
Pflegenotstand in der ambulanten Pflege: Warum digitale Lösungen Pflicht sind
Die harte Realität für Entscheider im Homecare-Bereich
Du kennst die Situation: Immer mehr Patienten müssen versorgt werden, gleichzeitig fehlt es an Fachkräften. Mitarbeitende kündigen aufgrund von Überlastung, Krankheitsausfälle häufen sich, und die Anforderungen der Kostenträger oder Aufsichtsbehörden steigen.
Als Pflegedienst- oder Heimleitung stehst Du zwischen allen Fronten – Dein Team ist am Limit, die Angehörigen erwarten verlässliche Betreuung, und von oben kommen immer neue Vorgaben.
Der Pflegenotstand trifft besonders die ambulante Pflege hart – und klassische Prozesse reichen heute einfach nicht mehr aus.
Gesetzlicher Druck und digitale Pflicht ab 2025
Als Entscheider im Homecare-Bereich kommt ab Juli 2025 eine neue, verbindliche Herausforderung hinzu: Die Anbindung an die Telematikinfrastruktur sowie der Zugriff auf die elektronische Patientenakte (ePA) werden gesetzlich vorgeschrieben. Diese neuen Standards betreffen nicht nur große Träger, sondern auch kleine und mittlere ambulante Pflegedienste. Was zunächst nach zusätzlichem Aufwand klingt, bringt jedoch enorme Chancen für Struktur und Sicherheit – und ist die Basis für die Pflegezukunft.
Warum analoge Prozesse Dich ausbremsen
Als Entscheider im Homecare-Bereich merkst Du wahrscheinlich täglich, wie alte Abläufe zur Belastung werden:
- Papier- oder Excel-Dienstpläne: Änderungen dauern ewig, Fehler schleichen sich ein, und Dein Telefon steht nicht still.
- Absprachen per Telefon oder Zettel: Kaum jemand hat den Überblick – Ausfälle oder Doppeldienste sind vorprogrammiert.
- Dokumentationschaos: Papierstapel sammeln sich, Nachweise für die Kassen fehlen oder sind lückenhaft, und Abrechnungen dauern viel zu lange.
- Mangel an Transparenz: Du weißt nicht auf einen Blick, wo Mitarbeitende gerade im Einsatz sind oder wie viele Überstunden unbemerkt anfallen.
Das Ergebnis: Mehr Stress für Dich in der Leitung, sinkende Mitarbeiterzufriedenheit und letztlich ein Risiko für die Versorgungsqualität. Genau das kannst Du Dir in Zeiten des Pflegenotstands nicht leisten.
Wie digitale Lösungen wirklich entlasten
Digitale Werkzeuge sind kein IT-Spielzeug, sondern Dein Hebel, um Strukturen zu schaffen, die im Alltag spürbar entlasten:
- Digitale Dienstplanung: In wenigen Klicks planst Du Dienste, reagierst flexibel auf Ausfälle und verschickst Änderungen automatisch. Dein Team sieht die Pläne in Echtzeit – kein ständiges Telefonieren mehr.
- Zeiterfassung Pflege: Per App erfassen Deine Mitarbeitenden ihre Zeiten direkt beim Patienten. Du hast volle Transparenz, Überstunden werden sichtbar, und die Abrechnung läuft reibungslos.
- Digitale Kommunikation: Alle Infos an einem Ort. Änderungen oder wichtige Hinweise gehen nicht mehr verloren.
So entlastest Du Dein Team, senkst Fehlerquoten und gewinnst selbst Zeit für die wirklich wichtigen Aufgaben – die Steuerung Deines Dienstes und die Sicherung der Versorgungsqualität.
Praxisbeispiele aus dem Homecare-Alltag
Überlastete Dienstplanung
Die Pflegedienstleitung eines kleinen ambulanten Teams verbrachte jeden Montag mehrere Stunden, um Pläne in Excel zu überarbeiten. Nach Umstieg auf digitale Dienstplanung ist der komplette Monat in wenigen Minuten organisiert – und alle Änderungen gehen automatisch an die Mitarbeitenden.
Erste Schritte, die Du sofort gehen kannst
Der Einstieg in die Digitalisierung muss nicht groß und kompliziert sein. Starte mit klaren, machbaren Schritten:
- Schau auf die größten Painpoints: Dienstplanung, Abrechnung oder Kommunikation – wo verlierst Du aktuell am meisten Zeit und Nerven?
- Beginne mit einem Pilotprojekt: Starte in einem Bereich oder Team, teste die digitale Dienstplanung oder Zeiterfassung, und lass Dein Team die Vorteile selbst erleben.
- Nimm Dein Team mit: Pflegekräfte sehen sofort, wenn Abläufe einfacher werden. Ihre Akzeptanz macht den Erfolg aus.
- Denke in Etappen: Erst Dienstplanung, dann Zeiterfassung, später Dokumentation – so überforderst Du weder Dich noch Dein Team.
Fazit: Handeln statt Abwarten
Der Pflegenotstand zwingt Dich zu Entscheidungen. Analoge Prozesse sorgen nur für Stress, Ineffizienz und Frust im Team. Digitale Lösungen machen den Unterschied – sie helfen Dir, Deine Pflege effizient zu organisieren, Dein Team zu entlasten und die Qualität der Versorgung zu sichern.
Digitalisierung Homecare ist keine Zukunftsmusik mehr. Sie ist Pflicht, wenn Du Dein Team langfristig halten, neue Kräfte gewinnen und den steigenden Anforderungen gerecht werden willst.
Willst Du sehen, wie digitale Dienstplanung und Zeiterfassung Pflege Dich konkret unterstützen können? Fordere jetzt eine kostenlose Demo oder Beratung an – und mache den ersten Schritt, um Deinen Pflegedienst spürbar zu entlasten.
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Digitale Personalverwaltung – Dein Schlüssel für smarte HR im Mittelstand
Der Druck auf HR-Abteilungen in Mittelstands-Unternehmen wächst: Der Fachkräftemangel spitzt sich zu, gleichzeitig steigen die gesetzlichen Anforderungen und Mitarbeitende erwarten mehr Transparenz. Viele Entscheider sind gefangen im Spagat zwischen Routineaufgaben und echten Gestaltungsaufgaben.
Doch 2026 ist das Jahr, in dem effiziente Verwaltung im Fokus steht.
Digitale Personalverwaltung bedeutet nicht nur weniger Aufwand, sondern mehr Zeit für das, was wirklich zählt: Dein Team, Deine Planung, Deine Zukunft.
Jetzt kannst Du HR-Aufgaben einfach digital abbilden – übersichtlich, sicher und von überall.
Dein Weg zur digitalen Personalverwaltung: Warum jetzt handeln?
So befreist Du Dein HR-Team vom Verwaltungsballast: Digitale Personalverwaltung und moderne KI-Tools automatisieren Routineprozesse und schaffen endlich Zeit für strategische Themen wie Mitarbeiterbindung, Recruiting und HR-Entwicklung. Laut aktuellen Studien nutzen immer mehr Mittelstandsunternehmen digitale Lösungen, um ihre HR effizienter und transparenter zu gestalten.
Tipps für Deinen Start in die Digitalisierung
- Starte klein, aber konsequent. Beginne mit digitalen Personalakten oder Zeiterfassung.
- Binde Dein Team ein. Je mehr Verständnis und Akzeptanz, desto einfacher der Übergang.
- Nutze Schulungen & Webinare. So wird aus „neuer Software“ ein echter Alltagshelfer.
- Setze auf Integration. Systeme, die mit Lohnabrechnung oder Schichtplanung verbunden sind, vermeiden doppelte Dateneingaben.
Effizienzgewinn und Praxistipps
- Endlich behältst Du den Überblick über alle Mitarbeiterdaten und Bereiche – egal ob Gastronomie, Handwerk, Pflege, Produktion oder Einzelhandel.
- KI-gestützte Assistenzsysteme übernehmen repetitive Aufgaben wie Fehlzeiten-Erfassung, Schichtplanung und Auswertungen.
- Gesetzliche Compliance und revisionssichere Dokumentation sind mit digitalen Lösungen kein Problem mehr.
- Die Zusammenarbeit im Team wird transparenter und einfacher – Mitarbeitende profitieren von Self-Service und schnellen Prozessen.
Praxisbeispiel: Digitale HR in der Produktion
Stell Dir ein Produktionsunternehmen mit 120 Mitarbeitern vor: Früher wurden Schichtpläne und Urlaubsanträge händisch und über E-Mail koordiniert – das kostete HR jeden Monat viele wertvolle Stunden. Mit einer digitalen Personalverwaltung werden Schichten jetzt automatisch zugewiesen, Urlaubsanträge von Mitarbeitenden bequem über eine App gestellt und dokumentiert. Die HR-Entscheider können sich endlich mit strategischer Personalentwicklung und zukunftssicheren Themen beschäftigen, statt zu administrieren.
Deine nächsten Schritte: Webinar & UmsetzungTipps für die Umsetzung
Jetzt kannst Du:
- Die wichtigsten Anforderungen für Dein Unternehmen identifizieren: Von Compliance bis Mitarbeiterzufriedenheit.
- Schrittweise digitalisieren – nicht alles auf einmal, sondern im Dialog mit Deinem Team.
- Expertenwissen nutzen: Im Webinar erfährst Du, wie andere Unternehmen den Wandel konkret meistern.
- Die Belegschaft frühzeitig einbinden und Ängste beim Umgang mit digitalen Tools abbauen.
Blick in die Zukunft
Die digitale Personalverwaltung ist mehr als nur Technik, die Zukunft der Personalverwaltung ist digital, transparent und flexibel – sie ist der Schlüssel für eine strategische und attraktive HR-Arbeit im Mittelstand.
Jetzt kannst Du den Wandel aktiv gestalten und die HR zu einem echten Wertbringer machen, denn wer heute umstellt, schafft morgen Freiraum für strategische Themen wie Mitarbeiterentwicklung oder Recruiting.
Im kostenlosen Webinar „Digitale Personalverwaltung 2025 – Von der Akte zum KI-Assistenten“ erfährst Du, wie andere Unternehmen die Umstellung geschafft haben und welche Best Practices Dir helfen, den nächsten Schritt zu gehen.
Erhalte spannende Insights von HR-Experten und profitiere von konkreten Umsetzungstipps für Deinen Betrieb.
Jetzt anmelden, Deinen Platz sichern und Dich auf das Wesentliche konzentrieren: Dein Team.
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Pflege digitalisieren – auch wenn keiner Zeit dafür hat
Während täglich Überstunden anfallen und Pflegekräfte zwischen Dokumentation, Telefon und Patientenbetreuung jonglieren, scheint die Digitalisierung wie ein zusätzlicher Stressfaktor.
Problem: Wer nichts verändert, bleibt im Hamsterrad
Wer eine Pflegeeinrichtung leitet, kennt diesen Alltag nur zu gut: Kurzfristige Dienstplanänderungen, Urlaubswünsche, Krankmeldungen oder Absprachen zur Vertretung türmen sich täglich auf. Arbeitszeiten werden weiterhin handschriftlich dokumentiert. In deutschen Pflegeheimen und Diensten ist Arbeit auf Papier, ellenlangen Excel-Listen und improvisierter Kommunikation immer noch gängige Praxis.
Dabei können moderne Pflegesoftware-Lösungen bereits ab dem ersten Tag spürbare Entlastung bringen – wenn man weiß, welche Features wirklich helfen.
Die Folgen von analogen und improvisierten Prozessen sind gravierend:
- Intransparente Zeiten: Excel-Listen und Stundenzettel lassen sich leicht verlieren oder manipulieren, Fehler bleiben oft unbemerkt und führen zu Unzufriedenheit oder sogar rechtlichen Problemen.
- Umständliche Urlaubsverwaltung: Urlaubsanträge werden von Hand ausgefüllt und im Umlauf vergessen. Genehmigungen verzögern sich unnötig.
- Schlechte Dienstpläne: Schichtpläne auf Papier oder im Postfach sind unübersichtlich, selten aktuell und benötigen viel Zeit in der Erstellung.
- Fehlzeiten sorgen für Hektik: Kurzfristige Ausfälle lassen sich kaum flexibel abdecken, Ersatzkräfte werden mühsam telefonisch gesucht.
- Verwaltungs- und Rechtsrisiken: Das Arbeitszeitgesetz schreibt mittlerweile die digitale Zeiterfassung verbindlich vor. Ohne lückenlose und transparente Arbeitszeiterfassung drohen Bußgelder und rechtliche Unsicherheiten.
Realität erkennen: Was kostet uns das „Immer so getan“
- Zeitverlust & Rückfragen: Pflegekräfte verbringen Stunden damit, Dienstpläne zu korrigieren, Abwesenheiten zu klären oder Änderungen weiterzugeben – per Telefon, E-Mail oder Handzettel. Diese Rückfragen wirken harmlos, summieren sich aber täglich.
