachigkeit sieht die Ghanaerin als wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft. Seit Mensah in Heilbronn studiert, unterrichtet sie die Jugendlichen online und gibt ihre eigenen Erfahrungen weiter. Neben ihren akademischen Fähigkeiten dürfte gerade ihr soziales Engagement ausschlaggebend für ihre Wahl als Deutschlandstipendiatin gewesen sein: Die Jury schätzt ehrenamtlichen Einsatz sehr.
Faszination für Cloud Computing
Als ihr Mentor brachte Christian Mehl Kirlin Mensah auf den Gedanken, ihr Studium am TUM Campus Heilbronn fortzusetzen. Sie genießt das „international environment“, das zugleich Soft Skills wie interkulturelles Miteinander vermittle. Der Campus sei technologisch sehr gut ausgestattet, von der beeindruckenden Architektur ganz abgesehen. Darüber hinaus schätzt sie es, dass die Professorinnen und Professoren in der Nähe sind und man gleich Hilfe erhält, wenn man sie braucht. Auch von der Stadt Heilbronn, dieser „big small city“, wie Mensah sagt, ist sie sehr angetan. Alles Lebensnotwendige, von Schule bis Krankenhaus, sei vor Ort.
Was wünscht sich die 21-Jährige, die in ihrer Freizeit gerne Bundesliga schaut oder Schach spielt, für die Zukunft? Am liebsten würde sie in Deutschland bleiben und von all dem, was sie erhalten hat, etwas zurückgeben. Ein Master schwebt ihr vor und eine Karriere im Cloud Computing: Kirlin Mensah würde gerne an der Verlagerung von Daten und Anwendungen von On-Premise-Servern – also eigenen Servern vor Ort – in die Cloud mitwirken, was wiederum die Integration von KI erleichtert. In diesem Bereich war sie bereits als studentische Hilfskraft am TUM Campus Heilbronn tätig, wo sie die Forschung zur KI-Integration in Industrie-Software mit Schwerpunkt auf Large Language Models und multimodalen Systemen unterstützte.
Infokasten
Das Deutschlandstipendium fördert Studierende, die sich durch exzellente akademische Leistung sowie gesellschaftliches und soziales Engagement auszeichnen, mit 300 Euro monatlich – finanziert je zur Hälfte vom Bund und von Unternehmen, Stiftungen oder Privatpersonen. Für den Förderzeitraum 2025/26 haben sich 124 Studierende vom TUM Campus Heilbronn beworben, von denen 33 als Stipendiatinnen und Stipendiaten ausgewählt wurden. 15 Stipendiatinnen und Stipendiaten werden von der Dieter Schwarz Stiftung gefördert. Kontakt am TUM Campus Heilbronn: Loana.Huth@tumheilbronn-ggmbh.de (Project Manager Student Services)
Die TUM Campus Heilbronn gGmbH
Bildungscampus 2
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E-Mail: Kerstin.Besemer@tumheilbronn-ggmbh.de
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