- Fehler & rechtliche Risiken: Manuelle Planungen führen zu versehentlichen Überschneidungen, Pausen- oder Arbeitszeitverstößen. Gesetzliche Regularien (Arbeitszeitgesetz, Ruhezeiten etc.) werden schwerer einzuhalten, wenn es keine automatisierten Prüfmechanismen gibt. Digitale Dienstpläne helfen, Fehler zu vermeiden.
- Motivationsprobleme & Fluktuation: Mitarbeitende, die ständig improvisieren, die nie sicher wissen, wann ihr nächster Dienst ist oder ihre Arbeitszeit korrekt erfasst wird, sind weniger motiviert – und neigen eher zur Jobwechsel. In Zeiten von Pflegenotstand kein unterschätzbarer Kostenfaktor.
- Kosten durch Ineffizienz: Papier, Ausdrucke, manuelle Anpassungen, Nacharbeit – all das ist administrativer Aufwand ohne Mehrwert. Studien zeigen, dass digitale Personaleinsatzplanung und Zeiterfassung erhebliche Effizienzgewinne bringen.
In Zeiten von Personalmangel, Fachkräftefluktuation und steigendem Kostendruck birgt jeder dieser Punkte zusätzliche Risiken für das Team und die gesamte Einrichtung.
Praxisbeispiel: Zeitsprung im Seniorenheim „Haus an der Linde“
„Haus an der Linde“, eine Einrichtung mit 90 Mitarbeitenden, bewältigte bis 2024 Dienstplanung, Zeiterfassung und Abwesenheiten rein manuell. Die Verwaltung wuchs stetig, der Frust im Team auch:
Vor der Digitalisierung:
- Monatlich rund 25 Stunden für Schichtplanerstellung und Korrekturen
- Mehrere Urlaubsanträge pro Woche gingen „verloren“ oder wurden verspätet bearbeitet
Der digitale Wandel: Nach der Einführung eines digitalen HR-Systems konnten alle Mitarbeitenden ihre Arbeitszeiten per App erfassen. Dienstpläne wurden online veröffentlicht und automatisch an individuelle Wünsche angepasst. Urlaubs- und Fehltage wurden digital beantragt, genehmigt und konfliktsicher eingeplant. Spontane Lücken wurden innerhalb von Minuten durch gezielte Push-Nachrichten an verfügbare Kollegen gedeckt.
Das messbare Ergebnis nach wenigen Monaten:
- 70% weniger Zeitaufwand für Planung und Nachbearbeitung
- Keine verlorenen Anträge oder vergessene Korrekturen mehr
- Höhere Zufriedenheit bei Mitarbeitenden und Führung
- Verbesserte Einhaltung gesetzlicher Vorgaben
Lösungsansatz: Digitale Tools für Zeiterfassung, Abwesenheiten und Dienstplanung
Moderne Software-Lösungen vereinfachen Schichtplanung, Zeiterfassung und Abwesenheitsmanagement radikal und sind speziell für den Pflegealltag konzipiert.
Digitale Zeiterfassung:
- Mitarbeitende stempeln sich mobil per App, am PC oder an Terminals ein und aus – auch unterwegs oder in verschiedenen Häusern.
- Alle Zeiten, Pausen und Überstunden werden automatisch dokumentiert, Überstundensalden sichtbar gemacht und an die Lohnbuchhaltung übergeben.
- Manipulation und Zettelwirtschaft sind ausgeschlossen – jede Änderung ist transparent nachvollziehbar.
Urlaubs- und Abwesenheitsmanagement:
- Urlaubsanträge werden digital gestellt und automatisiert bearbeitet, inklusive Echtzeit-Übersicht über genehmigte und offene Anträge.
- Fehlzeiten (z.B. Krankheit oder Fortbildung) werden zentral erfasst; das System schlägt automatisch Vertretungen vor.
- Mitarbeitende können ihr Urlaubskonto jederzeit online einsehen.
Automatisierte Schicht- und Dienstplanung:
- Dienstpläne werden nach vordefinierten Regeln (z.B. Qualifikation, Wünsche, Arbeitszeitgesetz) erstellt oder automatisch optimiert.
- Schichtänderungen werden mit einem Klick an alle Teammitglieder verschickt; kurzfristige Lücken lassen sich durch Vorschlagsfunktionen sofort schließen.
- Die Planungssoftware erkennt Konflikte und Doppelbelegungen frühzeitig, reduziert Fehler und Nachfragen spürbar.
Echtzeit-Auswertungen und Compliance:
- Alle Arbeitszeiten, Planabweichungen sowie Urlaubs- und Fehlzeiten stehen auf Knopfdruck als Auswertung zur Verfügung, auch für den Betriebsrat oder externe Prüfer.
- Rechtssicherheit: Die digitale Arbeitszeiterfassung ist DSGVO- und arbeitsrechtlich konform, inklusive revisionssicherer Dokumentation und Nachweisfunktion.
Handlungsempfehlung: Digitalisieren – aber realistisch und Schritt für Schritt
Was Entscheider wissen & tun müssen:
Herausforderung – Lösungsschritte
- Widerstand gegen Veränderung – Kommunikation starten, Mitarbeitende einbinden, Pilotprojekte durchführen
- Angst vor Technik/ Kosten – Anbieter vergleichen, Pilotierung, Kosten vs. Einsparpotenzial durch Zeit & Fehler berechnen
- Schulung & Umsetzung – Workshops, einfache Tools, Support, klare Rollenverteilung
- Datenschutz & Compliance – Achten auf datenschutzkonforme Lösungen, Verschlüsselung, DSGVO, geprüfte Systeme
Die Erfahrung zeigt: Digitalisierung gelingt, wenn sie als Prozess gestaltet und fest im Alltag verankert wird. Das sind die wichtigsten Schritte:
- Bedarfe erkennen, Prioritäten definieren: Fragen Sie Ihr Team, wo der aktuelle Zeitdruck am größten ist – Dienstplanung, Zeiterfassung, Doku oder Kommunikation? Wählen Sie ein konkretes Pilotprojekt.
- Passende Lösung auswählen: Prüfen Sie Angebote, testen Sie Demo-Versionen und setzen Sie auf Anbieter mit Branchenerfahrung und Support.
- Mitarbeitende von Anfang an einbeziehen: Binden Sie Ihr Team frühzeitig ein, fördern Sie digitale Pioniere („Digital Leader“), motivieren Sie mit messbaren Zwischenzielen.
- Schrittweise einführen, Erfolge messen: Starten Sie mit einem System und bauen Sie aus, wenn es sitzt – immer begleitet von praxisnaher Schulung.
Gerade kleine, schnelle Erfolge zeigen: Digitalisierung ist nicht nur eine Investition, sondern ein Befreiungsschlag aus dem Überlastungs-Kreislauf.
Fazit: Freiraum gewinnen – Zukunft gestaltenDigitalisierung
Gerade im Pflegenotstand braucht es klare Strukturen statt zusätzlichem Aufwand.Wer heute umstellt, spart morgen Zeit – und entlastet seine Mitarbeiter schon jetzt.
Wer heute beginnt, Prozesse zu digitalisieren – der schafft Raum für das, was zählt: bessere Pflege, zufriedene Mitarbeitende, weniger Stress.
Machen Sie den ersten Schritt: Fordern Sie eine unverbindliche Software-Demo oder einen Flyer an und entdecken Sie, wie einfache digitale Lösungen Ihr Schichtplanungs- und Zeitmanagement revolutionieren können – für eine Pflege, die allen mehr Freiraum gibt.
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Der große HR-Check: Wie digital ist Ihre Personalabteilung wirklich?
Ein HR-Digital-Check schafft Klarheit: Wie digital sind die eigenen HR-Prozesse schon? Welche Stolpersteine gibt es, und wo gibt es noch Digitalisierungspotenzial? Diese Standortbestimmung bildet die Grundlage, um wettbewerbsfähig zu bleiben und ein attraktives Arbeitgeberimage zu sichern.
Risiken: Was passiert bei fehlender digitaler Reife?
Neben den zahlreichen Chancen birgt die digitale Transformation auch Risiken ― insbesondere, wenn sie halbherzig oder unkoordiniert umgesetzt wird:
- Datenschutz und Datensicherheit: Sensible Mitarbeiterdaten sind durch Digitalisierung potenziell neuen Risiken wie Cyberangriffen ausgesetzt. Ohne durchdachte Schutzmaßnahmen drohen Datenpannen und Compliance-Verstöße.
- Medienbrüche und Insellösungen: Viele HR-Abteilungen nutzen Excel, E-Mail, Papier und verschiedene Software parallel. Solche Fragmentierung erschwert Transparenz und führt zu Fehlerquellen.
- Mangelnde Automatisierung: Fehlen Schnittstellen und automatisierte Abläufe, bleibt die HR von manuellen Routineaufgaben belastet, die viel Zeit binden.
- Akzeptanzprobleme: Digitalisierung ohne Change Management trifft oft auf Widerstand. Mitarbeitende fehlen Wissen oder Motivation, die neuen Tools produktiv zu nutzen.
- Verlust von Wettbewerbsvorteilen: Wer weiterhin auf manuelle Prozesse setzt, kann die Bedürfnisse moderner Talente nicht erfüllen und läuft Gefahr, im „War for Talents“ das Nachsehen zu haben.
Lösungen: Mit Struktur und Technologie Schritt für Schritt digitalisieren
Eine nachhaltige Digitalisierung der HR-Abteilung braucht einen klaren Plan sowie die passenden technologischen und organisatorischen Stellschrauben:
1. Digital-Check & Potenzialanalyse
Am Anfang steht eine sorgfältige Bestandsaufnahme: Welche Prozesse laufen bereits digital, welche sind noch analog? Wo entstehen die größten Zeitverluste? Oft lassen sich durch eine solche Analyse schnell erste Verbesserungspotenziale identifizieren – zum Beispiel beim Recruiting, Onboarding, im Abwesenheitsmanagement oder in der Verwaltung von Personalakten.
2. Passende HR-Software auswählen
Die Wahl der richtigen HR-Software ist entscheidend. Sie sollte Benutzerfreundlichkeit, Anpassungsfähigkeit, Datensicherheit und Integrationsfähigkeit mit vorhandenen Systemen bieten. Modular aufgebaute Lösungen erlauben einen flexiblen Start und späteren Ausbau.
3. Automatisierung & Self-Services
Automatisierte Recruiting-Tools, digitale Personalakten, Zeiterfassungen und Self-Service-Portale verschlanken Abläufe massiv. Mitarbeitende können Urlaube beantragen, Weiterbildungen buchen oder Dokumente selbstständig herunterladen. KI-basierte Lösungen können unterstützen, indem sie Daten analysieren, Bewerberprofile vorschlagen und administrative Routineaufgaben übernehmen.
4. Change Management & Schulung
Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist die Einbindung aller Teammitglieder. Frühzeitiges Einbinden, transparente Kommunikation und gezielte Schulungen fördern die Akzeptanz neuer digitaler Prozesse. Feedbackschleifen helfen dabei, die Einführung neuer Tools kontinuierlich zu verbessern.
5. Erfolg sichtbar machen
Messen Sie den Digitalisierungserfolg: Wie viel Zeit wird eingespart? Steigt die Zufriedenheit der Mitarbeitenden? Sind weniger Fehler aufgetreten? Transparente Berichte und regelmäßiges Monitoring machen die Erfolge der digitalen Transformation sichtbar und motivieren für weitere Schritte.
Praxisbeispiel: Wie digitale HR in der Praxis aussehen kann
Stellen wir uns vor, eine mittelgroße HR-Abteilung steht vor der Herausforderung, den Onboarding-Prozess effizienter zu gestalten. Früher wurden Aufgaben über Papier-Checklisten und E-Mail-Ketten verteilt. Verantwortlichkeiten waren unklar, wichtige Informationen gingen verloren.
Nach Einführung einer HR-Software werden Onboarding-Aufgaben nun automatisch an die zuständigen Personen verteilt. Neue Mitarbeitende erhalten Zugang zu einer Plattform mit allen nötigen Informationen. Rückmeldungen und Statusupdates sind jederzeit einsehbar. Die Verwaltung von Bewerbungen, das Anlegen der digitalen Personalakte und die Dokumentation aller relevanten HR-Prozesse erfolgen über einheitliche digitale Workflows.
Die Folge: 30 % weniger Zeitaufwand und deutlich höhere Zufriedenheit auf allen Seiten.
Weitere Beispiele:
- Bewerbermanagement mit automatisierten E-Mail-Antworten und Detailauswertungen zu Recruiting-Kampagnen.
- Einsatz von KI für die Analyse von Personalkennzahlen und Erkennung von Trends wie Fluktuation oder Überstunden.
- Self-Services, über die Mitarbeitende ihre HR-Anliegen direkt und ortsunabhängig steuern können.
Fazit: Jetzt den HR-Digital-Check starten!
Die Digitalisierung der Personalabteilung ist kein Selbstzweck, sondern schafft Effizienz, Transparenz und stärkt die Arbeitgeberattraktivität. Doch ohne systematische Analyse bleiben Potenziale oft ungenutzt und Risiken bestehen.
Starten Sie jetzt mit einem fundierten HR-Digital-Check:
- Überprüfen Sie Ihre Prozesse, identifizieren Sie Digitalisierungsbedarf und setzen Sie gezielt moderne Lösungen zur Prozessoptimierung ein.
- Nutzen Sie innovative Tools, automatisieren Sie Abläufe und entwickeln Sie die digitale Kompetenz Ihres Teams Schritt für Schritt weiter.
- Werden Sie zum Vorreiter – für eine zukunftssichere und leistungsstarke Personalabteilung!
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Mehr Mensch, weniger Verwaltung: Wie digitale HR den Fokus zurück auf das Team bringt
Die moderne Personalarbeit steht vor einem Paradigmenwechsel: Weg von zeitraubenden Verwaltungsaufgaben, hin zu strategischer Menschenführung. Digitale HR ermöglicht es Personalabteilungen, sich wieder auf das zu konzentrieren, was wirklich zählt – die Menschen im Unternehmen. Während früher ein Großteil der Arbeitszeit für Papierkram, manuelle Datenpflege und repetitive Aufgaben verloren ging, schaffen intelligente HR-Systeme heute Freiräume für echte Wertschöpfung.
Die HR Digitalisierung ist längst keine Zukunftsmusik mehr, sondern eine Notwendigkeit für Unternehmen, die ihre Mitarbeiter in den Mittelpunkt stellen wollen.
Risiken: Wenn Verwaltung die Menschlichkeit erstickt
Ohne durchdachte Digitalisierung drohen HR-Abteilungen in einem Meer aus Bürokratie zu versinken. Die Folgen sind weitreichend und gefährden nicht nur die Effizienz, sondern auch die Mitarbeiterzufriedenheit:
Zeitverlust durch manuelle Prozesse
Manuelle Urlaubsanträge, Excel-basierte Personalakten und analoge Zeiterfassung binden enorme Ressourcen. Laut aktuellen Studien können mangelnde personelle Ressourcen und Zeitmangel die größten Barrieren für eine erfolgreiche HR-Digitalisierung darstellen. Zeit, die dringend für strategische Aufgaben und persönliche Mitarbeitergespräche benötigt wird.
Fehlende strategische Ausrichtung
Wer permanent mit Verwaltungsaufgaben beschäftigt ist, verliert den Blick für das große Ganze. HR-Prozesse bleiben reaktiv statt proaktiv, Talentförderung kommt zu kurz und die Personalentwicklung stagniert. Das Ergebnis: Demotivierte Teams und sinkende Produktivität.
Compliance-Risiken und Rechtsunsicherheit
Dezentrale Datenablage in Excel-Tabellen und verstreuten Ordnern gefährdet die Rechtssicherheit. DSGVO-Verstöße entstehen oft nicht durch böse Absicht, sondern durch fehlende systematische Strukturen. Bei Audits oder rechtlichen Auseinandersetzungen fehlt die lückenlose Dokumentation.
Verlust von Employer Branding
Umständliche, intransparente Prozesse wirken unprofessionell und schrecken moderne Talente ab. Digitale HR-Erlebnisse sind heute Standard – wer hier nicht mithalten kann, verliert im „War for Talents“.
Lösungen: Wie digitale Tools mehr Menschlichkeit ermöglichen
Die gute Nachricht: Digitale HR-Lösungen schaffen genau die Freiräume, die Personalverantwortliche für ihre eigentliche Kernaufgabe benötigen – die Arbeit mit und für Menschen.
Intelligente Automatisierung als Zeitsparer
Moderne HR-Software automatisiert repetitive Aufgaben und reduziert den administrativen Aufwand um durchschnittlich 22 Prozent. Self-Service-Portale ermöglichen es Mitarbeitern, Urlaubsanträge eigenständig zu stellen, Dokumente herunterzuladen oder Stammdaten zu aktualisieren. HR-Teams gewinnen dadurch wertvolle Zeit für strategische Aufgaben.
Fokus auf strategische Personalarbeit
Mit automatisierten HR-Prozessen können sich Personaler endlich wieder auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren:
- Mehr Zeit für Teambuilding und persönliche Mitarbeitergespräche
- Intensive Weiterbildungsmaßnahmen und Talentförderung
- Strategische Beratung des Managements in Personalfragen
- Kreative Projekte zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit
- Proaktive Personalplanung und Nachfolgestrategien
Datengetriebene Entscheidungen für bessere Menschenführung
KI-gestützte HR-Systeme analysieren Mitarbeiterdaten und liefern wertvolle Erkenntnisse zu Fluktuation, Leistungsentwicklung oder Weiterbildungsbedarf. Statt auf Bauchgefühl zu setzen, können Personalverantwortliche fundierte, datenbasierte Entscheidungen treffen, die den Menschen im Unternehmen wirklich helfen.
Zentrale Plattformen für mehr Transparenz
Eine digitale Personalakte und integrierte HR-Plattformen schaffen Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Alle relevanten Informationen sind zentral verfügbar, Medienbrüche werden vermieden und die Kommunikation zwischen HR und Mitarbeitern wird erheblich verbessert.
Praxisbeispiel: Transformation einer Personalabteilung
Eine mittelständische Firma mit 200 Mitarbeitern kämpfte mit zeitraubenden manuellen Prozessen. Die HR-Abteilung verbrachte 60% ihrer Zeit mit Verwaltungsaufgaben – Urlaubsanträge per E-Mail, Excel-Listen für Weiterbildungen und Papierdokumente stapelten sich.
Die digitale Transformation:
- Einführung einer integrierten HR-Plattform mit Self-Service-Funktionen
- Automatisierung von Urlaubsanträgen, Zeiterfassung und Onboarding-Prozessen
- Digitale Personalakten für alle Mitarbeiter mit rollenbasierten Zugriffsrechten
- KI-gestützte Analytics für bessere Personalplanung
Das Ergebnis nach 6 Monaten:
- 40% Zeitersparnis bei administrativen Aufgaben
- Deutlich mehr persönliche Mitarbeitergespräche und Coaching-Sessions
- Höhere Mitarbeiterzufriedenheit durch transparente, schnelle Prozesse
- Strategische Beratungsrolle der HR gegenüber der Geschäftsführung
- Proaktive Personalentwicklung statt reaktive Verwaltung
Fazit: Die Zukunft der HR ist menschlich – dank Digitalisierung
Digitale HR bedeutet nicht weniger Menschlichkeit, sondern mehr davon. Intelligente Automatisierung und durchdachte HR-Software schaffen die Freiräume, die Personalverantwortliche brauchen, um sich wieder auf ihre wichtigste Aufgabe zu konzentrieren: die Menschen im Unternehmen zu fördern, zu entwickeln und zu begeistern.
Die Technologie übernimmt die Routine – die HR kümmert sich um das, was Maschinen nicht können: echte zwischenmenschliche Beziehungen aufbauen, Potenziale erkennen und Teams zum Erfolg führen.
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Digital oder abgehängt?– Warum moderne Personalverwaltung über Wettbewerbsfähigkeit entscheidet
Risiken: Analoge Prozesse schrecken junge Talente ab
- Verpasste Talente: Über 90 % der Generation Z geben an, dass Technologie die Jobwahl beeinflusst. Junge Bewerber:innen wollen mit der modernsten Technik arbeiten – analoge Prozesse oder veraltete Intranets schrecken ab und sorgen für Ablehnung.
- Wettbewerbsnachteil: Unternehmen, die keine digitalisierte HR vorweisen, verlieren im „War for Talents“. Die technikaffine Generation Z sucht gezielt nach Arbeitgebern, die Digitalisierung als gelebten Wert verstehen und keine medienbruchhaften Prozesse dulden.
- Widerstände und Imageverlust: Junge Generationen empfinden Papierberge, umständliche Bewerbungsverfahren oder fehlende Self-Service-Lösungen als veraltet – und ziehen im Zweifel lieber weiter.
Arbeitgeber können bereits kurzfristig mit gezielten Digitalisierungsmaßnahmen spürbare Verbesserungen erzielen und ihre Attraktivität steigern. Im Fokus stehen schnelle Umsetzungen, die Mitarbeiter und HR gleichermaßen entlasten und den Einstieg in eine moderne digitale Arbeitswelt markieren.
Sofort wirksame Maßnahmen für die HR-Digitalisierung
- Digitale Personalakten einführen: Papierlose Verwaltung durch digitale Personalakten erleichtert die Suche nach Dokumenten, verbessert die DSGVO-Konformität und spart Zeit bei täglichen Verwaltungsaufgaben.
- Self-Service-Portale aktivieren: Mitarbeitende können Urlaubsanträge, Adressänderungen oder Bescheinigungen eigenständig digital abwickeln. Das reduziert die Anfragen an die Personalabteilung und gibt dem HR-Team wertvolle Zeit zurück.
- Digitale Workflows und Automatisierungen: Automatisieren Sie Routineaufgaben wie das Einreichen und Genehmigen von Abwesenheiten, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen oder Spesenabrechnungen. Auch standardisierte Prozesse im Recruiting oder Onboarding lassen sich schnell digitalisieren.
- E-Signatur verwenden: Digitale Vertragsunterzeichnungen beschleunigen den Einstellungsprozess und sorgen für mehr Effizienz – zum Beispiel bei Arbeitsverträgen oder Weiterbildungsvereinbarungen.
- Schnelle HR-Software-Lösungen testen: Digitale Tools ermöglichen schon mit wenigen Klicks, Kernprozesse wie Zeiterfassung, Abwesenheitsmanagement oder Bewerberverwaltung digital aufzusetzen. Viele Systeme bieten Testphasen und lassen sich ohne großen Aufwand integrieren.
- Kommunikation und Schulung: Bieten Sie kurze digitale Schulungen oder Info-Sessions für Ihr Team an, um Akzeptanz für neue Tools und Prozesse zu schaffen. Schnelle Erfolge steigern die Motivation und nehmen Berührungsängste.
Diese Quick Wins sorgen bereits nach kurzer Zeit für mehr Transparenz, Mitarbeiterbindung und Effizienz in Ihrer HR – und sind ein klares Signal an junge Talente, dass Ihr Unternehmen digital vorausgeht.
Lösungen: Mit digitaler HR zur jungen Arbeitgebermarke
- Vollständige Digitalisierung der HR-Prozesse: Von der smarten Bewerberverwaltung über Onboarding-Apps bis hin zu digitalen Feedbacktools müssen alle HR-Prozesse intuitiv, mobil und sofort zugänglich sein.
- Self-Service und Automatisierung: Mitarbeitende der Generation Z erwarten, dass sie Stammdaten selbst ändern, Urlaub online beantragen oder Fortbildungen direkt digital buchen können.
- Einsatz moderner Technologien und KI: Recommendation-Engines, Chatbots und smarte HR-Analytics liefern die Experiences, die für junge Talente Standard sind und die Arbeitgeberattraktivität deutlich erhöhen.
Praxisbeispiel: Digital native HR-Umfeld
Eine wachsende Organisation stellte fest, dass sie immer weniger Bewerbungen junger Talente erhielt. Nach einer Umfrage nannten Studierende und Absolventen fehlende digitale Prozesse, unübersichtliche Bewerbungsformulare und Papierverwaltung als Hauptgrund.
Nach Umstellung auf durchgehend digitale HR-Prozesse, inklusive Bewerbungs-App, Self-Service für Mitarbeitende und Integration von Feedbacktools, stieg die Bewerberzahl um 40 % an. Junge Mitarbeitende lobten besonders die intuitive Nutzung über Smartphones, Transparenz und die zukunftsorientierte Arbeitskultur.
Fazit
Die digitale HR-Transformation ist zum Muss geworden: Nur so gewinnen und halten Unternehmen junge Talente und bleiben am Markt erfolgreich. Eine moderne digitale Personalverwaltung ist für Millennials und Gen Z nicht nur ein Pluspunkt, sondern ein entscheidendes Auswahlkriterium als Arbeitgeber – analoge Prozesse gelten als echtes No-Go.
Überprüfen Sie, wie digital Ihre HR bereits ist. Modernisieren Sie gezielt Ihre Personalverwaltung, um als digitaler Arbeitgeber bei der jungen Generation zu punkten und fit für die Zukunft zu bleiben!
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Bundesarbeitsministerium bestätigt Pflicht zur Arbeitszeiterfassung für Lehrer
Noch immer spielen die meisten Bundesländer auf Zeit, wenn es um die Arbeitszeiterfassung für Lehrer geht. Meist heißt es dazu, man warte auf eine entsprechende Gesetzgebung. Einzelne Vorstöße gibt es lediglich aus Bremen und Berlin, wo zumindest Pilotprojekte geplant sind.
Jetzt erhalten die Befürworter einer verpflichtenden Arbeitszeiterfassung für Lehrer Rückenwind aus dem SPD-geführten Bundesarbeitsministerium. Auf Anfrage des Staatssekretärs a.D., Mark Rackles bestätigte das Ministerium, die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung ergebe sich aus der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 13. September 2022. Darin hatte das Gericht verfügt, dass Arbeitgeber zur Bereitstellung eines Systems zur Arbeitszeiterfassung verpflichtet sind. Rechtsgrundlage ist das Arbeitsschutzgesetz.
Wie es im Antwortschreiben des Bundesarbeitsministeriums weiter heißt, gelte die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung bereits für alle angestellten Lehrkräfte. Für beamtete Lehrer würden die beamtenrechtlichen Regelungen der Länder gelten. Das “Ob” sei also schon geklärt. Zur Frage des “Wie” und damit zum Erlangen von Rechtssicherheit wurde im Koalitionsvertrag vereinbart, dass eine Regelung zur elektronischen Erfassung der Arbeitszeit geschaffen werden solle.
Für Beamte gelten bereits heute in vielen Bereichen Regelungen, welche die Erfassung der Arbeitszeit vorsehen. Zudem fallen auch Beamte unter den Geltungsbereich des Arbeitsschutzgesetzes.
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Zeiterfassung in großen Unternehmen: Strategie, Umsetzung und Checkliste
Zeiterfassung in großen Unternehmen: Strategie, Umsetzung und Checkliste
Zeiterfassung in großen Unternehmen stellt besondere Anforderungen, die bereits bei der Einführung beachtet werden müssen. Weit über die reine Anwesenheitskontrolle oder Lohnabrechnung hinaus ist sie heute ein zentrales Instrument zur Steuerung der Produktivität, zur Sicherstellung der rechtlichen Konformität und zur Stärkung der Arbeitgebermarke.
TL;DR
- Große Unternehmen stellen besondere Anforderungen an die Zeiterfassung ihrer Mitarbeiter.
- Beispiele: internationales Recht, unterschiedliche Arbeitsmodelle und Fragen der Skalierung.
- Neben organisatorischen müssen auch technische Anforderungen beachtet werden.
- Die Auswahl passender Zeiterfassungssoftware ermöglicht eine weitgehend reibungslose Implementierung.
Welche Herausforderungen stellt Zeiterfassung an große Unternehmen?
Im Gegensatz zu KMUs gibt es bei der Arbeitszeiterfassung in großen Unternehmen einige zusätzliche Dinge zu beachten:
Hohe Komplexität und Skalierbarkeit: Große Unternehmen benötigen Systeme, die viele, manchmal Tausende von Mitarbeitern über zahlreiche Abteilungen, Standorte und oft mehrere rechtliche Einheiten hinweg verwalten können, ohne an Leistung zu verlieren. Hier lautet ein wichtiges Stichwort “Mandantenfähigkeit”.
Vielfältige Arbeits- und Tarifmodelle: Anders als in vielen KMU existieren in Großkonzernen verschiedenste Arbeitszeitmodelle parallel; vom 24/7-Schichtbetrieb in der Produktion über Vertrauensarbeitszeit im Management bis zu mobiler Arbeit im Außendienst. Ein System muss diese Komplexität regelbasiert abbilden können.
Tiefe Systemintegration und IT-Sicherheit: Die Zeiterfassung ist kein isoliertes Werkzeug. Sie muss nahtlos und sicher über Schnittstellen (APIs) an zentrale Systeme wie Lohnbuchhaltung (z. B. SAP, DATEV), Personalmanagement (HRIS) und Projektcontrolling angebunden werden, wobei höchste IT-Sicherheitsstandards (z. B. SSO, MFA) beachtet werden müssen.
Starke Mitbestimmung und Change Management: Der Betriebsrat hat bei der Einführung von Zeiterfassungssystemen weitreichende Mitbestimmungsrechte (§ 87 BetrVG). Die Verhandlungen sind oft langwierig und der Roll-out an Tausende Mitarbeiter erfordert eine professionelle Kommunikations- und Change-Management-Strategie, um Akzeptanz zu sichern.
Internationale Compliance-Anforderungen: Für global agierende Konzerne reicht die Beachtung deutscher Gesetze nicht aus. Das Zeiterfassungssystem muss die unterschiedlichen Arbeitszeit- und Datenschutzgesetze (z. B. DSGVO in der EU) verschiedener Länder gleichzeitig abbilden und einhalten können.
Der rechtliche Rahmen: eine 360-Grad-Analyse
Die Einführung oder Modernisierung eines Zeiterfassungssystems in einem großen Unternehmen ist untrennbar mit einem komplexen rechtlichen Rahmenwerk verbunden. Die jüngsten Entwicklungen haben eine neue Realität geschaffen, die ein tiefes Verständnis der geltenden und zukünftigen Vorschriften erfordert.
Fundamentale Vorgaben aus Luxemburg und Erfurt (EuGH & BAG)
Die rechtliche Grundlage wurde durch zwei entscheidende Urteile zementiert. Der EuGH legte 2019 fest, dass Arbeitgeber ein „objektives, verlässliches und zugängliches System“ zur Messung der täglichen Arbeitszeit bereitstellen müssen, um die in der EU-Arbeitszeitrichtlinie verankerten Rechte auf Mindestruhezeiten und eine wöchentliche Höchstarbeitszeit zu gewährleisten. Das BAG hat diese europäische Vorgabe im September 2022 bestätigt.
Dies hat weitreichende Konsequenzen:
- Unmittelbare Geltung: Die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung besteht seit dem BAG-Beschluss für alle Arbeitgeber in Deutschland, unabhängig von einer noch ausstehenden gesetzlichen Neuregelung. Ein Abwarten ist keine rechtssichere Option mehr.
- Umfassender Anwendungsbereich: Die Pflicht erstreckt sich auf die gesamte Arbeitszeit und nicht nur auf Überstunden, wie es § 16 ArbZG bisher vorsah. Sie gilt grundsätzlich für alle Arbeitnehmer. Das Arbeitsschutzgesetz kennt, anders als das Arbeitszeitgesetz, keine generelle Ausnahme für leitende Angestellte, was in der Praxis zu einer Ausweitung der Erfassungspflicht auf diese Gruppe führen dürfte.
- Pflicht zur Anwendung: Es genügt nicht, ein System lediglich zur Verfügung zu stellen. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, dessen tatsächliche und korrekte Nutzung sicherzustellen.
Das Spannungsfeld Vertrauensarbeitszeit
Eine der größten kulturellen Herausforderungen ist die Vereinbarkeit der Erfassungspflicht mit dem Modell der Vertrauensarbeitszeit. Entgegen vieler Befürchtungen bedeutet die neue Rechtslage nicht das Ende dieses flexiblen Arbeitsmodells, sondern erfordert eine gewisse Neudefinition. Das „Vertrauen“ bezieht sich künftig auf die eigenverantwortliche Gestaltung von Lage und Ort der Arbeit durch den Mitarbeiter. Die gesetzliche Pflicht des Arbeitgebers, die Einhaltung der Höchstarbeits- und Mindestruhezeiten sicherzustellen und zu dokumentieren, bleibt davon unberührt.
In der Praxis bedeutet dies eine Entkopplung: Der Arbeitgeber vertraut dem Mitarbeiter, dass dieser seine Arbeitszeiten im bereitgestellten System selbstständig und korrekt erfasst. Die Verantwortung für die Bereitstellung des Systems und die stichprobenartige Kontrolle der Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen verbleibt jedoch vollumfänglich beim Arbeitgeber.
Datenschutz (DSGVO & BDSG) und IT-Sicherheit
Die Erfassung von Arbeitszeiten bedeutet die Verarbeitung personenbezogener Daten in großem Stil, was die strikte Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) unabdingbar macht.
- Zweckbindung und Datenminimierung: Die erhobenen Daten dürfen grundsätzlich nur zum Zweck der Arbeitszeiterfassung und der Erfüllung der gesetzlichen Dokumentationspflichten verwendet werden. Eine darüber hinausgehende Nutzung, insbesondere zur verdeckten Leistungs- oder Verhaltenskontrolle, ist ohne eine explizite Rechtsgrundlage und die Zustimmung des Betriebsrats unzulässig.
- Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA): Die Einführung eines zentralen, elektronischen Zeiterfassungssystems stellt eine Verarbeitung mit potenziell hohem Risiko für die Rechte und Freiheiten der Beschäftigten dar. Daher ist in der Regel vor der Einführung eine DSFA gemäß Art. 35 DSGVO in enger Abstimmung mit dem Datenschutzbeauftragten und dem Betriebsrat durchzuführen.
- IT-Sicherheit: Das gewählte System muss durch geeignete technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs) geschützt werden. Dazu gehören Verschlüsselung, sichere Authentifizierungsverfahren wie Single-Sign-On (SSO) oder Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) sowie Serverstandorte innerhalb der EU, um den Anforderungen der DSGVO gerecht zu werden.
Internationale Konzernpflichten und Drittlandsstandorte
Für global agierende Konzerne bedeutet die Vielfalt internationaler Arbeitszeitregelungen ein besonderes Maß an Komplexität. Ein Zeiterfassungssystem muss in der Lage sein, unterschiedliche gesetzliche und tarifliche Vorgaben für verschiedene Länder und Standorte abzubilden (z. B. abweichende Pausenregelungen, Höchstarbeitszeiten, Feiertagszuschläge). Das erfordert eine mandantenfähige und hochgradig konfigurierbare Softwarearchitektur, die es ermöglicht, für jede rechtliche Entität eigene Regelwerke zu hinterlegen, während gleichzeitig eine zentrale Datenhaltung und Auswertung auf Konzernebene möglich bleibt. Die Herausforderung besteht darin, globale Standards zu etablieren und gleichzeitig lokale Compliance sicherzustellen.
Organisatorische und technologische Weichenstellungen
Die erfolgreiche Einführung eines Zeiterfassungssystems in einem großen Unternehmen ist weit mehr als eine reine IT-Implementierung. Sie erfordert eine sorgfältige organisatorische Vorbereitung und eine kluge Auswahl der technologischen Lösungslandschaft, um den vielfältigen Anforderungen eines großen Unternehmens gerecht zu werden.
Bevor eine Software ausgewählt wird, müssen die internen Hausaufgaben gemacht werden. Dies schafft die Grundlage für einen reibungslosen Übergang und maximiert den Nutzen des neuen Systems.
Prozesse analysieren und dokumentieren
Der erste Schritt ist eine detaillierte Analyse und Dokumentation aller bestehenden Prozesse, die mit der Arbeitszeit in Verbindung stehen. Das reicht von der Schicht- und Einsatzplanung über die Erfassung von An- und Abwesenheiten bis hin zur Genehmigung von Überstunden und der finalen Übergabe der Daten an die Lohnbuchhaltung. Dieses Mapping deckt Ineffizienzen, Medienbrüche und „Schatten-IT“ (z. B. unkoordinierte Excel-Listen) auf und definiert klare Anforderungen an den Soll-Prozess.
Rollen und Verantwortlichkeiten klären
Es muss unmissverständlich geklärt werden, wer welche Rolle im neuen Prozess einnimmt. Wer ist für die korrekte und zeitnahe Erfassung der Zeiten verantwortlich (in der Regel der Mitarbeiter selbst)? Wer genehmigt Abweichungen, Überstunden oder Korrekturen (z.B. der direkte Vorgesetzte)? Wer administriert das System und ist für die Datenübergabe an die Lohnabrechnung zuständig (HR-Shared-Service-Center)? Die klare Definition dieser Rollen und Verantwortlichkeiten ist entscheidend für die Prozesssicherheit.
Schnittstellen zu Kernsystemen definieren
In großen Unternehmen existiert kein System isoliert. Die Zeiterfassung muss als integraler Bestandteil der HR- und ERP-Landschaft verstanden werden. Kritische Schnittstellen zu Systemen für die Lohn- und Gehaltsabrechnung (z. B. DATEV, SAP HCM), das Projekt-Controlling (zur Zuordnung von Arbeitszeiten auf Kostenstellen oder Projekte) und die übergeordnete Personaleinsatzplanung (Workforce Management) müssen frühzeitig identifiziert und technisch spezifiziert werden.
Schulungen, Change-Management und Kommunikationsstrategie planen
Die Einführung eines neuen Zeiterfassungssystems kann bei manchen Beschäftigten Ängste vor Kontrolle und Überwachung auslösen. Eine proaktive und transparente Kommunikationsstrategie ist deshalb unerlässlich. Sie muss den Mitarbeitern und Führungskräften den Nutzen des Systems (Fairness, Transparenz, Schutz vor Überlastung) vermitteln und Bedenken adressieren.
Gezielte Schulungen, die auf die unterschiedlichen Nutzergruppen zugeschnitten sind, stellen sicher, dass das System korrekt und effizient genutzt wird und fördern die Akzeptanz im gesamten Unternehmen.
Die Technologielandschaft
Die Auswahl der richtigen Technologie für die Zeiterfassung ist eine strategische Entscheidung, welche die Zukunftsfähigkeit, Skalierbarkeit und Effizienz des gesamten Prozesses bestimmt.
- Hardware: Die Wahl der passenden Zeiterfassungsgeräte hängt stark vom jeweiligen Arbeitsumfeld ab. In Produktions- oder Logistikbereichen sind robuste Hardware-Terminals (mit RFID-Chip, PIN-Eingabe oder biometrischen Merkmalen wie Fingerabdruck) oft die beste Wahl. Für Büroangestellte, insbesondere im Hybrid-Modell, eignen sich Web-Clients am PC oder mobile Apps auf Dienst- oder Privat-Smartphones (BYOD). Letztere sind für Außendienstmitarbeiter unverzichtbar.
- Software: On-Premise vs. Software-as-a-Service (SaaS): Während On-Premise-Lösungen die volle Datenkontrolle im eigenen Rechenzentrum versprechen, überwiegen für große, verteilte Organisationen die Vorteile von SaaS-Lösungen. Cloud-basierte Systeme wie Papershift bieten eine überlegene Skalierbarkeit, erfordern keine hohen Anfangsinvestitionen in Hardware, werden vom Anbieter gewartet und aktualisiert und sind von überall zugänglich. Entscheidend ist die Mandantenfähigkeit, die es erlaubt, verschiedene Standorte, Tochtergesellschaften oder Länder mit jeweils eigenen Regelwerken auf einer einzigen Plattform zentral zu verwalten.
- API-Fähigkeit und Integration: Eine offene und gut dokumentierte Programmierschnittstelle (API) ist das wichtigste technische Kriterium für große Unternehmen. Sie ist die Voraussetzung dafür, das Zeiterfassungssystem nahtlos in die bestehende IT-Infrastruktur zu integrieren und einen automatisierten Datenfluss zwischen den Systemen zu gewährleisten, um manuelle Eingriffe und Dateninkonsistenzen zu vermeiden.
- Analytics und Dashboards: Moderne Systeme sind mehr als nur Datensammler. Sie müssen die Daten in wertvolle Informationen umwandeln. Echtzeit-Dashboards für Führungskräfte und HR ermöglichen ein Live-Compliance-Monitoring, das sofort auf Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz (z. B. zu kurze Ruhezeiten) hinweist. Vorausschauende Analysen (Forecasting) können auf Basis historischer Daten den zukünftigen Personalbedarf prognostizieren und so die Personaleinsatzplanung optimieren.
Die Implementierung der Zeiterfassung als strategisches Projekt: ein Phasenmodell
Die Einführung eines Zeiterfassungssystems in großen Unternehmen ist ein komplexes Transformationsprojekt, das weit über die technische Installation hinausgeht. Es berührt Kernprozesse in HR, IT und im operativen Geschäft und hat direkte Auswirkungen auf die tägliche Arbeit und die Kultur des gesamten Unternehmens. Ein strukturiertes Vorgehen nach einem bewährten Phasenmodell ist daher entscheidend für den Erfolg.
Phase 1: Analyse & Planung
Diese Phase legt das Fundament für das gesamte Projekt. Sie beginnt mit der Bildung eines interdisziplinären Projektteams, das Vertreter aus der Geschäftsführung, HR, IT, dem Betriebsrat und relevanten Fachabteilungen umfasst. Die Hauptaufgaben dieser Phase sind:
- Detaillierte Anforderungsanalyse: Erstellung eines umfassenden Anforderungskatalogs (Lastenhefts), der alle funktionalen, technischen, rechtlichen und prozessualen Anforderungen beschreibt.
- Budgetplanung und Total Cost of Ownership (TCO): Eine realistische Kalkulation, die nicht nur die Lizenzkosten, sondern auch Aufwände für Implementierung, Schulung, internen Support und laufenden Betrieb berücksichtigt.
- Marktanalyse und Anbieterauswahl: Systematische Evaluierung potenzieller Anbieter anhand des Anforderungskatalogs, Einholung von Angeboten und Durchführung von Software-Demonstrationen.
- Verhandlung der Betriebsvereinbarung: Frühzeitige und partnerschaftliche Aufnahme der Verhandlungen mit dem Betriebsrat, um die Rahmenbedingungen für die Einführung und Anwendung des Systems rechtssicher festzulegen.
Phase 2: Pilotierung
Die Pilotphase ist wichtig zur Risikominimierung und Akzeptanzsicherung. Anstatt das System sofort unternehmensweit auszurollen, wird es in einem oder mehreren ausgewählten, repräsentativen Bereichen (z. B. eine Abteilung, ein Standort) für einen begrenzten Zeitraum getestet. Diese Phase dient nicht nur der technischen Validierung, sondern vor allem dem kulturellen Testlauf.
Hier zeigt sich in der Praxis, wie die Mitarbeiter auf das neue System reagieren, wo es zu Missverständnissen kommt und welche Prozesse noch nicht reibungslos funktionieren. Das Feedback aus der Pilotgruppe – idealerweise eine Mischung aus Befürwortern und Skeptikern – ist von unschätzbarem Wert. Es ermöglicht, die Konfiguration des Systems zu optimieren, die Schulungsunterlagen zu verfeinern und die unternehmensweite Kommunikationsstrategie anzupassen. Erfolgsgeschichten und positive Testimonials aus dem Pilotprojekt sind die wirksamsten Argumente, um die restliche Belegschaft von den Vorteilen der neuen Lösung zu überzeugen und Widerstände abzubauen.
Phase 3: Stufenweiser Roll-out
Basierend auf den Erkenntnissen der Pilotphase erfolgt die unternehmensweite Einführung in geplanten, überschaubaren Wellen. Dieser stufenweise Ansatz hat mehrere Vorteile: Er überlastet das Projekt- und Support-Team nicht, ermöglicht eine gezielte Betreuung der jeweiligen Nutzergruppen und erlaubt es, aus jeder Welle zu lernen und den Prozess für die nächste zu verbessern.
Jede Roll-out-Welle wird von einer intensiven Kommunikations- und Schulungskampagne begleitet, die betroffene Mitarbeiter und Führungskräfte auf den Start vorbereitet. Der Zeitplan für den Roll-out sollte die gesetzlichen Übergangsfristen berücksichtigen und realistisch geplant sein.
Phase 4: Hypercare & Optimierung
Unmittelbar nach dem Go-Live jeder Welle beginnt die „Hypercare“-Phase. In diesem Zeitraum steht ein verstärktes Support-Team zur Verfügung, um Anwenderfragen schnell zu beantworten und auftretende Probleme umgehend zu lösen. Das ist entscheidend, um die anfängliche Frustration zu minimieren und eine positive Nutzererfahrung sicherzustellen.
Nach der Stabilisierung des Betriebs geht das Projekt in die Phase der kontinuierlichen Überwachung und Optimierung über. Anhand vordefinierter Kennzahlen (KPIs) wie z. B. der Reduktion des manuellen Aufwands in der Lohnabrechnung, der Einhaltungsquote von Pausenzeiten oder der Anzahl der Korrekturbuchungen wird der Erfolg des Projekts gemessen. Regelmäßiges Feedback der Nutzer hilft dabei, die Prozesse und die Systemkonfiguration kontinuierlich zu verbessern und den vollen Nutzen der Investition zu realisieren.
Spezifische Einsatzszenarien in Großunternehmen
Große Unternehmen zeichnen sich durch eine heterogene Belegschaft und eine Vielfalt von Arbeitskontexten aus. Ein „One-size-fits-all“-Ansatz bei der Zeiterfassung ist daher zum Scheitern verurteilt. Ein modernes System muss in der Lage sein, die spezifischen Anforderungen unterschiedlicher Einsatzszenarien flexibel abzubilden.
Remote- & Hybrid-Work, Dienstreisen und Vertriebs-Außendienst
Die Erfassung der Arbeitszeit für eine verteilte Belegschaft stellt besondere Anforderungen an Technologie und Richtlinien.
Aus technologischer Sicht sind mobile-first Lösungen gefragt. Apps für Smartphones oder Web-Clients am Laptop ermöglichen eine ortsunabhängige Erfassung. Wichtig ist, dass diese auch offline funktionieren und Daten synchronisieren, sobald wieder eine Internetverbindung besteht.
Es müssen klare Regeln definiert werden, was im Homeoffice als Arbeitszeit gilt. Dazu gehört die sogenannte Rüstzeit (z. B. das Hochfahren des Computers und der notwendigen Systeme), die als Arbeitszeit zu werten ist. Ebenso müssen für Dienstreisen klare Vereinbarungen getroffen werden, wann Reisezeit als Arbeitszeit vergütet wird. Das ist typischerweise der Fall, wenn der Arbeitgeber die Nutzung eines bestimmten Verkehrsmittels vorschreibt oder während der Reise gearbeitet wird.
Trotz der Dokumentationspflicht muss eine Kultur des Vertrauens und der Ergebnisorientierung gepflegt werden. Die Zeiterfassung dient der Einhaltung des gesetzlichen Rahmens und nicht der Mikrokontrolle der Tätigkeit zu Hause.
24/7-Schichtbetriebe und Produktion
In der Produktion und in Bereichen mit kontinuierlichem Schichtbetrieb ist die Komplexität der Zeitwirtschaft besonders hoch.
Das System muss in der Lage sein, komplexe Schichtmodelle, rotierende Pläne und die damit verbundenen Zuschläge (Nacht-, Sonn-, Feiertagszuschläge) automatisch und fehlerfrei zu berechnen.
Eine besondere Herausforderung sind die gesetzlichen Ruhezeiten, insbesondere bei kurzen Schichtwechseln. Ein intelligentes System muss solche potenziellen Verstöße bereits bei der Planung oder spätestens bei der Erfassung erkennen und Warnmeldungen ausgeben, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen und rechtliche Risiken zu minimieren.
Die Anbindung an die Personaleinsatzplanung und an Produktionsplanungssysteme (PPS/MES) ist hier von großem Wert, um den Personalbedarf präzise an das Produktionsaufkommen anzupassen und die Produktivität zu optimieren.
Projektbasierte Dienstleister / Consulting
Für Unternehmensbereiche, die projektbasiert arbeiten und ihre Leistungen extern oder intern verrechnen (z. B. IT, Consulting, F&E), reicht die reine Anwesenheitserfassung nicht aus.
Das Zeiterfassungssystem muss eine mehrdimensionale Erfassung ermöglichen, bei der die Arbeitszeit nicht nur erfasst, sondern direkt einem bestimmten Projekt, einer Aufgabe oder einem Kunden zugeordnet wird.
Diese Daten sind die Grundlage für eine exakte und nachvollziehbare Rechnungsstellung an Kunden sowie für ein präzises Projektcontrolling. Sie ermöglichen die Analyse der Rentabilität von Projekten und die Steuerung von Budgets in Echtzeit.
Internationale Matrixorganisationen
In Konzernen mit Matrixstrukturen arbeiten Mitarbeiter oft für mehrere Vorgesetzte (disziplinarisch und fachlich) und in Teams, die über Länder- und Unternehmensgrenzen hinweg agieren.
Die Zuständigkeiten für die Genehmigung von Arbeitszeiten oder Urlaub können unklar sein. Das System muss flexible Genehmigungs-Workflows abbilden können, die diese Mehrfachunterstellungen berücksichtigen.
Ein Mitarbeiter, der in Deutschland angestellt ist, aber in einem Projekt für einen Manager in Frankreich arbeitet, unterliegt deutschem Arbeitsrecht. Das System muss sicherstellen, dass die jeweils gültigen nationalen Gesetze (z. B. zu Höchstarbeitszeiten oder Pausen) eingehalten werden, auch wenn die fachliche Steuerung aus einem anderen Land erfolgt. Dies erfordert eine mandantenfähige Architektur, die unterschiedliche Regelwerke parallel verwalten kann.
Blue- vs. White-Collar-Workflows
Die Anforderungen an die Benutzerfreundlichkeit und die Erfassungsmethoden unterscheiden sich je nach Mitarbeitergruppe.
- Blue-Collar: In Produktions-, Logistik- oder Handwerksbereichen, wo Mitarbeiter nicht an einem festen PC-Arbeitsplatz tätig sind, sind zentrale Hardware-Terminals oft die effizienteste und robusteste Lösung. Die Identifikation erfolgt schnell und einfach per Chipkarte, PIN oder Fingerabdruck.
- White-Collar: Für Wissensarbeiter ist eine nahtlose Integration in ihren digitalen Arbeitsplatz entscheidend. Die Erfassung sollte unkompliziert über einen Web-Client am PC, eine mobile App oder idealerweise durch intelligente Integrationen (z. B. mit dem Outlook-Kalender) erfolgen, um den administrativen Aufwand so gering wie möglich zu halten.
Ein leistungsfähiges System für ein großes Unternehmen muss die Flexibilität besitzen, all diese unterschiedlichen Workflows auf einer einzigen, zentralen Plattform zu unterstützen.
Checkliste für Entscheider
Diese Checkliste fasst die wesentlichen Kriterien zusammen, die bei der Auswahl und Einführung eines Zeiterfassungssystems in einem großen Unternehmen zu prüfen sind:
Projekt und Strategie
- Ist ein funktionsübergreifendes Projektteam (HR, IT, Legal, Betriebsrat, Fachbereiche) etabliert?
- Wurde ein detaillierter Anforderungskatalog erstellt, der alle Use Cases des Unternehmens abbildet?
- Liegt eine realistische Budgetplanung vor, die die Total Cost of Ownership (TCO) berücksichtigt?
- Gibt es eine klare Roadmap, die kurzfristige Compliance-Ziele von langfristigen Optimierungszielen trennt?
Funktionale & Technische Anforderungen
- Unterstützt die Lösung alle im Unternehmen vorhandenen Arbeitszeitmodelle (Schicht, Gleitzeit, Remote, Teilzeit, Matrix etc.)?
- Bietet das System flexible Erfassungsmethoden für alle Mitarbeitergruppen (Terminal, Web, Mobile App)?
- Ist das System mandantenfähig, um verschiedene Standorte und rechtliche Einheiten mit eigenen Regeln verwalten zu können?
- Verfügt die Software über eine offene und gut dokumentierte API für die Integration in unsere bestehende Systemlandschaft (Payroll, ERP)?
- Bietet die Lösung leistungsstarke Echtzeit-Analyse- und Reporting-Funktionen zur Compliance-Überwachung und Planung?
Recht & Compliance
- Ist der Anbieter DSGVO-konform und werden die Daten auf Servern innerhalb der EU (idealerweise in Deutschland) gehostet?
- Ist das System revisionssicher und erfüllt es die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen?
- Wurde eine umfassende Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat ausgehandelt und abgeschlossen?
- Wurde eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) durchgeführt?
Implementierung & Change Management
- Ist ein stufenweiser Roll-out-Plan inklusive einer Pilotphase vorgesehen?
- Gibt es eine klare Kommunikationsstrategie, um die Mitarbeiter transparent zu informieren und Akzeptanz zu fördern?
- Sind umfassende Schulungsmaßnahmen für alle Anwendergruppen (Mitarbeiter, Führungskräfte, HR-Admins) geplant?
- Bietet der Anbieter professionellen Support während der Implementierung und im laufenden Betrieb?
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Agiles Onboarding: neue Mitarbeiter in agile Teams integrieren
Agiles Onboarding: neue Mitarbeiter in agile Teams integrieren
Während das Onboarding in klassisch organisierten Unternehmen schon eine Herausforderung ist, gilt das umso mehr für agile Organisationen und Teams. Wir beschreiben in einem Beispiel, wie agiles Onboarding gelingen kann und welche Probleme auftreten können.
Die Situation kennen sicherlich viele: Ein agiles Team, zum Beispiel in einem IT-Unternehmen, bekommt einen neuen Kollegen. Das Team ist multifunktional aufgestellt. Neben Softwareentwicklern arbeiten dort eine Grafikdesignerin, ein Testverantwortlicher sowie ein Produktmanager und ein Agiler Coach. Alle Abläufe sind einstudiert und ritualisiert, zum Beispiel das morgendliche Stand-Up-Meeting, die Kaffeepausen oder die Retrospektiven.
Für den neuen Mitarbeiter – übrigens ein Softwareentwickler – sind all das Unbekannte, die er neben der fachlichen Einarbeitung erst einmal kennenlernen muss. Kommt es hier zu Problemen, zum Beispiel weil es niemanden gibt, der den neuen Kollegen an die Hand nimmt, dann kann das schwerwiegende Konsequenzen haben, bis hin zum frühzeitigen Ausscheiden des Neuen.
Besondere Herausforderungen für das Onboarding im agilen Umfeld
Diese Situation zeigt, dass agiles Onboarding bzw. das Onboarding in einem agilen Umfeld eine echte Herausforderung ist. Natürlich müssen auch hier die Standards eines durchdachten Onboardingprozesses berücksichtigt werden wie etwa die Bereitstellung von Einarbeitungsplänen und Checklisten. In agilen Teams kommen aber noch einige spezielle Anforderungen oben drauf. Aufgrund der sehr engen Zusammenarbeit innerhalb des Teams kommt es darauf an, in kurzer Zeit Kontakte zu knüpfen, die Denkweise der Kollegen zu verstehen und dafür zu sorgen, dass das erweiterte Team durch den Neuzugang nicht ins Stocken gerät.
Nicht zu vergessen sind formale Anforderungen. So haben sich in einem agilen Team mit der Zeit spezielle Prozesse und Abläufe etabliert, die vom neuen Kollegen zunächst einmal verstanden werden müssen. Beispiel Scrum: Wie sind die einzelnen Sprints organisiert, wie lange dauern sie, welche Phasen in der Entwicklung gibt es und vieles mehr. Dazu kommt die verwendete Software wie zum Beispiel agile Tools wie Jira, Asana oder Confluence.
Das Schöne an agilen Teams ist ihre Eigendynamik und dass es meist ein enges Miteinander gibt. Das kann verschiedene Formen annehmen: Während manche Teams gemeinsam während der Arbeit Musik hören, treffen sich andere regelmäßig auch in ihrer Freizeit. All das muss der Neue im Team zunächst einmal verarbeiten.
Schnell in Verantwortung bringen
Natürlich kann das Onboarding nicht innerhalb weniger Tage über die Bühne gehen, aber der “Sprung ins kalte Wasser” ist hier besonders wichtig. Das heißt: frühzeitige Integration in alle Abläufe, Übernahme erster Verantwortung möglichst von Beginn an und Teilnahme an allen oder zumindest den wesentlichen Teamaktivitäten wie gemeinsame Mittags- und Kaffeepausen.
Eine der ersten Aufgaben kann zum Beispiel das Moderieren eines der regelmäßigen Meetings wie einer Retrospektive oder eines Stand-Ups sein. So lernt der neue Kollege am besten die Abläufe kennen und bekommt aus erster Hand mit, was am besten funktioniert.
Nicht jeder Kollege ist gleichermaßen fähig oder bereit, sich so schnell zu integrieren. Es gibt zum Beispiel Menschen, die von Natur aus eher zurückhaltend sind und sich schwerer mit neuen Bekanntschaften tun als andere. Auch das muss beim Onboarding berücksichtigt werden. Hier kommt es darauf an, Spielräume zu schaffen, so dass sich jeder so weit einbringen kann, wie er möchte.
Hilfreich kann die Rolle eines Mentors bzw. eines zentralen Ansprechpartners sein, der den neuen Kollegen begleitet, ihm Tipps gibt und bei Fragen zur Seite steht. Dabei ist auch Unterstützung bei Kontakten über das Team hinaus wichtig, denn auch agile Teams haben Schnittstellen zu anderen Teams, Abteilungen und Bereichen im Unternehmen, die bekannt sein müssen. Hier ist zu empfehlen, persönliche Kontakte zu den jeweiligen Ansprechpartnern herzustellen.
Checkliste agiles Onboarding
Vielfach werden standardisierte Prozesse für agiles Onboarding angeboten. Aufgrund der agilen Teams innewohnenden Eigenschaften ist aber jedes Umfeld unterschiedlich und stellt eigene Anforderungen. Deshalb bringen fertige Prozesse von der Stange wenig. Besser ist es, eine Checkliste von Punkten zu haben, die man bedenken sollte. Wie diese letztendlich in das agile Onboarding eingebunden werden, ist dann individuell zu entscheiden.
Zusätzlich zu unserer allgemeinen Onboarding-Checkliste empfehlen wir für agiles Onboarding diese Punkte:
- Beschreibung aller wichtigen Meetings, ihres Zwecks und ihrer Inhalte
- Liste wichtiger Ansprechpartner vorbereiten
- Vorstellungsrunde aller im Team, am besten auch mit Beschreibung von besonderen Vorlieben und Vorstellungen
- Persönliche Vorstellung wichtiger Ansprechpartner
- Frühzeitiges Einbinden des neuen Kollegen in erste Aufgaben
- Gemeinsame Mittags- und Kaffeepausen von Anfang an
- Beschreibung der wichtigsten Abläufe und Prozesse vorbereiten und vorstellen
- “Ungeschriebene Gesetze” erklären, zum Beispiel über die Lautstärke im Büro
- Mentor benennen
Zusammenfassung
Wer schon einmal in einem agilen Team gearbeitet hat, kennt die Besonderheiten, die es dort gibt. Diese müssen bei der Integration neuer Mitarbeiter berücksichtigt werden. Agiles Onboarding stellt also besondere Herausforderungen. Wir beschreiben anhand verschiedener Beispiele, worauf es besonders ankommt, und liefern eine kleine Checkliste mit dazu.
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Nachhaltigkeit in der Lieferkette: Ein praktischer Leitfaden zu ESRS und EU-Omnibus für KMU
Das Wichtigste in Kürze
- Auch wenn Ihr Unternehmen nicht direkt nach ESRS oder EU-Omnibus berichtspflichtig ist, werden Sie über Ihre Lieferkette mit den neuen EU-Nachhaltigkeitsregeln konfrontiert.
- Große Kunden müssen Daten zu sozialen Themen wie faire Löhne und Arbeitsbedingungen von ihren Zulieferern einholen.
- Die EU-Omnibus-Richtlinie lockert die Regeln, aber der grundlegende Druck zur Datenerhebung in der Lieferkette bleibt bestehen.
- Beginnen Sie mit einfachen, pragmatischen Schritten wie der Dokumentation von Arbeitszeiten und Mitarbeitergesprächen, um vorbereitet zu sein.
- Proaktive Vorbereitung ist kein bürokratischer Aufwand, sondern sichert Ihre Wettbewerbsfähigkeit und Kundenbeziehungen für die Zukunft.
Einleitung: Nachhaltigkeit ist kein Nischenthema mehr – Was jetzt auf KMU zukommt
Die Zeiten, in denen Nachhaltigkeit ein optionales Thema für die Imagebroschüren von Großkonzernen war, sind endgültig vorbei. Die Europäische Union gestaltet die Spielregeln der Wirtschaft grundlegend um. Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und den dazugehörigen European Sustainability Reporting Standards (ESRS) schafft sie einen verbindlichen Rahmen, der Transparenz und Vergleichbarkeit im Nachhaltigkeitsbereich erzwingt. Das übergeordnete Ziel ist es, Kapitalströme gezielt in nachhaltige Unternehmen zu lenken und so den „European Green Deal“ zu verwirklichen. Dieser Wandel ist keine vorübergehende Modeerscheinung, sondern eine grundlegende Veränderung der Art und Weise, wie unternehmerischer Erfolg bewertet wird. Nachhaltigkeitsberichte werden auf eine Stufe mit der Finanzberichterstattung gehoben, inklusive der Pflicht zur externen Prüfung.
Die wichtigste Botschaft für Sie als kleines oder mittleres Unternehmen (KMU) lautet: Auch wenn Sie die gesetzlichen Schwellenwerte für eine direkte Berichtspflicht nicht überschreiten, sind Sie möglicherweise von diesen neuen Regelungen betroffen. Der Grund dafür ist der sogenannte „Trickle-Down-Effekt“. Große, berichtspflichtige Unternehmen sind verpflichtet, über die Nachhaltigkeitsaspekte ihrer gesamten Wertschöpfungskette zu berichten. Das schließt explizit ihre Lieferanten und Dienstleister mit ein. Folglich werden Ihre Kunden, sofern es sich um größere Unternehmen handelt, detaillierte Nachhaltigkeitsdaten von Ihnen anfordern. Wer auf diese Anfragen nicht vorbereitet ist, riskiert einen spürbaren Wettbewerbsnachteil und im schlimmsten Fall den Verlust von Aufträgen.
Dieser Beitrag legt einen besonderen Fokus auf die soziale Komponente der Nachhaltigkeit – das „S“ in ESG (Environmental, Social, Governance). Themen wie gerechte Bezahlung, gute Arbeitsbedingungen, Vielfalt und die Achtung von Arbeitnehmerrechten rücken in den Mittelpunkt der Berichterstattung. Für jedes KMU sind die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Menschen in der Lieferkette das wertvollste Kapital. Genau hier setzen die neuen Regelungen an und verlangen Transparenz. Die Daten, die Ihre Kunden von Ihnen anfordern, sind nicht mehr für eine optionale Marketing-Broschüre bestimmt, sondern für einen rechtlich verbindlichen, geprüften Lagebericht. Die Qualität und Verlässlichkeit der von Ihnen gelieferten Informationen werden daher einer genauen Prüfung unterzogen.
Hintergrund: ESRS und die EU Omnibus-Richtlinie
Um die neuen Anforderungen zu verstehen, ist es wichtig, die zentralen Begriffe und deren Zusammenspiel zu kennen. Die regulatorische Landschaft mag auf den ersten Blick komplex erscheinen, lässt sich aber auf einige Kernpunkte herunterbrechen.
Was sind die ESRS? Das neue Regelwerk einfach erklärt
Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) ist die übergeordnete EU-Richtlinie, welche die Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung vorschreibt. Sie ersetzt die bisherige, weniger weitreichende Non-Financial Reporting Directive (NFRD).
Die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) sind die konkreten Spielregeln, die detailliert festlegen, was und wie Unternehmen berichten müssen. Sie wurden von der European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG), einer beratenden Expertengruppe der EU, entwickelt. Die ESRS sind modular aufgebaut und gliedern sich in drei Hauptkategorien:
- Übergreifende Standards: ESRS 1 (Allgemeine Anforderungen) und ESRS 2 (Allgemeine Angaben) legen die grundlegenden Prinzipien wie die doppelte Wesentlichkeit und die allgemeinen Berichtsanforderungen fest.
- Thematische Standards: Diese decken die drei ESG-Säulen ab: Umwelt (ESRS E1-E5), Soziales (ESRS S1-S4) und Unternehmensführung (ESRS G1).
- Sektorspezifische Standards: Diese werden zu einem späteren Zeitpunkt eingeführt und enthalten spezifische Anforderungen für bestimmte Branchen.
Die EU Omnibus-Richtlinie: Eine notwendige Kurskorrektur
Die EU-Kommission hat erkannt, dass die ursprünglichen Pläne der CSRD und ESRS für viele Unternehmen, insbesondere für den Mittelstand, eine erhebliche bürokratische Belastung dargestellt hätten. Wirtschaftsverbände wie der DIHK und ZDH warnten vor einer Überforderung der Betriebe. Als Reaktion darauf wurde ein Vorschlag für eine sogenannte EU-Omnibus-Richtlinie vorgelegt. Ihr erklärtes Ziel ist es, den administrativen Aufwand zu reduzieren und die Regeln praxistauglicher zu gestalten.
Die wichtigsten Änderungen umfassen:
- Anhebung der Schwellenwerte: Die Kriterien für die direkte Berichtspflicht sollen deutlich angehoben werden (z.B. auf über 1.000 Mitarbeitende), wodurch weniger Unternehmen direkt betroffen wären.
- Verschiebung von Fristen: Die Einführung der Berichtspflicht für spätere Gruppen von Unternehmen wird um zwei Jahre nach hinten verschoben.
- Vereinfachung der ESRS: Die Anzahl der geforderten Datenpunkte in den Standards soll reduziert werden.
Diese Richtlinie ist jedoch keine Kehrtwende in der Politik, sondern eine politische Kurskorrektur. Das Kernziel der Transparenz entlang der Wertschöpfungskette bleibt bestehen. Statt viele KMU direkt zur Berichterstattung zu zwingen, stärkt die EU nun den indirekten Mechanismus über die Lieferkette.
Zeitplan & Geltungsbereich: Wer muss wann berichten (und was bedeutet das für Sie)?
Die Einführung der Berichtspflicht erfolgt gestaffelt. Während die Omnibus-Richtlinie die genauen Zeitpläne und Schwellenwerte noch anpasst, gilt grundsätzlich:
- Direkt betroffen: Große Unternehmen von öffentlichem Interesse (die bereits unter die NFRD fielen) müssen bereits seit dem Geschäftsjahr 2024 berichten. Weitere große Unternehmen folgen in den nächsten Jahren, wobei die Fristen durch die Omnibus-Richtlinie verschoben wurden.
- Indirekt betroffen (KMU): Der Druck auf KMU in der Lieferkette entsteht, sobald ihre großen Kunden berichtspflichtig werden. Dies ist für die erste Welle bereits der Fall.
Um den Aufwand für KMU zu steuern, entwickelt die EU spezielle, vereinfachte Berichtsstandards:
- ESRS LSME (Listed SME Standard): Ein verpflichtender, aber proportionaler und vereinfachter Standard für kleine und mittlere Unternehmen, die an der Börse notiert sind.
- ESRS VSME (Voluntary SME Standard): Ein freiwilliger Berichtsstandard für alle anderen, nicht-börsennotierten KMU. Er ist als einfache, pragmatische Vorlage konzipiert und soll als eine Art gemeinsame Sprache für Nachhaltigkeitsdaten zwischen Großunternehmen und ihren KMU-Zulieferern dienen. Es wird erwartet, dass die Datenanfragen großer Unternehmen sich an diesem VSME-Standard orientieren werden, um den Aufwand für alle Beteiligten zu reduzieren („Value-Chain-Cap“).3
Für KMU verschiebt sich damit der strategische Fokus. Die Frage ist nicht mehr primär „Bin ich direkt berichtspflichtig?“, sondern „Wie kann ich den VSME-Standard effizient nutzen, um die Anforderungen meiner Kunden zu erfüllen und mein Geschäft zu sichern?“.
Die soziale Komponente der ESRS – Was ist gefordert?
Ein zentraler Pfeiler der ESRS ist die soziale Dimension. Anders als bei den Umweltstandards, die nach Themen wie Klima oder Wasser gegliedert sind, orientieren sich die sozialen Standards (S-Standards) an den betroffenen Personengruppen (Stakeholdern). Dieser Ansatz macht die Anforderungen greifbarer und praxisnäher.
Übersicht der sozialen Themen
Die vier zentralen sozialen Standards decken folgende Gruppen ab:
- ESRS S1: Eigene Belegschaft: Betrifft alle Aspekte, die Ihre direkt angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreffen.
- ESRS S2: Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette: Bezieht sich auf die Mitarbeitenden Ihrer Lieferanten, Subunternehmer und anderer Geschäftspartner.
- ESRS S3: Betroffene Gemeinschaften: Umfasst die Auswirkungen Ihres Unternehmens auf das lokale Umfeld, wie Anwohner oder lokale Gemeinden.
- ESRS S4: Verbraucher und Endnutzer: Thematisiert die Sicherheit Ihrer Produkte und die transparente Information Ihrer Kunden.
Für KMU sind insbesondere die Standards S1 und S2 von unmittelbarer Relevanz, weil sie die Kernbereiche Personal und Lieferkette abdecken.
Konkrete Anforderungen aus ESRS S1 – Eigene Belegschaft
ESRS S1 verlangt detaillierte Angaben zu den Arbeitsbedingungen und Rechten der eigenen Mitarbeitenden. Auch wenn Sie als KMU nicht direkt nach diesem Standard berichten müssen, geben die Anforderungen einen klaren Hinweis darauf, welche Informationen Ihre Kunden von Ihnen erwarten könnten. Die Hauptthemen sind:
- Arbeitsbedingungen: Hierzu gehören Angaben zu sicherer Beschäftigung (z.B. Vertragsarten), angemessenen Arbeitszeiten, der Möglichkeit zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie vor allem zur Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Das umfasst beispielsweise Statistiken zu Arbeitsunfällen und etablierte Sicherheitsmaßnahmen.
- Gerechte Bezahlung & Lohntransparenz (Angabepflicht S1-10): Unternehmen müssen darlegen, ob sie eine angemessene Entlohnung bezahlen. Als Referenz können gesetzliche Mindestlöhne, Tarifverträge oder branchenübliche Benchmarks dienen. Ebenfalls zentral ist das Thema Lohngerechtigkeit zwischen den Geschlechtern („Gender Pay Gap“).
- Gleichbehandlung und Diversität (Angabepflicht S1-9): Gefragt sind hier Kennzahlen zur Geschlechterverteilung auf verschiedenen Hierarchieebenen sowie Informationen über Maßnahmen gegen Diskriminierung und zur Förderung von Inklusion, beispielsweise von Menschen mit Behinderungen.
- Arbeitnehmerrechte: Hier geht es um den sozialen Dialog im Unternehmen. Es muss berichtet werden, inwieweit Tarifverträge Anwendung finden, ob es Betriebsräte gibt und wie die Rechte der Arbeitnehmer auf Information und Mitbestimmung gewährleistet werden.
Konkrete Anforderungen aus ESRS S2 – Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
Dieser Standard überträgt die Logik von S1 auf die gesamte Lieferkette. Große Unternehmen müssen nun Risiken und tatsächliche Auswirkungen identifizieren, die ihre Geschäftstätigkeit auf die Mitarbeiter ihrer Partner hat. Für KMU als Zulieferer bedeutet das, dass sie mit Anfragen zu genau diesen Themen rechnen müssen.
- Das Prinzip: Die Themen sind nahezu identisch mit denen aus ESRS S1: Arbeitsbedingungen, Gleichbehandlung, Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit, Vereinigungsfreiheit und Arbeitssicherheit bei den Lieferanten. Ein Automobilhersteller muss beispielsweise nicht nur die Sicherheit in seinen eigenen Werken gewährleisten, sondern auch darlegen, wie er sicherstellt, dass bei seinen Zulieferern faire und sichere Arbeitsbedingungen herrschen.
- Der Unterschied zu S1: Die größte Herausforderung bei ESRS S2 ist die Datenbeschaffung. Während ein Unternehmen für S1 auf interne HR-Daten zugreifen kann, ist es für S2 auf die Informationen seiner Lieferanten angewiesen. Aus diesem Grund sind die Anforderungen in S2 oft qualitativ und beschreibend („narrativ“) formuliert. Es geht weniger um exakte Kennzahlen als um die Beschreibung von Prozessen und Richtlinien, z.B. wie Lieferanten ausgewählt und bewertet werden.
Die Anforderungen für die eigene Belegschaft (ESRS S1) dienen somit als eine Art Blaupause für die Erwartungen an die Lieferkette (ESRS S2). Ein berichtspflichtiges Unternehmen wird die Fragen, die es für sich selbst beantworten muss, in ähnlicher Form an seine Lieferanten weitergeben. Wenn Sie als KMU also Ihre internen Prozesse in Bezug auf faire Bezahlung, Sicherheit und Vielfalt analysieren und dokumentieren, haben Sie bereits einen Großteil der Vorarbeit für die Anfragen Ihrer Kunden geleistet.
Ein kurzer Blick auf ESRS S3 und S4
Obwohl für die meisten KMU weniger unmittelbar relevant, vervollständigen diese beiden Standards das Bild der sozialen Verantwortung:
- ESRS S3 (Betroffene Gemeinschaften): Hier geht es um die Auswirkungen auf das lokale Umfeld. Wie geht ein Unternehmen mit Lärmemissionen um? Wie wird der Dialog mit Anwohnern geführt? Werden lokale Gemeinschaften, insbesondere indigene Völker, durch die Geschäftstätigkeit beeinträchtigt?.
- ESRS S4 (Verbraucher und Endnutzer): Dieser Standard fokussiert auf die Produktsicherheit und den Schutz der Konsumenten. Wie werden Kunden über Nachhaltigkeitsaspekte der Produkte informiert und wie wird ihre Sicherheit gewährleistet?.
Was bedeutet das konkret für KMU – auch wenn sie (noch) nicht direkt berichtspflichtig sind?
Die abstrakten Vorschriften der ESRS werden für KMU durch den sogenannten Kaskadeneffekt zu einer handfesten unternehmerischen Realität. Die Berichtspflichten der Großen „tröpfeln“ die Lieferkette hinab und manifestieren sich in Form konkreter Datenanfragen.
Der Kaskadeneffekt in der Praxis: Die Datenanfrage kommt bestimmt
Stellen Sie sich ein großes, berichtspflichtiges Unternehmen vor, zum Beispiel einen Automobilhersteller. Für die Erstellung seines gesetzlich vorgeschriebenen Nachhaltigkeitsberichts muss dieser Hersteller den Abschnitt zu ESRS S2 „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“ ausfüllen. Um dies tun zu können, benötigt er Informationen von seinen hunderten oder tausenden Zulieferern.
In der Praxis wird dieses Unternehmen standardisierte Fragebögen, Lieferantenselbstauskünfte oder Plattformen nutzen, um diese Daten systematisch zu erheben. Ein KMU, das beispielsweise Metallkomponenten liefert, erhält dann eine Anfrage mit konkreten Fragen zu:
- der Höhe der gezahlten Löhne im Vergleich zum gesetzlichen Mindestlohn,
- der Anzahl der Arbeitsunfälle im letzten Jahr,
- den durchgeführten Sicherheitsschulungen,
- dem Frauenanteil in der Belegschaft,
- den Richtlinien zur Verhinderung von Diskriminierung.
Die neue Erwartungshaltung: Vom Lieferanten zum transparenten Partner
Die Entwicklung verändert die Kunden-Lieferanten-Beziehung grundlegend. Kunden kaufen nicht mehr nur ein Produkt zu einem bestimmten Preis und in einer bestimmten Qualität. Sie erwerben auch den Nachweis, dass dieses Produkt unter sozial und ökologisch verantwortungsvollen Bedingungen hergestellt wurde. Ein Lieferant, der keine oder nur unzureichende Daten liefern kann, stellt für den Kunden ein Risiko dar. Dieses Risiko ist vielfältig:
- Rechtliches Risiko: Der Kunde kann möglicherweise seinen eigenen Berichtspflichten nicht nachkommen.
- Reputationsrisiko: Eine Verbindung zu Lieferanten mit schlechten Arbeitsbedingungen könnte das Image des Kunden beschädigen.
- Operatives Risiko: Unfaire Arbeitsbedingungen können zu höherer Fluktuation und geringerer Qualität beim Lieferanten führen.
Die Beschaffungsabteilungen großer Unternehmen entwickeln sich daher von reinen Einkäufern zu Risikomanagern. Ihre Aufgabe ist es zunehmend, Nachhaltigkeitsrisiken in der Lieferkette zu minimieren. Ein Lieferant, der transparente und verlässliche Daten bereitstellen kann, wird als risikoärmer und damit als strategisch wertvoller eingestuft.
Der Wettbewerbsnachteil bei fehlender Vorbereitung
Die Konsequenzen für unvorbereitete KMU sind direkt und spürbar. Wenn Sie auf eine Datenanfrage Ihres wichtigsten Kunden nicht antworten können, Ihr direkter Wettbewerber aber eine umfassende, gut dokumentierte Auskunft liefert, geraten Sie ins Hintertreffen. Im Vergabeprozess für neue Aufträge wird die Fähigkeit, Nachhaltigkeitsdaten zu liefern, immer häufiger zu einem K.o.-Kriterium.
Umgekehrt bietet diese Entwicklung aber auch eine große Chance. Unternehmen, die ihre soziale und ökologische Leistung proaktiv erfassen und nachweisen können, positionieren sich als moderne, verlässliche und zukunftsfähige Partner. Sie heben sich vom Wettbewerb ab und können die neuen Anforderungen als Verkaufsargument nutzen. Nachhaltigkeitsdaten sind somit keine „weichen“ Faktoren für die Marketingabteilung mehr, sondern werden zu einer „harten“ Währung im Vertrieb und zu einer Voraussetzung für den Marktzugang.
So gelingt der Einstieg: konkrete Tipps für KMU
Die Fülle an neuen Anforderungen kann zu Beginn überwältigend wirken. Der Schlüssel zum Erfolg liegt jedoch nicht darin, sofort ein perfektes, allumfassendes System aufzubauen. Vielmehr geht es darum, pragmatisch und schrittweise vorzugehen und auf dem aufzubauen, was in Ihrem Unternehmen bereits vorhanden ist.
Interne Verantwortlichkeit klären
Der wichtigste erste Schritt ist, das Thema im Unternehmen zu verankern. Benennen Sie eine Person oder ein kleines, interdisziplinäres Team, das die Koordination übernimmt. Das kann die Geschäftsführung selbst sein, jemand aus der Personalabteilung, dem Qualitätsmanagement oder eine engagierte Person, die das Thema vorantreiben möchte. Ohne eine klare Zuständigkeit besteht die Gefahr, dass das Thema im Tagesgeschäft untergeht. Diese Person muss kein Nachhaltigkeitsexperte sein, sondern ein guter Koordinator und Motivator.
Konkrete Umsetzung der Maßnahmen
- Einführung einer einfachen Richtlinie für faire Entlohnung: Sie müssen keine komplexe Gehaltsstudie durchführen. Analysieren Sie Ihre bestehende Gehaltsstruktur. Zahlen Sie über dem gesetzlichen Mindestlohn? Wie ist das Verhältnis zu branchenüblichen Tarifverträgen? Halten Sie Ihre Grundsätze zur Entlohnung in einem kurzen, einseitigen Dokument fest. Dies ist Ihre fundierte Antwort auf die Frage nach „angemessener Entlohnung“ (ESRS S1-10).
- Dokumentation von Arbeitszeiten und Sicherheitsvorkehrungen: Die meisten dieser Daten existieren bereits, wenn Sie ein modernes Zeiterfassungssystem nutzen. Stellen Sie sicher, dass die Aufzeichnungen systematisch und lückenlos sind. Listen Sie Ihre bestehenden Maßnahmen zur Arbeitssicherheit auf: Welche Sicherheitsschulungen gibt es? Welche Schutzausrüstung wird gestellt? Wie oft werden Maschinen gewartet? Diese Liste ist die Grundlage für Berichte zu ESRS S1.
- Mitarbeiterzufriedenheit messbar machen: Führen Sie eine kurze, anonyme Mitarbeiterbefragung durch. Kostenlose Online-Tools sind dafür ausreichend. Achten Sie dabei aber auf die Einhaltung des Datenschutzes. Stellen Sie 5-10 Fragen zur Zufriedenheit mit dem Arbeitsumfeld, der Führungskultur, den Entwicklungsmöglichkeiten und der Work-Life-Balance. Die Ergebnisse liefern Ihnen nicht nur wertvolle Daten für externe Anfragen, sondern auch wichtige interne Impulse zur Verbesserung und zeigen Ihren Mitarbeitern, dass Sie deren Meinung wertschätzen.
- Niedrigschwellige Tools & Vorlagen nutzen: Sie müssen das Rad nicht neu erfinden. Zahlreiche Organisationen bieten Hilfestellungen an. Die Industrie- und Handelskammern (IHKs), Handwerkskammern und Wirtschaftsverbände stellen oft Checklisten und Leitfäden zur Verfügung.
- Kooperation und Branchenlösungen: Tauschen Sie sich mit anderen Unternehmen Ihrer Branche oder Ihrem Verband aus. Häufig gibt es bereits branchenspezifische Initiativen, Leitfäden oder sogar gemeinsame Plattformen zur Datenerfassung. Eine Kooperation ist oft effizienter und kostengünstiger als ein Alleingang.
Best Practices: Was andere KMU gut machen
Die theoretischen Anforderungen lassen sich am besten anhand praktischer Beispiele verstehen. Die folgenden fiktiven, aber realistischen Fälle zeigen, wie KMU unterschiedlicher Branchen den Einstieg in die soziale Nachhaltigkeitsberichterstattung meistern können.
Praxisbeispiel 1: Maschinenbau-Zulieferer (180 Mitarbeiter)
- Die Herausforderung: Ein großer Kunde aus der Automobilbranche, der bereits berichtspflichtig ist, fordert eine umfassende Lieferantenselbstauskunft zu sozialen Standards, die sich an den ESRS orientiert. Die Frist beträgt acht Wochen.
- Die Lösung: Die Geschäftsführung benennt den erfahrenen Qualitätsmanagement-Beauftragten zum CSRD-Koordinator. Dieser nutzt als erste Orientierung die „10 Schritte zur CSRD“-Handlungshilfe seiner lokalen IHK. In enger Zusammenarbeit mit der Personalabteilung trägt er bereits vorhandene Daten zusammen: Unfallstatistiken aus den jährlichen Sicherheitsunterweisungen (für das Thema Arbeitssicherheit) und anonymisierte Gehaltsbänder (für das Thema faire Bezahlung). Parallel wird eine kurze, anonyme Online-Mitarbeiterbefragung zur Arbeitszufriedenheit aufgesetzt. Für die Daten zur Lieferkette (ESRS S2) werden zunächst die bestehenden Lieferantenbewertungen im Hinblick auf soziale Kriterien überprüft.
- Das Ergebnis: Das KMU kann die Anfrage des Kunden fristgerecht und fundiert beantworten. Statt nur ein Formular auszufüllen, legt es einen kurzen, eigenen Bericht bei, der auf dem VSME-Standard basiert. Im nächsten Vertriebsgespräch positioniert sich das Unternehmen proaktiv als „CSRD-ready“ und nutzt dies als Argument, um die Partnerschaft zu festigen.
Praxisbeispiel 2: Software-Dienstleister (80 Mitarbeiter)
- Die Herausforderung: Das Unternehmen ist nicht direkt von Kundenanfragen betroffen, leidet aber unter dem Fachkräftemangel. Die Geschäftsführung möchte die Attraktivität als Arbeitgeber steigern und sich als modernes, verantwortungsbewusstes Unternehmen positionieren.
- Die Lösung: Die Geschäftsführung nutzt die Anforderungen von ESRS S1 als internen Leitfaden für die Personalstrategie. Sie führt eine transparente Richtlinie zu Gehaltsentwicklung, flexiblen Arbeitsmodellen (Homeoffice, Teilzeit) und individuellen Weiterbildungsbudgets ein. Es werden einfache Kennzahlen zur Diversität erfasst (z.B. Frauenanteil in Projektleitungsrollen) und interne Ziele zur Steigerung festgelegt. Diese Maßnahmen werden nicht nur intern umgesetzt, sondern auch aktiv auf der Karriere-Website und in Jobportalen kommuniziert.
- Das Ergebnis: Das Unternehmen erfüllt nicht nur die Kernanforderungen von ESRS S1, ohne dazu gezwungen zu sein, sondern stärkt gezielt sein Employer Branding. Die Anzahl qualifizierter Bewerbungen steigt, und die Mitarbeiterbindung verbessert sich. Das Unternehmen ist bestens auf zukünftige Anfragen vorbereitet und hat einen echten Geschäftsnutzen generiert.
Fazit und Ausblick
Die neuen europäischen Nachhaltigkeitsregeln sind mehr als nur eine weitere bürokratische Übung. Sie markieren einen Wendepunkt in der Art und Weise, wie unternehmerische Leistung gemessen und bewertet wird. Für kleine und mittlere Unternehmen ist die Auseinandersetzung mit den European Sustainability Reporting Standards eine strategische Notwendigkeit geworden.
Der Aufwand, der mit der Erfassung und Aufbereitung von Daten zu fairer Bezahlung, Arbeitsbedingungen und Lieferkettenmanagement verbunden ist, lohnt sich aus mehreren Gründen. Erstens sichert er die Geschäftsbeziehungen zu großen Kunden, für die diese Informationen zu einer rechtlichen Verpflichtung werden. Zweitens stärkt er die eigene Position im intensiven Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte, denn der Nachweis guter Arbeitsbedingungen ist ein unschätzbarer Vorteil im Employer Branding. Drittens macht er das eigene Unternehmen widerstandsfähiger und zukunftsfähiger, weil Risiken frühzeitig erkannt und Chancen im Wandel hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft aktiv genutzt werden können.
Der Appell an alle Verantwortlichen in KMU lautet daher: Warten Sie nicht, bis die erste dringende Anfrage eines Kunden auf Ihrem Schreibtisch landet. Handeln Sie proaktiv. Sehen Sie die neuen Regeln als Anstoß, Ihre internen Prozesse zu überprüfen, die Beziehung zu Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu stärken und Ihr Unternehmen als verantwortungsvollen und verlässlichen Akteur am Markt zu positionieren. Der Weg beginnt nicht mit einem perfekten Bericht, sondern mit dem ersten, pragmatischen Schritt.
Nützliche Links & Ressourcen
Die folgenden Quellen bieten weiterführende Informationen, praktische Hilfsmittel und direkte Ansprechpartner, um Ihnen den Einstieg zu erleichtern.
Offizielle Informationen und Standards
- EFRAG (European Financial Reporting Advisory Group): Die direkte Quelle für die finalen ESRS-Dokumente sowie die Entwürfe und Vorlagen für die KMU-Standards (LSME und VSME). Hier finden Sie die maßgeblichen Texte.
- Europäische Kommission: Bietet Hintergrundinformationen zur CSRD, zur EU-Taxonomie und zur Omnibus-Richtlinie.
Unterstützung und Leitfäden für KMU
- Ihre lokale IHK oder Handwerkskammer: Dies sollte Ihr erster Ansprechpartner sein. Viele Kammern bieten persönliche Beratung, praxisnahe Checklisten, Webinare und Informationsveranstaltungen speziell für KMU an. Suchen Sie auf der Website Ihrer Kammer nach den Stichworten „CSRD“, „Nachhaltigkeit“ oder „ESRS“.
- Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK): Der DNK hat seine Plattform angepasst, um Unternehmen bei der CSRD-konformen Berichterstattung zu unterstützen. Er bietet eine kostenlose, strukturierte Eingabemaske und verständlich aufbereitete Checklisten, die die komplexen ESRS-Anforderungen übersetzen.
- Landesinitiativen (z.B. Umweltpakt Bayern): Viele Bundesländer haben eigene Initiativen, die exzellente und sehr praxisorientierte Materialien wie Handlungshilfen, Excel-Arbeitsblätter und Präsentationsvorlagen kostenlos zur Verfügung stellen.
Konkrete Tools und Vorlagen
- EFRAG VSME Excel Template: Die offizielle, digitale Excel-Vorlage der EFRAG zur Erfassung von Nachhaltigkeitsdaten gemäß dem freiwilligen KMU-Standard. Ein unverzichtbares Werkzeug für den Start.
- IHK-Handlungshilfe „10 Schritte zur CSRD“: Eine von mehreren IHKs gemeinsam entwickelte, sehr empfehlenswerte Präsentation, die den Prozess von der Betroffenheitsprüfung bis zur Berichterstellung in zehn überschaubare Schritte unterteilt.
- Papershift und Papershift Pulse: Ermöglichen das Erfassen und Nachhalten der zur Berichterstattung benötigten Daten wie zum Beispiel zu Arbeitszeiten und digitalen Personalakten.
Weitere Informationen finden Sie HIER.
Papershift GmbH
Amalienbadstraße 41d
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Telefon: +49 (721) 75402344
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